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Test Asus VivoTab: Kompaktes Windows-8-Gerät im Test.

Foto: Thomas Prenner
Asus setzt auch mit Windows 8 auf sein Hybrid-Prinzip aus Tablet und Notebook. Das Gerät ist dabei mit dem vollwertigen Windows ausgestattet und soll dank zweier Akkus auf bis zu 19 Stunden Akkulaufzeit kommen. Die futurezone hat das VivoTab getestet.

Die VivoTab-Serie von Asus besteht aus drei Geräten. Neben der getesteten Version mit optionalem Keyboard-Dock samt Akku gibt es noch das gerinfügig kleinere VivoTab Smart, dem eine kompaktere Tastatur ohne zusätzliche Stromversorgung beiliegt. Außerdem gibt es mit dem VivoTab RT eine ARM-Version mit dem entsprechenden Windows RT.

Rein äußerlich erinnert das VivoTab an frühere Asus Hybrid-Tablets der Transformer-Serie. Die Rückseite ist zum Teil aus gebürstetem Aluminium und zum Teil aus Kunststoff, um den Empfang bei drahtlosen Verbindungen nicht einzuschränken. Insgesamt ist das Design durchschnittlich und wirkt nicht ganz so edel wie bei den Asus Zenbooks. Bei der Verarbeitung gibt es wenig zu bemängeln, sowohl Tablet als auch Tastatur-Dock sind widerstandsfähig und dürften den Alltag in der Regel gut überstehen. Mit 294 x 189 x 8.7mm und 675 Gramm (ohne Tastatur-Dock) ist das VivoTab für ein vollwertiges Windows-8-Gerät äußerst kompakt.

Besonders positiv im Vergleich zu den älteren Transformer-Modellen fällt der Dockmechanismus zwischen Tablet und Tastatur auf. Das Zusammensetzen und Auseinandernehmen funktioniert deutlich einfacher und schneller, als man es von den früheren Transformer-Tablets gewohnt ist. Beim Zusammensetzen zeigt dem Anwender ein deutlich hörbares Klicken an, ob der Mechanismus eingerastet ist. Will man Tablet und Tastatur trennen, kann man den Zusammenschluss durch einen Schiebeschalter an der linken Seite wieder lösen.

Das Tippgefühl bei der Tastatur ist in Ordnung. Die Tasten liegen relativ weit auseinander, was der Präzision zugutekommt. Etwas deutlicher hätten die Druckpunkte der Tasten ausfallen können. Auch die Cursor-Tasten sind etwas zu klein geraten. Positiver fällt das Touchpad auf. Es reagiert schneller und zuverlässiger als bei anderen Geräten aus dem Hause Asus.

Asus VivoTab
Foto: Thomas Prenner

Zusätzlich liegt dem VivoTab noch ein Stylus bei, um Windows auch in der Desktopansicht ohne Maus präzise bedienen zu können. Dieser Ansatz macht durchaus Sinn, einzig die Tatsache, dass man den Stift nirgends am oder im Gehäuse befestigen kann, ist etwas ärgerlich.

Anschlüsse
Neben einem Klinkenschluss für Kopfhörer und einem microSD-Slot verfügt das Tablet noch über einen microHDMI-Ausgang, um etwa externe Monitore anzuschließen. Will man USB-Geräte mit dem Tablet verbinden, benötigt man den mitgelieferten Adapter, der aus dem proprietären Stromanschluss eine ausgewachsene USB-Schnittstelle macht.

Diese Lösung funktioniert zwar, wirklich elegant ist sie jedoch nicht. So muss man etwa den Adapter ständig dabei haben, wenn man USB-Geräte nutzen möchte. Will man eine ausgewachsene SD-Karte auslesen, muss man so außerdem zwei Adapter hintereinander anstecken, was ebenfalls im Alltag eher mühsam ist. Einfacher hat man es zum Beispiel bei Microsofts Surface-Tablets, die vollwertige USB-Anschlüsse direkt im Tablet-Gehäuse integriert haben.

