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Tipps Fitness-Tracker: Darauf sollte man beim Kauf achten.

Fitness-Tracker erfreuen sich derzeit einer großen Popularität
Fitness-Tracker erfreuen sich derzeit einer großen Popularität - Foto: Polar
Die Auswahl an Fitness-Trackern wächst ständig. Die futurezone gibt Tipps, worauf man bei der Wahl eines Modells achten sollte.

Technisch gesehen sind Fitness-Tracker Schrittzähler, die zusätzliche Sensoren verbaut haben und sich per Bluetooth mit dem Smartphone verbinden. Vor ein paar Jahren hatten sie noch das Clip-Format, wie für Schrittzähler üblich. Mittlerweile hat sich der Fitness-Tracker in der Form des Armbandes durchgesetzt, weshalb sie auch manchmal als Fitness-Armband oder Smart Band bezeichnet werden.

Über Algorithmen versprechen sie, verbrauchte Kalorien zu messen oder das Schlafverhalten zu protokollieren. Hier sind einige Tipps für die Wahl des richtigen Fitness-Trackers.

Immer tragen und dranbleiben

Die Idee eines Fitness-Trackers ist, dass er immer getragen wird, egal ob im Alltag oder im Sport. Deshalb sollte man im Idealfall im Geschäft einmal den Wunsch-Tracker anprobieren, um festzustellen, ob er bequem genug sitzt.

Das Tracking alleine macht weder sportlicher noch schlanker, fitter oder gesünder. Der Tracker zeichnet die Daten auf, die Konsequenzen daraus muss man selbst ziehen. Das Tracking kann dabei helfen, sich zu motivieren, die Leistung zu steigern. Durch die Daten-Aufzeichnung kann man recht gut herauslesen, welche Fortschritte man über Wochen und Monate gemacht hat.

Smartphone-Pflicht

Withings Pulse; Quantified Self; Fitness Tracker; Bluetooth;
Foto: Withings
Die Tracker sind für die Verbindung mit einem Smartphone konzipiert. Daten und Statistiken werden zum Handy übertragen. Vor dem Kauf sollte man sich deshalb informieren, ob der Tracker mit dem eigenen Smartphone bzw. mit der installierten Betriebssystemversion kompatibel ist.

Nutzt man bereits intensiv eine bestimmte Fitness-App und möchte auch dabei bleiben, sollte man einen Tracker wählen, dessen Daten in die App übernommen werden können. Apps bedienen sich dabei oft nicht direkt beim Gerät, sondern holen sich die Daten über die offizielle App des Tracker-Herstellers.

Sportarten

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Foto: Polar
Will man beim Laufen oder Radfahren eine genaue Angabe über die zurückgelegte Distanz erhalten, empfiehlt sich ein Tracker, der das GPS-Signal des Smartphones anzapft. Fitness-Tracker im klassischen Armband-Format haben meist kein eingebautes GPS. Will man unbedingt GPS-unterstützt ohne Smartphone laufen, empfiehlt sich der Kauf einer entsprechenden Laufuhr, anstelle eines Fitness-Trackers.

Geht man schwimmen, sollte ein Tracker gewählt werden, der tatsächlich wasserdicht ist. Viele Modelle sind lediglich „wassergeschützt“ oder versprechen, Untertauchen auf bis zu ein Meter Tiefe für bis zu 30 Minuten zu überstehen. Tatsächlich heißt dies aber nur, dass man maximal mit dem Tracker duschen gehen sollte und dieser nicht für einen längeren Aufenthalt im Schwimmbad gedacht ist.

Trainiert man bevorzugt zu Hause oder im Fitness-Center, sollte ein Tracker gewählt werden, der sportliche Aktivität und Puls messen kann, wenn man auf der Matte oder an Geräten Übungen macht. Einige Tracker errechnen die Aktivität nur anhand von Schritten - für Kraft-Workouts sind diese also ungeeignet.

Pulsmessung

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Foto: privat
Einige Tracker können den Puls messen. Dies ist wichtig, wenn man beim Sport in einem bestimmten Pulsbereich trainieren möchte. Dafür gibt es zwei Methoden. Manche Tracker messen den Puls per eingebautem, optischen Sensor am Handgelenk. Je nach Modell können die Werte vom tatsächlichen Puls stark abweichen. Die Präzision ist höher, wenn man das Armband des Trackers etwas fester zieht.

