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Tablet-Test Asus VivoTab RT im Test: Das Marathon-Tablet.

Foto: Gregor Gruber
Mit dem VivoTab RT setzt Asus auf die Kombination aus Tablet und Tastatur-Dock mit Zusatzakku, die bereits bei den Android-Tablets der Transformer-Reihe für extrem lange Laufzeiten gesorgt hat. Die futurezone hat das Windows-RT-Gerät getestet.

Neben Microsoft selbst gehört auch Asus zu den Windows-RT-Unterstützern der ersten Stunde. Während Microsofts Surface RT einen Formfaktor aufweist, der von den üblichen iPads und Android-Tablets abweicht, setzt Asus mit dem VivoTab RT auf Gewohntes und Bewährtes. Die Kombination aus Tablet und Tastatur-Dock mit eingebautem Akku ist bereits von der Transformer-Serie, die auf das Betriebssystem Android setzt, bekannt. Die futurezone hat getestet, ob das Konzept auch mit Windows RT überzeugt.

Design
Während das Surface RT durch die kantige Bauweise von den üblichen Tablet-Standards abweicht - und dadurch nicht besonders komfortabel zu halten ist – ist das VivoTab RT ein klassisches Tablet. Die Ränder sind abgerundet und mit 8,3 mm ist es gut einen mm dünner als das Surface und mit 525 Gramm um mehr als 150 Gramm leichter. Dadurch hält es sich recht angenehm in den Händen. Mit den 538 Gramm des Tastatur-Docks kommt das VivoTab RT insgesamt auf 1,06 Kilogramm, was Ultrabook-Niveau entspricht.

An der Front ist das Display von dem üblichen, glänzenden Plastikrand umgeben. Das ist nicht gerade schön, dafür ist der Rand aber auf der selben Höhe wie das Glas des Displays. So fällt es nicht negativ auf, wenn man beim schnellen Wischen mit dem Finger über das Display mal über das Ziel hinausschießt.

Die Rückseite besteht aus dezentem, dunkelgrauem Aluminium. Das obere Viertel ist allerdings aus Plastik, um nicht das WLAN- und 3G-Signal zu beeinträchtigen. Optisch ist das keine gelungene Lösung – der Plastikstreifen mindert den eleganten Rückseiten-Look des VivoTab RT.

Verarbeitung
Bei der Verarbeitung kann das VivoTab RT nicht mit seinen aktuellen Android-Artgenossen, wie etwa dem Transformer Infinity, mithalten. An der rechten Seite des Tablets gibt der Bildschirm leicht nach. Der Plastikrand ist an den Seiten an jenen Stellen scharfkantig, wo das Gehäuse von Kunststoff zu Plastik übergeht. Hält man das Tablet ruhig in den Händen, fällt das nicht auf. Versucht man aber etwa die Lautstärken- oder Standby-Tasten zu erfühlen, rutscht man schon mal mit den Fingern über die unangenehm scharfen Kanten.

Gut gelungen ist dafür die Verarbeitung des Tastatur-Docks. Trotz Aluminium-Oberseite gibt es hier keine scharfen Kanten. Das Aluminium gibt zwar beim Tippen etwas nach, aber nicht stark genug, um zu stören.

Tastatur
Wird das VivoTab RT in das Tastatur-Dock gesteckt, wird es zum Netbook mit Touchscreen. Da das Tastatur-Dock an die 10,1-Zoll-Displaygröße des Tablets angepasst ist, sind die Tasten kleiner als bei gewöhnlichen Notebooks. Dazu kommt, dass die Tasten nicht einwandfrei anschlagen. Wenn man die kleinen Tasten beim Schnelltippen nicht genau mittig erwischt, geben sie zwar nach, lösen aber nicht die gewünschte Eingabe aus. Durch die kleine Größe der Tasten, kann das öfters vorkommen. Besser als die Display-Tastatur ist das Tastatur-Dock aber allemal.

