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Mobilfunk Fest verbaute eSIM kommt noch dieses Jahr nach Österreich.

SIM-Karten werden künftig durch fest verbaute Module ersetzt
SIM-Karten werden künftig durch fest verbaute Module ersetzt - Foto: REUTERS/DADO RUVIC
Den austauschbaren SIM-Karten geht es an den Kragen. Denn die ersten eSIM-fähigen Wearables werden heuer auf den Markt kommen, Smartphones sollen 2017 folgen.

Wer seinen Mobilfunkanbieter wechselt, nimmt die alte SIM-Karte aus dem Smartphone und ersetzt sie durch eine neue. Diese Konstante hat sich gehalten seit es Mobiltelefone gibt. Nun geht es den austauschbaren SIM-Karten aber an den Kragen.

Denn Smartphone-Hersteller wie Mobilfunker wollen seit Jahren dieses Relikt abschaffen und durch die sogenannte eSIM (embedded SIM) ersetzen, die bereits bei der Produktion direkt in das Gerät eingebaut wird. Dann wird der Umstieg zu einem anderen Mobilfunker nicht mehr per Tausch der SIM-Karte geschehen, sondern kurzum durch Einspielen einer neuen Software.

Aktivierungsprozess

Grundsätzlich stehen die heimischen Netzbetreiber A1, Drei und T-Mobile dem Start der eSIM positiv gegenüber. „Mit der Einführung der programmierbaren eSIM, die nicht mehr austauschbar ist, werden sich die Prozesse bei der Aktivierung von Mobilfunkverträgen grundsätzlich ändern“, erklärt A1 im Gespräch mit der futurezone. Die notwendigen Netzwerkinformationen, die bislang direkt auf der SIM-Karte gespeichert sind, müssen auch bei der eSIM ihren Weg auf das Handy finden.

Dies wird künftig über eine Internetverbindung, also über WLAN oder Bluetooth oder über eine Mobilfunkverbindung erfolgen. „Dafür muss eine sichere Infrastruktur geschaffen werden“, heißt es von Drei. Wie es derzeit aussieht, soll die Registrierung einer eSIM über einen Universal-Server laufen, über den das SIM-Modul das Profil des Netzbetreibers herunterlädt. Dieser Universal-Server, der idealerweise sämtliche Anbieter integrieren muss, muss allerdings erst geschaffen werden.

Im Gegenzug wird allerdings der logistische Aufwand für das Versenden der SIM-Karten entfallen. "Datenschutz und Sicherheit wird bei der eSIM ebenso hoch sein wie bei der herkömmlichen SIM-Karte", beteuert Drei gegenüber der futurezone.

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eSIM-Modul - Foto: Giesecke & Devrient

Noch dieses Jahr

„Die ersten Geräte wie Smartwatches oder Fitnessarmbänder mit eingebauter eSIM wird es noch im Laufe des Jahres geben“, erklärt A1. In Deutschland haben zwei Netzbetreiber bereits offiziell bekannt gegeben, dass sie eine Smartwatch mit einer eingebauten SIM-Karte anbieten.

Bei Smartphones rechnet A1 mit einer Markteinführung im kommenden Jahr, da für diese Geräteklasse der internationale eSIM-Standardisierungsprozess der GSMA erst in den kommenden Wochen endgültig abgeschlossen wird. Dabei müssen noch Fragen geklärt werden, wie künftig etwa das Roaming im Ausland organisiert sein wird.

Außerdem ist noch unklar, ob es mit der eSIM erlaubt sein wird, zwei verschiedene Verträge gleichzeitig zu nutzen. Denn rein technisch wäre es möglich, für Telefonie, SMS und Internetzugang unterschiedliche Netzbetreiber, also den jeweils günstigsten Tarif, heranzuziehen. Zwei verschiedene Mobilfunkanbieter parallel zu nutzen, wie es bei Dual-SIM-Handys möglich ist, wird künftig einfacher sein, weil man nicht mehr vom Aufbau des Gerätes abhängig ist.

eSIM-Lock

Kauft man heute etwa ein subventioniertes Smartphone, ist es zum Teil vom jeweiligen Mobilfunkanbieter für alle anderen Netze gesperrt. Diese Blockade kann jedoch bei etlichen Smartphone-Modellen relativ leicht umgangen werden. Ob es den Mobilfunkanbietern gelingt, durch die eSIM die Kunden enger an ihr Netz zu binden, ist ebenso eine Frage der technischen Standards, die erst geklärt werden müssen. Denn theoretisch würde die Möglichkeit bestehen, durch eine fest verbaute SIM-Karte die Geräte irreversibel an ein Netz zu binden.

Die Geräte-Hersteller dürften sich auf die eSIM bereits freuen. Denn durch das fest verbaute Modul ist die Mechanik zum Tausch der SIM-Karten nicht mehr notwendig, was die Herstellung von schlankeren Smartphones erlaubt. Außerdem wird es einfacher, wasserdichte Geräte zu produzieren.

(futurezone) Erstellt am 19.02.2016, 17:22

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