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Smartphone Acer Liquid Z630 im Test: Großer Akku, günstiger Preis.

Das Acer Liquid Z630 im futurezone-Test
Das Acer Liquid Z630 im futurezone-Test - Foto: Thomas Prenner
Das Liquid Z630 von Acer will mit einem niedrigen Preis und langer Akkulaufzeit punkten. Ob es hält, was es verspricht, hat sich die futurezone angesehen.

Am oberen Ende der Smartphone-Leistungsklasse hat Acer nicht allzu viel zu bieten. Dafür hat der taiwanesische Konzern etliche Geräte am unteren Ende und in der Mittelklasse angesiedelt. Eines davon ist das Liquid Z630, das im Rahmen der IFA in Berlin erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Es soll vor allem mit niedrigem Preis und hoher Akku-Kapazität bestechen.

Äußeres

Ob das Erscheinungsbild von Smartphones den Geschmack trifft, liegt natürlich im Auge des Betrachters. Beim Äußeren des Acer Liquid Z630 fällt zuallererst der silberne Plastikrahmen, der wohl einen verchromten Look imitieren will, auf. Ebenso drängt sich der versilberte Lautsprecher auf, der sich prominent über dem Display befindet. Auch das Material der Rückseite erinnert an ein gebürstetes Magnesiumgehäuse, ist dann aber doch nur aus Plastik.

Die Bedienung erfolgt über On-Screen-Tasten, einen haptischen Home-Button gibt es nicht. Die Power- sowie die Volume-Tasten befinden sich allesamt auf der rechten Seiten. Der 3,5-mm-Klinkenanschluss liegt an der oberen Seite, der OTG-fähige microUSB-2.0-Port am Rand auf der unteren Seite.

Das Gewicht beträgt 165 Gramm und die Maße belaufen sich auf 156,3 mal 77,5 mal 8,9 Millimeter. Trotz der recht passablen Maße wirkt das Liquid Z630 verglichen mit anderen Smartphones recht klobig. Dennoch liegt es angenehmen in der Hand, rutscht aufgrund der rauen Oberfläche kaum aus der Hand und kann daher auch einhändig recht gut bedient werden, vorausgesetzt man hat große Hände. 

Hardware

Im Inneren des Liquid Z630 werkt ein Mediatek MT6735 mit vier Kernen und einer Taktung von 1,3 GHz auf 64-Bit-Basis. Der Arbeitsspeicher beträgt zwei GB. Der interne Speicher beträgt 16 GB und kann mithilfe einer microSD-Card erweitert werden. Die abgespeckte Version des Liquid Z630 hat lediglich einen GB RAM und acht GB Speicherplatz.

3DMark (Ice Storm Extreme, v1.2): 4889 Punkte
AndroBench (Version 4.0.1, sequentielles Lesen/Schreiben): 197,36 / 32,79 MB/s
AnTuTu (v5.7.1): 26.207 Punkte
Quadrant (v2.1.1): 11.701 Punkte

Um die microSD-Card einlegen oder tauschen zu können, muss die Rückabdeckung abgenommen und der Akku herausgenommen werden. Um einen Neustart des Systems kommt man dabei also nicht herum. Auf derselben Weise sind die zwei SIM-Karten-Slots angebracht. Auch hier muss der Akku entnommen werden, um eine SIM-Karte tauschen zu können.

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Der Akku kann getauscht werden - Foto: Thomas Prenner

Im Alltagseinsatz funktionieren die allermeisten Apps tadellos ohne Probleme. Dass dabei die Ladezeiten etwas länger sein können als bei Oberklasse-Smartphones ist angesichts der technischen Spezifikationen nicht weiter verwunderlich. Aber selbst grafisch aufwendige Games oder zahlreiche gleichzeitig geöffneten Browser-Tabs schafft das Liquid Z630 ohne große Mühen; nur gelegentlich kommt das Acer-Phone dabei leicht ins Stocken.

Display

Beim 5,5 Zoll große IPS-LCD mit einer Auflösung von 1280 mal 720 Bildpunkten und einer Pixeldichte von 267ppi muss gegenüber Spitzenmodellen in Sachen Helligkeit und Schärfe kleinere Abstriche gemacht werden. In Anbetracht der Preisklasse liefert der Bildschirm ein sehr passables und brauchbares Ergebnis.

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Acer Liquid Z630 - Foto: Thomas Prenner

Kamera

Die Hauptkamera sowie die Selfie-Kamera lösen jeweils mit acht Megapixel auf. Die Hauptkamera wird von einem LED-Blitz flankiert und kann Videos mit einer Auflösung von 1080p aufnehmen.

In der Praxis konnte die Qualität der Fotos nicht überzeugen. Zwar schaffte es die Kamera so manches Mal recht passable und herzeigbare Bilder aufzunehmen, allerdings scheint dies reine Glückssache zu sein. Denn in der Regel war die Fotoqualität minderwertig: Bei wenig Licht werden Details und Farben unzureichend dargestellt und verschwimmen stark. Bei mäßigen Lichtverhältnissen, etwa bewölkter Himmel, werden Farben unnatürlich wiedergegeben und verzerrt dargestellt. Ähnlich verhält es sich mit der Selfie-Kamera auf der Vorderseite.

Ein nettes Gimmick ist die Sprachsteuerung der Kamera. So wird etwa ein Selfie ausgelöst wenn man "Cheese" sagt.

Sound

Die Musikwiedergabe ist "powered by dts Studio Sound" und tatsächlich in der Lage dem Sound etwas Nachdruck zu verleihen. Zumindest wird die Musik etwas lauter als üblich und mit etwas mehr Bass abgespielt.

