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Gecko Erster Blick auf das Mozilla-Betriebssystem.

Foto: Mozilla
Auf dem Mobile World Congress zeigte Mozilla erstmals eine lauffähige Version seines Betriebssystems für Tablets und Smartphones. Noch 2012 sollen erste Geräte mit Gecko auf den Markt kommen. Die futurezone hat in einem Hands-On einen ersten Blick darauf geworfen.

Das "Boot to Gecko"-Projekt ist das Betriebssystem der Mozilla Foundation, die unter anderem für die Entwicklung des Internet-Browser Firefox zuständig ist. Dabei möchte man, ähnlich wie Googles Chrome OS, ein Betriebssystem anbieten, das vollständig im Browser abläuft. Im Gegensatz zu Chrome OS, das für Netbooks ausgelegt ist, wird Mozillas Betriebssystem auf Smartphones und Tablets laufen.

Eine erste lauffähige Testversion wurde auf dem Mobile World Congress präsentiert und zeigte einige rudimentäre Funktionen. Das eigentlich Spannende daran: Alle Apps laufen als HTML5- App direkt im Browser ab oder sind mit anderen, offenen Webtechnologien realisiert. Das Grundgerüst bilden einige Elemente aus dem freien Betriebssystem Linux, auf dem auch Android basiert. Den Hauptteil des Codes, knapp 95 Prozent, macht aber die mobile Variante von Firefox aus.

In einem Test der futurezone lief Gecko durchaus flott auf einem Samsung Galaxy S2. Es ist aber derzeit noch auf wenige Funktionen wie Internet, Telefonie und SMS beschränkt. Der Browser ist praktisch ident mit der mobilen Variante des Firefox und unterscheidet sich nur marginal von der Android-Variante. Auch hier wird - wie bei Android - ein Dock eingeblendet, das Informationen wie Verbindungsqualität und Uhrzeit anzeigt.

Mittlerweile ist auch die Telefon- und SMS-Funktion in der aktuellsten Version integriert, die im Laufe der nächsten Monate fertiggestellt werden sollen. Der Fortschritt lässt sich nicht nur über die Roadmap auf dem Gecko-Wiki mitverfolgen, sondern auch über den Code direkt, der öffentlich zugänglich ist und laufend aktualisiert wird. Von einer Installation auf einem Gerät für den alltäglichen Gebrauch ist aber abzuraten, da sich das Projekt nach wie vor in einem sehr frühen Entwicklungsstadium befindet.

Kooperationen angekündigt
Das größte Hindernis dürfte wohl die Hardwareintegration darstellen, da bislang die Unterstützung von den Herstellern fehlte. Das hat sich nun geändert, denn mittlerweile unterstützen neben dem Softwarekonzern Adobe und dem Chiphersteller Qualcomm auch die Deutsche Telekom das Projekt. Dadurch soll das Projekt ausreichend schnell vorangetrieben werden, sodass noch dieses Jahr die ersten Geräte mit Gecko auf den Markt kommen könnten. Der spanische Netzbetreiber Telefonica hat eine entsprechende Partnerschaft mit Mozilla bereits angekündigt.

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(futurezone) Erstellt am 29.02.2012, 06:00

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