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Fußball-Trainer Adidas Smart Ball im Test: Gute Tipps für satte Schüsse.

Der Adidas Smart Ball erkennt, wie er getreten wird und wie er fliegt
Der Adidas Smart Ball erkennt, wie er getreten wird und wie er fliegt - Foto: David Kotrba
Der miCoach Smart Ball von Adidas erweist sich im Test als passabler Schusstrainer. Statistiken und Tipps per App helfen aber nur bedingt bei der Technik-Verfeinerung.

Der Adidas miCoach Smart Ball soll Fußballspielern in Verbindung mit der Smart-Ball-App die richtige Schusstechnik für unterschiedliche Spielsituationen beibringen. Der smarte Fußball enthält Bewegungssensoren und ein Bluetooth-Modul zur Kommunikation mit einem Android- oder iOS-Mobilgerät. Er erkennt, an welcher Stelle er getreten wird, wie schnell er fliegt und wie schnell er sich dabei dreht. In Kombination mit Analysen, Videos und schriftlichen Tipps per App erhält man als Spieler Einzelunterricht. Die futurezone hat den Smart Ball getestet.

Technik

Abgesehen vom Aufdruck merkt man dem Smart Ball in Größe 5 nicht an, welche Technik sich in seinem Inneren befindet. Bewegungssensoren, Bluetooth 4.0 und ein Akku finden unter dem Leder ihren Platz. Die integrierte Technik ist so untergebracht, dass der Ball weder durch erhöhtes Gewicht, noch durch unausgewogenes Flugverhalten auffällt.

Aufgeladen wird der Ball induktiv, mit Hilfe einer Basisstation. Diese hängt ihrerseits an der Steckdose und blinkt mit grünen LEDs, sobald der Ball erkannt und geladen wird. Mit Strom betankt wird der Ball nur, wenn er in korrekter Ausrichtung auf seiner schüsselförmigen Basisstation liegt. Pfeilmarkierungen auf dem Ball helfen dabei.

Die Smart-Ball-App verlangt auf Apple-Geräten mindestens iOS 7, unter Android ist mindestens Version 4.3 erforderlich. Die Hardware muss mit Bluetooth 4.0 kompatibel sein.

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Foto: Adidas

Praxis

Einschalten muss man den Adidas Smart Ball nicht. Sobald man die App aktiviert, ist der Ball quasi in Betrieb. In der App kann man verschiedene Schuss-Szenarien auswählen, etwa Freistoßtraining oder Elfmeterschießen. Danach gibt man an, mit welchem Fuß man schießen will und tippt auf die große "Schießen"-Schaltfläche. Die App gibt den ruhenden Ball mit einem kleinen Countdown frei und man kann drauf los treten.

Um ein exaktes Resultat zu erhalten, sollte die Flugbahn des Balles eine gewisse Höhe und Distanz aufweisen. Adidas gibt hier einen Meter Flughöhe und zehn Meter Distanz an. Tatsächlich erhält man auch bei geringeren Werten Resultate. Wenn man den Ball allerdings schlecht trifft und er allzu flach fliegt, erhält man per App eine "Hoppla"-Meldung. Dasselbe geschieht, wenn der Ball selbstständig zu rollen beginnt, nachdem man bereits den "Schießen"-Knopf gedrückt hat.

Geschwindigkeit und Spin

Trifft man den Ball gut, so erhält man nach kurzer Berechnung ein Ergebnis. Dabei wird angegeben, an welchem Punkt man den Ball getroffen hat, welche Geschwindigkeit (in km/h) er erreicht hat und welchen Spin (in Umdrehungen pro Minute). Dazu gibt es eine Infografik, auf der man die Flugkurve aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten kann. Die eigene Leistung kann man jeweils mit der eines Profis vergleichen lassen.

Um die eigene Leistung in Relation zur Profi-Leistung zu setzen, gibt es schriftliche Trainernotizen und eine Bewertung der eigenen Leistung in (maximal fünf) Sternen. Vor den jeweiligen Schusstrainings erhält man auch Tipps, wie man den Ball in der gewählten Schusssituation richtig trifft.

Fliegt der Ball zu weit, verliert die App kurzfristig den Kontakt zum Ball. Holt man den Ball, wird der Kontakt wiederhergestellt, sobald man sich auf etwa 20 Meter genähert hat.

Lernvideos

Die App ermöglicht auch kleine Wettkämpfe gegen einen Gegner. Zu zweit wechselt man sich dann beim Schusstraining ab. Jeder kommt fünf Mal zum Zug und erhält separate Resultate. Neben den sensordatenbasierten Schusstrainings bietet die App Tipps und Tricks bei der Ballbehandlung als Kurzvideos. So soll man etwa Übersteiger lernen.

Nach dem Spiel wird der Ball wieder auf seine Basisstation gelegt, um den Akku zu laden. Das muss man nicht unbedingt nach jedem Einsatz tun. Der Akku sollte genug Kapazität für eine Woche haben. Ist er einmal leer, erreicht er innerhalb einer Stunde wieder den vollen Ladestand.

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Der Smart Ball in seiner Ladestation - Foto: David Kotrba

Fazit

In der Praxis funktionierten der Adidas Smart Ball und die dazugehörige App genauso wie sie es sollten. Die Handhabung ist einfach, die App läuft flüssig und sogar ein Firmware-Update für den Ball wurde während des Tests relativ schnell installiert. Die Auswertung der eigenen Schussleistungen und die kleinen Wettkämpfe zu zweit sind witzig und vielleicht verbessert sich die Ballbehandlung beim einen oder anderen Anwender tatsächlich.

Was Ball und App nicht können, ist klarerweise das Erkennen individueller Unterschiede und Technik-Feinheiten. Wer trotz aller guten "Trainernotizen" immer noch viel zu hohe Spin-Resultate und zu flache Schusswinkel erreicht, der stößt an die Grenzen des Konzepts. Ein echter Trainer kann ab einem bestimmten Punkt nicht so einfach ersetzt werden.

Der Adidas Smart Ball ist online zu einem Preis von 199,95 Euro erhältlich. Die Smart-Ball-App gibt es gratis dazu. Wer sich von Fußball-Stars und ihren Erfahrungen mit dem Smart Ball inspirieren lassen will, findet auf dem YouTube-Kanal von Adidas ein bisschen Material.

(futurezone) Erstellt am 09.02.2016, 06:00

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