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Tablet-Test Asus ME172V im Test: Günstig um jeden Preis.

Foto: Gregor Gruber
Hinter dem etwas sperrigen Namen Memopad ME172V verbirgt sich eine günstigere Variante des Google-Tablets Nexus 7, das ohnehin bereits zu den preiswerten Tablets zählt. Leider ist dem 149 Euro günstigen Memopad der Sparkurs deutlich anzumerken.

Das von Asus hergestellte Nexus 7 ist ein Überraschungserfolg und zeigt, dass auch Tablets mit 7-Zoll-Display durchaus gewünscht sind – wenn der Preis stimmt. Kunden lockt nicht nur, dass das Nexus 7 ein offizielles Google-Tablet ist, sondern auch der moderate Preis von 250 Euro für ein 7-Zoll-Gerät mit 32 GB Speicher.

Aber es geht noch günstiger. Mit dem Memopad ME172V bringt Asus ein 7-Zoll-Tablet, das dem Nexus 7 stark ähnelt, aber mit einem UVP von 149 Euro gleich um 100 Euro günstiger ist. Die futurezone hat getestet, an welchen Stellen gespart wurde und ob das Memopad eine Alternative zum Nexus 7 ist.

Design
Auf den ersten Blick gibt ist kaum einen Unterschied zwischen Memopad und Nexus 7. Beim Memopad ist der Rand schwarz, beim Nexus 7 silber. Zwischen dem Rand und der Front ist beim Memopad etwas mehr Abstand, in dem sich Schmutz ansammeln könnte. Am unteren Ende der Vorderseite ist ein Asus-Logo, während das Nexus 7 frontseitig Logo-frei ist.

An der Rückseite sind die Unterschiede deutlicher, obwohl die Gehäuse beider Geräte aus Plastik bestehen. Die Rückseite des Memopad (wahlweise auch in Weiß oder Rot erhältlich) ist aggressiver strukturiert aber dennoch nicht griffiger. Die Lautsprecher-Öffnung ist kleiner und am Rand, während sie beim Nexus 7 zentriert ist. Durch den Glanz des Plastiks sieht das Memopad weniger hochwertig als das Nexus 7 aus.

Handhabung
Das Memopad ist 18 Gramm schwerer als das Nexus 7 und um 0,75 mm dicker. Dies fällt aber nur im direkten Vergleich auf. Generell wirkt das Memopad relativ schwer und dick für seine Größe – wie auch das Nexus 7 – besonders wenn man es mit dem iPad Mini (308 Gramm, 7,2 mm dick) vergleicht. Dies ist aber auch mehr als doppelt so teuer.

Die Standby- und Lautstärken-Tasten sind beim Memopad auf der linken Seite, beim Nexus 7 sind sie rechts. Der 3,5 mm Klinkenstecker für den Kopfhörer ist von der Unterseite zur Oberseite gewandert. Ein Vorteil des Memopad gegenüber dem Nexus 7: An der Unterseite gibt es einen MicroSD-Slot. Dafür ist der interne Speicher aber auch nur 16 GB (Nexus 7: 32 GB) groß und auf Bluetooth, GPS und NFC wird verzichtet.

Display
Mit 1024 x 600 Pixel ist das Memopad niedriger auflösend als das Nexus 7 (1280 x 800 Pixel). Selbst ohne den direkten Vergleich mit dem Nexus 7 sind die Schwächen des Memopad-Displays deutlich. Der Betrachtungswinkel ist klein. Die Farben sind blass und haben einen Blaustich. Die Schriften bei den App-Icons sehen grieselig aus.

Für das Lesen von Texten im Web oder von E-Mails reicht es. Bei YouTube-Videos fällt die Kombination aus blassen Farben, spiegelndem Display und schlechtem Betrachtungswinkel negativ auf. Die maximale Helligkeit des Displays ist durchschnittlich. Eine automatische Helligkeitsanpassung gibt es nicht, da auf einen Lichtsensor aus Kostengründen verzichtet wurde.

