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Smartphones Ein würdiger Nachfolger: Galaxy SIII im Test.

Foto: Thomas Prenner
Samsung will mit seinem neuen Android-Flaggschiff ein neues Referenzmodell etablieren. Dazu vereint das Smartphone nahezu alle High-End-Komponenten, die es derzeit am Markt gibt. Die futurezone konnte kurz vor dem geplanten Österreich-Start das S III ausgiebig testen.

Der koreanische Konzern hat sich für das aktuelle Smartphone-Flaggschiff selbst einiges vorgelegt. Die beiden direkten Vorgängermodelle Galaxy S und S II haben sich weltweit über 40 Millionen Mal verkauft. Auch in Österreich erfreuten sich die Androiden großer Beliebtheit, das S II war 2011 das meistverkaufte Smartphone hierzulande, nahezu ex-aequo mit dem Budget-Modell Galaxy Ace. Das neue S III soll an diese Erfolge anschließen und will mit High-End-Spezifikationen punkten: Als Hauptrecheneinheit kommt Samsungs hauseigener Exynos 4 Quad mit 1,4 GHz zum Einsatz, Arbeitsspeicher ist ein GB vorhanden.

Formfaktor und Verarbeitung
Das S III misst 136.6 x 70.6 x 8.6 mm und wiegt dabei 133 Gramm. Damit ist es eine Spur schwerer als der Vorgänger S II (116) Gramm, was in der Praxis aber nicht unbedingt von Nachteil ist. Durch das geringfügig gesteigerte Gewicht wirkt das Smartphone subjektiv hochwertiger und liegt besser in der Hand. In Sachen Formfaktor hat sich Samsung offenbar weniger an den früheren Galaxy S Modelle orientiert und stattdessen eher das aktuelle Google-Phone Galaxy Nexus zum Vorbild genommen. So sind die Kanten ähnlich abgerundet, auch die Größe des Gehäuses ist annähernd gleich. Ein deutlicher Unterschied fällt jedoch sofort auf: Im Gegensatz zum Galaxy Nexus ist beim S III ein physischer Homebutton enthalten.

Das Gehäuse des S III ist vollständig aus Kunststoff, die Rückseite ist glatt gehalten. Diese Oberfläche erwies sich im Test als Magnet für Fingerabdrücke. Die Verarbeitung bietet aber ansonsten keinen offensichtlichen Grund zu Beanstandungen, auch, wenn man durchaus spürt, dass das Gehäuse eben aus Kunststoff ist.

Display
Das Display hat eine Diagonale von 4,8 Zoll (12,2 Zentimeter) und ist somit geringfügig größer als beim Galaxy S II (4,3 Zoll) und beim Galaxy Nexus (4,65 Zoll). Die Auflösung beträgt 1280 x 720 Pixel, wodurch sich eine Pixeldichte von 306 PPI ergibt. Dieser Wert ist zwar geringfügig kleiner als beim Galaxy Nexus, in der Praxis fällt der Unterschied jedoch nicht auf.

Insgesamt wirkt der Bildschirm des Galaxy S III scharf, kontrastreich und auch in keiner Weise farbstichig. Auch die Lesbarkeit im Freien konnte im Praxistest positiv überraschen, in strahlendem Sonnenlicht tut man sich aber auch mit dem S III schwer.

Die Kamera
Die Hauptkamera macht Fotos mit einer maximalen Auflösung von acht Megapixel und bietet so ziemlich jede Funktion, die eine aktuelle Handy-Kamera können sollte: Touch-Fokus, Gesichts- und Lacherkennung, sowie Geotagging. Auch ein Bildstabilisator ist integriert. Durch die starke Rechenleistung der CPU ist es außerdem möglich, Full-HD-Videos aufzuzeichnen, während man Fotos (in der vollen Auflösung) schießt.

Die Farbdarstellung ist ausgeglichen, Schärfe und Kontrast der Bilder stimmen ebenfalls. Auch das Rauschverhalten hält sich in Grenzen. Bilder in Profi-Qualität darf man sich natürlich dennoch nicht erwarten, für eine Smartphone-Kamera sind die Ergebnisse jedoch gut. Gleiches gilt für die Videos.

Geschwindigkeit
In Sachen Geschwindigkeit gibt sich das S III keine Blöße. Selbst mit Multitasking und dem neuen Video-Overlay "Pop Up Play" kann das Gerät nicht ins Stocken gebracht werden. Mit letzterem ist es möglich, Videos in einem kleinen verschiebbaren Fenster abzuspielen, während man gleichzeitig den Browser oder andere Apps normal bedienen kann.

Dafür ist eine entsprechend schnelle CPU notwendig, die auch in verschiedenen Benchmarks durchwegs gute Ergebnisse abliefert. Im Browser-Benchmark Browsermark von Rightware etwa kommt das S III auf stolze 154.000 Punkte und überholt somit auch Tegra-3-Tablets, wie das aktuelle EEE Pad Transformer TF201 von Asus, das nur auf rund 108.000 Punkte kommt. Auch im AnTuTu Benchmark setzt das S III einen neuen Spitzenwert und kommt im Test auf 11.957 Punkte. Damit verdrängt das S III wieder das Transformer-Tab vom ersten Platz, das knapp über 10.000 Punkte erreicht.

Der Akku hat 2.1000 mAh und macht im Test einen durchwegs langatmigen Eindruck. Ein Tag Betrieb ist mit einer Akkuladung locker möglich, auch, wenn vermeintlich stromhungrige Features wie Smart Stay aktiviert sind. Für viel mehr reicht es bei moderater Nutzung dennoch nicht aus, auch, wenn man den integrierten "Power Saving Mode" aktiviert hat.