Das Touchpad ist ebenfalls entsprechend klein. Die Touch-Fläche ist durchgängig, am unteren Ende kann links und rechts geklickt werden. Wirklich angewiesen ist man auf das Touchpad nicht, da der Touchscreen ohnehin präzise ist und jederzeit eine USB-Maus angesteckt werden kann.

Foto: Gregor Gruber

Andocken
Der neue Arretier-Mechanismus des Docks ist gewöhnungsbedürftig. Bei den bisherigen Transformer-Geräten war der Schiebehebel zum Lösen der Verankerung am Dock. Beim VivoTab RT ist er an der linken Seite des Tablets. Als Rechtshänder hält man den Daumen der linken Hand gegen das Dock und drückt mit dem Zeigefinger den Hebel nach unten, während man mit der rechten Hand das Tablet herauszieht. Alternativ kann man auch mit der rechten Hand den Hebel runterdrücken und gleichzeitig das Tablet herausziehen. Intuitiv ist beides nicht, aber man gewöhnt sich daran. Ein Vorteil der neuen Methode ist, dass der Verankerungs-Mechanismus und das Scharnier nahezu unsichtbar sind, wenn das Tablet angedockt ist.

Beim Entriegeln des Tablets ist ein deutliches Geräusch zu hören. Steckt man das Tablet ins Dock, fehlt die akustische Bestätigung. Das Andocken fühlt sich etwas schwammig an, das Tablet bleibt aber in seiner angedachten Position. Zwar kann man es ein paar Millimeter nach oben ziehen, die Verankerung löst sich dabei aber nicht, wenn nicht der Hebel an der Seite des Tablets betätigt wird.

Der Verankerungs-Mechanismus am Tastatur-Dock ist gleichzeitig das Scharnier, um das Tablet in den gewünschten Winkel zu bringen. Klappt man das VivoTab RT ganz zu, verhindert die Bauweise des Scharniers, dass es beim Transport unabsichtlich aufgeht. Beim Aufklappen wird das Scharnier gleichzeitig zum Standfüßchen, dass das Tastatur-Dock am oberen Ende etwas anhebt und dadurch einen angenehmeren Winkel zum Tippen schafft.

Ist das Tablet angedockt, vibriert es leicht, wenn man den Touchscreen antippt. Das Display wackelt aber nicht mehr als eine Sekunde und das unbeabsichtigte Ändern des Winkels ist kaum möglich.

Display
Das Display des VivoTab RT hat, wie es für IPS-Bildschirme üblich ist, sehr große Betrachtungswinkel. Mit 600 nit ist es auch sehr hell. Sogar bei der maximalen Helligkeit bietet das VivoTab RT eine gute Farbdarstellung. Die Farben sind kräftig, aber nicht übersättigt.

Wenig Begeisterung löst hingegen die starke Spiegelung des Displays aus. Bei der maximalen Helligkeitseinstellung kann man zwar das Tablet auch noch draußen verwenden, störend sind die Reflexionen dennoch. Auch Fingertapser und -schmierer sind überdeutlich am Display zu erkennen.

Foto: Gregor Gruber

Ausstattung
Das VivoTab RT hat eine 8 Megapixel Hauptkamera und eine 2 Megapixel Frontkamera. Bis die Kamera in der Kamera-App auslöst, vergehen schon mal an die drei Sekunden. Die Fotos sind stark komprimiert, weisen dementsprechend Bildstörungen auf und auch die Belichtung und Farben sind nicht optimal.

Neben dem üblichen Bluetooth und WLAN ist noch GPS und NFC verbaut. Bei den Anschlüssen kann das VivoTab RT einen MicroHDMI und MicroSD-Slot bieten, sowie in der 3G-Version einen SIM-Karten-Slot.