Betriebssystem

Als Betriebssystem kommt das Acer Liquid UI zum Einsatz, das auf Android 5.1 basiert.  Die Android-Variation orientiert sich im Wesentlichen an Stock-Android und ist nicht allzu stark abgewandelt. So bleibt etwa das Einstellungsmenü bis das Acer-Grün nahezu unverändert und das Pull-Down-Menü, das ebenso in einem Grünton getaucht ist, kann positiverweise individuell angepasst werden.

Bei Bloatware hat sich Acer nicht wirklich zurückgehalten und über ein Dutzend - mehr oder weniger - nützliche Apps hinzugefügt. Dabei stellt Acer die hauseigenen Cloud-Anwendungen in den Mittelpunkt. Für Fotos, Dateien und Musik kann unter dem Motto "Build Your Own Cloud" ein Windows-Rechner als Speicherort für seine eigene Cloud verwendet werden. Auf einem  Apple-Rechner lässt sich die Acer-Cloud nicht anlegen. Daneben wird eine eigene Back-up-App, eine Dokumenten-Suite, zwei Kinder-Programme und eine ganze Reihe von Spiele-Apps mitgeliefert. Die hauseigenen Cloud-Apps sowie die Acer-System-Apps lassen sich nicht ohne weiteres deinstallieren. Die vorinstallierten Gaming-Apps hingegen können allesamt gelöscht werden.

Hier könnte sich Acer etwas zurücknehmen. Anstatt den Kunden ihre hauseigenen Cloud-Lösungen vor die Nase zu knallen, könnte man die Nutzer etwa mit gratis Cloud-Speicherplatz oder sonstigen Goodies locken.

Eine nette Idee sind die "Float Apps", welche sich - ähnlich wie Programmfenster auf einem Desktop-Betriebssystem - öffnen und minimieren lassen. Das ist mit Taschenrechner, Kalender und Notiz-App möglich. In der Praxis stellt sich dieses Feature allerdings als nicht wirklich brauchbar heraus, da sowohl die App als auch die minimierte Version davon, permanent im Vordergrund bleiben und dadurch die App-Icons überdecken. 
Gesten können aktiviert werden, beispielsweise kann ein Z auf den Bildschirm gezeichnet werden um die Musik-Wiedergabe zu starten, oder ein C für Kamera. Das "Double Tap to Wake"-Feature ist leider nicht möglich.

Konnektivität

Das Liquid Z630 ist LTE-fähig, mit WLAN-Verbindungen der Standards 802.11 a/b/g/n kompatibel und beherrscht Bluetooth 4.0 LE. Die Stromzufuhr und auch die kabelgebundene Datenverbindung wird über microUSB 2.0 abgewickelt. Darüber hinaus kann das Acer-Handy auch FM-Radio empfangen. NFC oder DLNA ist nicht möglich. Praktisch ist die OTG-fähige microUSB-2.0-Buches.

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Acer Liquid Z630 - Foto: Thomas Prenner

Akku

Der austauschbare Li-Ion-Akku mit einer Kapazität von 4000 mAh wird von Acer als das Highlight des Liquid Z630 angepriesen. Damit kommt das Acer-Smartphone im Alltagseinsatz im gemischten Modus, bei aktiviertem WLAN und mobiler Datenverbindung, locker über den Tag, und muss erst am folgenden Abend wieder an die Steckdose. Bei etwas mehr Screentime sowie einer etwas intensiveren Nutzung von Instagram, YouTube, Facebook, Twitter, Webbrowsing und Musik-Streaming sowie ein wenig Instant-Messaging und kurze Telefongespräche hält das Liquid Z630 nicht viel länger als 27 Stunden durch. Wird das Smartphone relativ wenig in Anspruch genommen, kommt es allerdings ohne weiteres mehrere Tage ohne Aufladen aus.

Obwohl die Akkuleistung deutlich über dem sonst üblichen Durchschnitt liegt, könnte man sich angesichts der hohen Kapazitätsangabe bei der mäßigen Display-Auflösung und einem nicht allzu kräftigen Prozessor etwas mehr erwarten.

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Acer Liquid Z630 - Foto: Thomas Prenner

Fazit

Die Kamera des Liquid Z630 konnte nicht überzeugen. Ebenso könnte sich Acer bei der Installation von nicht entfernbaren, hauseigenen Apps etwas zurücknehmen. Das Erscheinungsbild und die Materialverarbeitung sind durchschnittlich und der Preisklasse entsprechend. Positiv zu sehen sind MicroSD-Kartenslot und Dual-SIM.

Das eigentliche Killer-Feature des Acer Liquid Z630 ist aber sein Preis. Denn mit rund 200 Euro ist das Acer-Phone irgendwo zwischen gutem Einsteigergerät und schwacher Mittelklasse angesiedelt, kann aber dennoch mit tadellosem Display, passabler Leistung und guter Akkudauer punkten.

Technische Spezifikationen

Modell:
Acer Liquid Z630 (16 GB Version)
Betriebssystem:
Android 5.1 (Acer Liquid UI)
Maße und Gewicht:
156,3 x 77,5 x 8,9 mm, 165 Gramm
Chipsatz, CPU:
Mediatek MT6735, Quad-core 1,3 GHz, 64-bit
RAM:
1 GB oder 2 GB
Bildschirm:
5,5 IPS-LCD-Display, 720 x 1280 Pixel (267 PPI)
Speicher:
8 GB bei 1 GB RAM
16 GB bei 2 GB RAM
Kamera:
8 Megapixel Haupt, 8 Megapixel Front
Akku:
4000 mAh
Sonstiges:
802.11 b/g/n, Bluetooth 4.0, microUSB 2.0 OTG
Preis:
199 Euro

(futurezone) Erstellt am 17.12.2015, 06:00

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