Betriebssystem
Standard-Betriebssystem des Galaxy S III ist Android 4.0.4, das durch Samsungs Touchwiz-Oberfläche ergänzt wurde. Samsungs Software bietet nicht immer Vorteile, so ist der angepasste Launcher der Android-Stock-Variante in einigen Punkten unterlegen. Das Erstellen von Ordnern auf dem Homescreen ist etwa unnötig umständlich. Auch die Tatsache, dass man das Menü-Icon nicht verschieben kann, fiel im Test negativ auf.

S Voice
Das Design des S III ist laut Samsung "von der Natur inspiriert" und soll die "Kommunikation zwischen Mensch und Technologie optimieren". Dazu hat Samsung die Siri-ähnliche Funktion "S Voice" integriert. So soll das Smartphone natürlich gesprochene Befehle erkennen und verarbeiten können.

Ist man einmal im S-Voice-Menü, kann man das Handy mit "Hallo Galaxy" zum Zuhören bewegen. Danach können allerlei Befehle gegeben werden, wie etwa das Stellen eines Alarms oder das Eintragen von Terminen. Komplett freihändig kann man die Sprachsteuerung jedoch nicht aktivieren, da das Smartphone eben nur im S-Voice-Menü auf das "Hallo Galaxy" reagiert.

Im Test kann S Voice nicht völlig überzeugen. So wird Sprache zwar sehr gut und zuverlässig erkannt, intuitiv gestellte Fragen kann S Voice trotzdem nur sehr selten beantworten. Mit Fragen wie "Wie heißt du?", "Wo ist das Hauptquartier von Samsung?" oder "Welches ist das beste Smartphone?" kann S Voice nichts anfangen. Es bleibt der Eindruck, dass Samsung nach Siri Sprachsteuerung offenbar als Must-have gesehen und darum integriert hat. Das Ergebnis ist nicht durchwegs schlecht, aber auch nicht so revolutionär, dass es die Alltagsbedienung deutlich verändern kann.

Smart Stay
Mit der Funktion Smart Stay lässt das S III automatisch den Bildschirm an, wenn man den Blick darauf richtet. Möglich wird dies durch die Frontkamera, die das Gesicht registriert. In der Praxis funktioniert es so: Hat man ein Display-Timeout von einer Minute eingestellt, aktiviert sich kurz vor Ablauf dieser Zeit die Front-Kamera. Erkennt jene, dass der Blick auf das Display gerichtet ist, beginnt die Minute wieder von vorne zu laufen.

Man erspart sich also den minütlichen Tip auf den Touchscreen, damit das Smartphone wach bleibt. Im Test hat diese Funktion - zumindest unter Tageslicht - gut funktioniert. Wird es dämmrig, tut sich die Frontkamera schwer, das Gesicht zu erkennen. Insgesamt ist die Funktion eine nette Idee, die jedoch zu stark von den äußeren Faktoren wie Lichtbedingungen und dem korrekten Blickwinkel auf das Smartphone abhängig ist.

Fazit
Das Galaxy S III kann zwar nicht überraschen, dafür überzeugen und zählt ohne Zweifel zu den besten und vor allem schnellsten Android-Geräten, die derzeit am Markt sind. Die Leistung in der Praxis hält das, was die Spezifikationen versprechen. So gibt es derzeit wohl kein Smartphone, das flüssiger oder schneller läuft. Diese Tatsache fällt auch in der Alltagsbedienung auf, wenn man nur etwa Apps installiert oder im Internet surft.

Kritik wird bei vielen Nutzern wieder dadurch hervorgerufen werden, dass Samsung beim Gehäuse merklich auf Kunststoff setzt. Wer damit bei den früheren Modellen ein Problem hatte, kann wohl auch nicht mit dem S III völlig glücklich werden. Innovative "Killer-Feature" sucht man ebenfalls vergebens. Die neuen Funktionen, wie die Sprachsteuerung oder Smart Stay sind nette Spielereien, stellen aber keine revolutionären Veränderungen in der Bedienung des Gerätes dar.

Wirklich trüben kann das den Gesamteindruck dennoch nicht, dazu sind die Kernfunktionen des Androiden einfach zu souverän umgesetzt.

Das Samsung Galaxy S III ist ab 29. Mai in Basaltblau und Marmorweiß erhältlich. Vertragsfrei kostet das Smartphone zum Marktstart 599 Euro. Mit Vertragsbindung wird das S III bei den Mobilfunkern A1, T-Mobile, Drei und Orange verfügbar sein.

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Modell:
Samsung Galaxy SIII
Display:
4,8 Zoll Super-AMOLED-HD-Display 720 x 1280 Pixel
Prozessor:
Samsung Exynos 4 Quad, 1,4 GHz
RAM:
1024 MB
Speicher:
16 / 32 GB (Variante mit 64 soll nachfolgen), MicroSD-Slot (bis zu 64 GB)
Betriebssystem:
Android 4.0.4
Anschlüsse/Extras:
Micro-USB, 3,5mm Klinke, WLAN (b/g/n), Bluetooth 4.0, NFC
Kamera:
8 MP Rückseite, 1,9 MP Front
Videos:
1080p Rückk- und Frontkamera
Maße:
136,6 x 70,6 x 8,6 mm, 133 Gramm
Preis:
ab 599 Euro (16GB)
Verfügbarkeit
ab 29. Mai (Europa)

(futurezone) Erstellt am 24.05.2012, 10:31

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