USB-Konnektivität ohne Adapter bietet das VivoTab nur in Verbindung mit dem Tastatur-Dock. So sind zwei ausgewachsene USB-Anschlüsse integriert, im Batteriebetrieb kann man mithilfe des Adapters noch den Stromanschluss zu einem dritten USB-Anschluss umwandeln. Im Gegensatz zu den älteren Asus Transformer-Docks ist beim VivoTab Tastatur-Dock kein SD-Kartenleser integriert.

Bei den drahtlosen Anschlüssen bietet das VivoTab Gewohntes, so ist WLAN in den Standards b, g und n sowie Bluetooth in der stromsparenden Version 4.0 mit an Bord. Außerdem hat das VivoTab einen NFC-Chip integriert. Ein integriertes Mobilfunkmodul ist derzeit lediglich in der RT-Ausführung vorhanden.

Asus VivoTab
Foto: Thomas Prenner

Innenleben
Im Inneren des Tablet arbeitet die Intel Atom Dual-Core-CPU Z2760. Dazu gibt es zwei GB Arbeitsspeicher und 64 GB Flash-Speicher. Abzüglich der Recovery-Partition bleiben im Werkszustand noch 50 GB übrig, von denen rund 22 GB von Windows und den Standard-Programmen belegt sind.

Das 11,6-Zoll-Display hat eine Auflösung von 1366 x 768 Pixel und kommt dadurch auf eine Pixeldichte von 135 PPI (Pixel per Inch). Damit befindet sich das VivoTab knapp hinter Microsofts Surface (148 PPI) und deutlich hinter dem iPad Retina (264 PPI) oder dem aktuellen Android Full-HD-Tablet Sony Xperia Tablet Z mit 224 PPI. Der Unterschied ist mit freiem Auge erkennbar, so lässt sich beim Asus VivoTab deutlich jeder Pixel auf dem Display ausmachen. Farbdarstellung und Kontraste gehen bei dem Super IPS+ LCD-Display dennoch in Ordnung. Die Spiegelungen sind mittelmäßig, wie man es von anderen Touchscreen-Displays kennt.

Positives gibt es über die verbaute Hauptkamera zu sagen. Mit einer Blende von f2,2 fotografiert sie in einer Qualität, die mit der von aktuellen Smartphones zu vergleichen ist. Außerdem ist ein LED-Blitz integriert. Die Frontkamera weist eine maximale Auflösung von 2 Megapixel auf und ist demnach maximal für Videochat zu gebrauchen.

Die Software
Als Betriebssystem kommt das vollwertige Windows 8 in der 32-Bit-Version zum Einsatz. Zusätzlich hat Asus noch hauseigene Software vorinstalliert. So ist ein Client für den Cloud-Dienst Webstorage vorhanden, der auch als Windows-8-App ausgeführt werden kann. Darüber hinaus ist eine Asus-Kamera-App vorhanden, die es dem Anwender emöglicht, Fotos mit verschiedenen Filtern zu machen. Außerdem ist mit „SuperNote" eine Notiz-App vorinstalliert.

Asus VivoTab
Foto: Thomas Prenner

Leistung
Die kompakten Maße wirken sich merklich auf die Leistung aus. Sobald man etwas aufwändigere Programme oder Webseiten startet, kommt das VivoTab relativ schnell ins Ruckeln. Das spiegeln auch Benchmarks wieder, PCMark7 kommt etwa auf 1.231 Punkte. MKV-Dateien in 720p können mit dem VLC-Player aber dennoch flüssig abgespielt werden, erst bei 1080p ist Schluss.

Auch in Sachen Multitasking stößt die Hardware des VivoTab relativ schnell an ihre Grenzen, so übertrifft das Tablet nur knapp die minimalen Hardwareanforderungen für Windows 8. Microsoft empfiehlt etwa vier GB RAM, während beim VivoTab lediglich zwei vorhanden sind. Merkbar wird das etwa dann, wenn man zu viele Browsertabs offen hat und der Computer dadurch nach einiger Zeit nahezu unbedienbar wird.