Software
Als Betriebssystem kommt Android 4.1.1 zum Einsatz. Im Gegensatz zum Nexus 7, dass das „reine" Android 4.2.1 installiert hat, ist beim Memopad die übliche Asus-Oberfläche darüber gelegt. Im Lock-Screen gibt es Shortcuts zu Google Now und zur Kamera-App. Letzteres ist etwas ungewöhnlich, da das Memopad, wie auch das Nexus 7, nur eine Front- und keine Rückkamera hat.

In der unteren Leiste des Displays befindet sich neben den üblichen Android-Bedienelementen (Zurück, Home, App-Liste) ein Symbol, das die Auswahl für die „Floating Apps" öffnet. Wie bei aktuellen Samsung-Tablets stehen hier Apps zur Auswahl, die als Fenster immer im Vordergrund anzeigt werden. So kann man etwa ein Browser-Fenster öffnen, das am Bildschirm verschoben und in der Größe skaliert werden kann.

Leistung
Im Gegensatz zum Nexus 7 ist das Memopad langsam. Alles läuft träge ab, vom Öffnen der Apps bis zum Zoomen im Browser. Manchmal weiß man nicht, ob der Touchscreen das Antippen des Icons nicht erkannt hat, oder die App nur solange zum Öffnen benötigt.

In der Status-Bar an der Oberseite gibt es drei Akku-Profile: Energiesparen, Ausbalanciert und Leistung. Der Akku ist zwar etwas größer als beim Nexus 7, aufgrund des Displays und schwachen Prozessors muss man aber meistens die Helligkeit auf 100 Prozent und das Profil Leistung ausgewählt haben. Im Test hielt der Akku so mit Spielen und Surfen zwischen vier bis fünf Stunden durch – laut Asus sind bis zu sieben Stunden möglich.

Auch in den Apps ist es nicht viel besser. So ist etwa in Angry Birds Star Wars ein leichtes Ruckeln bemerkbar. Auch im Rennspiel Beach Buggy Blitz gibt es Ruckler. Zwar sind beide Games noch spielbar, lästig sind die Ruckler aber dennoch.

Die gefühlte Leistung spiegelt sich auch in den Benchmarks wieder. Antutu liefert 4558 Punkte (Nexus 7: 11463 Punkte), Nenamark2 22,2 fps (Nexus 7: 55,6 fps) und Quadrant Standard 2022 Punkte (Nexus 7: 3536 Punke).

Fazit
Auch wenn das Memopad dem Nexus 7 ähnelt, ist es keine wirkliche Alternative. Das Memopad ist preislich, als auch von der Leistung her, mit 7-Zoll-Tablets von Herstellern wie Odys, Archos und Lenco vergleichbar. Als Surf-Tablet und zum Schreiben von E-Mails reicht es. Will man unterwegs HD-Videos anschauen oder Games spielen, wird es schon schwieriger. Für ein richtiges Tablet-Erlebnis muss man 100 Euro drauf legen und etwa ein Nexus 7 kaufen.

Mehr zum Thema

Modell:
Asus Memopad ME172V
Display:
7 Zoll
Auflösung:
1024 x 600 Pixel
Prozessor:
VIA WM8950, Single Core 1 GHz
Arbeitsspeicher:
1 GB RAM
Speicher:
16 GB, durch MicroSD-Karte erweiterbar
Akku:
10 Wh, 4.720 mAh
Betriebssystem:
Android 4.1.1
Anschlüsse/Extras:
3,5mm Klinke, WLAN (b/g/n), MicroSD
Kamera:
1 MP Front
Maße:
296,2 mm x 119,2 mm x 11,2 mm
Gewicht:

358 Gramm
Preis:
149 Euro (UVP)

(futurezone) Erstellt am 13.02.2013, 06:00

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