Einen USB-Anschluss hat das VivoTab zwar nicht, aber es ist ein Adapter im Lieferumfang enthalten. Dieser wird in den proprietären Anschluss gesteckt und macht so aus diesem einen vollwertigen USB-Anschluss. Im Tastatur-Dock ist ein vollwertiger USB-2.0-Anschluss fix verbaut.

Leistung
Wie auch das Surface RT, hat das VivoTab RT einen Quad-Core 1,3 GHz Prozessor und 2 GB RAM. Trotz der kompetenten Komponenten kann die Leistung nicht überzeugen. Bei Word 2013 der Office-Preview ist eine kleine Verzögerung zwischen der Eingabe und dem Erscheinen der Buchstaben bemerkbar, das Spiel Reckless Racing ruckelt leicht. Auf der Youtube-Website werden Videos ab einer Auflösung von 720p im Vollbild nicht ganz flüssig wiedergegeben. Unter Volllast, speziell wenn das Tablet am Ladegerät hängt, wird die rechte Hälfte der Rückseite deutlich wärmer, als man es von anderen Tablets gewohnt ist.

Dafür punktet das VivoTab RT bei der Laufzeit. Der Akku des Tablets reicht beim WLAN-Surfen und Videos schauen für neun bis zehn Stunden. Wird das Tastatur-Dock verwendet, das einen zusätzlichen Akku verbaut hat, sind 16 bis 18 Stunden möglich.

Die Stereo-Lautsprecher des VivoTab RT bieten eine überraschend gute Tonqualität – nur auf Bass muss man gänzlich verzichten. Dafür sind die Speaker aber nicht so laut wie jene anderer Tablets oder Ultrabooks.

Fazit
Im Set mit dem Tastatur-Dock kostet die WLAN-Version des VivoTab RT um 50 Euro mehr als das Surface RT in der 64 GB Version mit Touchcover. Den Aufpreis zahlt man für den angenehmeren Formfaktor, die lange Akkulaufzeit und die „echte" Tastatur.

Der wahre Rivale des VivoTab RT ist aber nicht Microsofts Surface RT, sondern das Angebot an Androids-Tablets, wie das Asus Transformer Infinity . Windows RT ist nun mal kein „echtes" Windows, wodurch es derzeit wenig Gründe gibt, ein RT-Tablet zu nehmen, statt ein Android-Tablet mit FullHD-Display, das weniger Performance-Probleme hat.

Konkurrenz bekommt das VivoTab RT auch von Asus selbst. So gibt es mit dem VivoTab Smart ein Tablet mit 10,1 Zoll Display, dass Windows 8 statt Windows RT hat und damit deutlich vielseitiger eingesetzt werden kann. Für dieses ist allerdings kein Tastatur-Dock mit eingebautem Zusatzakku verfügbar.

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Modell
Asus VivoTab RT TF600TG-1B016R
Display
10,1 Zoll IPS Touchscreen (1366 x 768 Pixel)
CPU
NVIDIA Tegra 3 Quad Core (1,3 GHz)
Arbeitsspeicher
2 GB
Betriebssystem
Windows RT
Festplatte 
64 GB Flash-Speicher
Schnittstellen Tablet
1x microHDMI, microSD-Card Einschub, Kopfhörer, SIM-Karte
Schnittstellen Tastatur-Dock
1x USB 2.0
Kabellose Schnittstellen
Bluetooth 4.0, WLAN 802.11 b/g/n, HSPA+
Kameras
Hauptkamera: 8 Megapixel, Frontkamera: 2 Megapixel
Akku
Tablet 25 Wh,
Tastatur-Dock 22 Wh
Gewicht 
525 Gramm (nur Tablet)
1,06 Kilogramm (mit Tastatur-Dock)
Abmessungen
263 x 171 x 8,3 mm
Preise
Tablet: 599 Euro
Tablet mit Tastatur-Dock: 729 Euro
Tablet 3G: 699 Euro
Tablet 3G mit Tastatur-Dock: 829 Euro

(futurezone) Erstellt am 03.03.2013, 06:00

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