Positiv ist die Akkulaufzeit im Test aufgefallen. Bei mittlerer Bildschirmhelligkeit und integriertem WLAN hat das Tablet über neun Stunden Browsen ohne Keyboard-Dock durchgehalten. In Verbindung mit der Tastatur waren es rund 18 Stunden. Mit diesen Werten können weder Net- noch Ultrabooks derzeit mithalten.

Asus VivoTab
Foto: Thomas Prenner

Fazit
Viel kompakter als es Asus mit dem VivoTab geschafft hat, kann man ein vollwertiges Windows 8 nicht verpacken. Man sieht dem Tablet von außen kaum an, dass es sich im Grunde um einen vollwertigen PC handelt. Eingeschränkt wird man beim VivoTab lediglich von der Leistung, die in das schmale Gehäuse passt. Hier kann das Gerät nicht mit anderen Computern mithalten und gerät vor allem bei Multitasking relativ schnell an seine Grenzen.

Für Verbraucher heißt es hier abwiegen, inwiefern die Leistung der Dual-Core-CPU ausreicht, um die alltäglich benötigten Programme auszuführen. Für das Surfen oder Textverarbeitung reicht die Leistung auf jeden Fall aus. Positiv hervorzuheben ist die Akkulaufzeit, fast zehn Stunden sind für ein vollwertiges Windows-8-Tablet derzeit rekordverdächtig.

Abstriche muss man beim Display machen. Wer aktuelle iPads, Android-Tablets oder Smartphones gewohnt ist, wird wird damit nicht hundertprozentig zufrieden sein. Auch die Anschlüsse beim Tablet sind etwas enttäuschend. Wenn man schon ein vollwertiges Betriebssystem mit entsprechender Gerätekompatiblität hat, will man auch USB-Geräte ohne Adapter anschließen können.

Wer ein kompaktes Windows-8-Tablet möchte, das in Verbindung mit dem Tastatur-Dock ein vollwertiger PC ist, wird mit dem VivoTab dennoch seine Freude haben.

Ohne Tastatur-Dock kostet das Tablet  799 Euro, mit Dock 929 Euro (jeweils UVP). Der Wacom Digitizer Stift liegt beiden Modellen bei.

Alternativen
Wer ein Tablet mit vollwertigem Windows will, kann auch auf Microsofts hauseigenes Referenzmodell Surface Pro warten. Wann dieses in Österreich auf den Markt kommt, ist derzeit aber noch unklar. 

Bereits erhältlich ist das Envy x2 von HP. Es bietet die gleiche CPU wie das Asus VivoTab, ist allerdings nur mit 1,6 statt 1,8GHz getaktet.

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Modell
Asus VivoTab TF810C 
Display
11,6 Zoll LIPS Touchscreen (1366 x 768 Pixel)
CPU
Intel Atom Z2760 (1,8 GHz)
Arbeitsspeicher
2 GB DDR2 RAM
Grafik
Intel HD Grafikkarte 4000
Betriebssystem
Windows 8 32-Bit (OEM)
Festplatte 
64 GB Flash-Speicher
Schnittstellen Tablet
1x microHDMI, microSD-Card Einschub, Kopfhörer
Schnittstellen Tastatur-Dock
2x USB 2.0
Kabellose Schnittstellen
Bluetooth 4.0, WLAN 802.11 a/b/g/n,
Kameras
Hauptkamera: 8 Megapixel, Frontkamera: 2 Megapixel
Akku
30 WHr 
Gewicht 
657 Gramm (nur Tablet)
1,3 Kilogramm (mit Tastatur-Dock)
Abmessungen
294 x 189 x 8.7mm
Preis
799 Euro ohne Tastatur, 929 Euro mit Tastatur-Dock (jeweils UVP)

(futurezone) Erstellt am 18.02.2013, 00:00

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