Bei der zweiten Methode verbindet sich der Tracker per Bluetooth  mit einem Brustgurt. Die Messung ist genauer, allerdings ist der Brustgurt nicht alltagstauglich und für manche Menschen selbst während des Sports unbequem zu tragen. Wer beispielsweise jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit fährt, wird nicht vorher immer einen Brustgurt anlegen wollen.

Schritte zählen

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Foto: Polar
Wenn man tatsächlich nur vor hat, Schritte zu zählen, ohne Sport zu betreiben, kann man auch eine der vielen, kostenlosen Smartphone-Apps nutzen. Die mit Apps und Trackern gemessene Schrittanzahl  kann von den tatsächlichen Schritten deutlich abweichen. Selbst wenn auf demselben Smartphone die Apps installiert sind, kann die Schrittanzahl schon mal um mehrere Hundert, oder bei langen Distanzen sogar tausend, Schritte abweichen.

Das liegt daran, dass einige Geräte Handbewegungen oder Fahrten in Fortbewegungsmitteln als Schritte interpretieren. Deshalb gilt für Tracker: relative statt die absolute Genauigkeit. Geht der Tracker immer gleich ungenau, also zeigt er im Alltag etwa immer 700 Schritte zu wenig an, ist das egal, wenn man sich als Ziel gesetzt hat über 10.000 Schritte zu erreichen.

Kalorien zählen

Fitness-Gadgets sind keine medizinischen Produkte. Die gemessenen Werte sind als Richtwerte zu verstehen. Die verbrauchten Kalorien werden per Algorithmen über das eingegebene Profil (Größe, Alter, Geschlecht, Gewicht) und über die Bewegungsdaten errechnet.

Tracker mit Pulsmessung können die Herzfrequenz in die Berechnung einbeziehen, wodurch das Ergebnis genauer wird. Sinn macht die Anzeige für verbrauchte Kalorien aber nur, wenn per App die zu sich genommenen Kalorien protokolliert werden. So kann errechnet werden, ob man unter oder über dem täglichen Grundumsatz liegt. Das Protokollieren der Kalorien von Lebensmittels bieten mehrere Smartphone-Apps, darunter auch die beliebte App MyFitnessPal.

Akku

Plant man am nächsten Tag eine längere Lauf-Session oder Wanderung ein, sollte man den Tracker vorher aufladen. Denn je aktiver man ist, desto mehr ist der Fitness-Tracker gefordert und desto schneller ist der Akku leer. Auch wenn die Hersteller häufig Akkulaufzeiten von fünf bis sieben Tagen versprechen, lässt diese Leistung bei vielen Trackern schon nach einigen Monaten nach.

Smartwatches

A customer tries on a sample Apple Watch at the Ap
Foto: REUTERS/TOBY MELVILLE
Aktuelle Smartwatches werden auch als Trainings-Assistenten beworben, sind aber meist um ein vielfaches teurer als Fitness-Tracker. Smartwatches zählen Schritte, verbrauchte Kalorien und haben häufig Sensoren für die Pulsmessung am Handgelenk integriert. Auf Wunsch kann man sich nach einer Stunde Inaktivität von der Uhr daran erinnern lassen aufzustehen, um sich zu bewegen. Das ist zwar nett gemeint, wird aber schnell nervig – zum Beispiel wenn die Smartwatch während eines Kinobesuchs oder Meetings zur Bewegung mahnt.

Wie bei den Fitness-Trackern gilt es beim Kauf einige Dinge zu beachten. Im Gegensatz zu einigen Fitness-Trackern muss der Trainings-Modus meist manuell auf der Smartwatch gestartet werden. Ein automatisches Erkennen der Aktivität und Starten der dauerhaften Pulsmessung wird nicht unterstützt. Die dauerhafte Pulsmessung verbraucht viel Energie. Geht man täglich laufen, sollte man daran denken, die Uhr nachts aufzuladen, damit sie während des Trainings nicht schlapp macht.

Apps

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Viele Smartwatches messen den Puls per optischen Sensor an der Unterseite des Gehäuses - Foto: Gregor Gruber
Wie Smartphones können auch Smartwatches mit verschiedenen Apps genutzt werden. Bei reinen Trackern ist dies selten möglich, da diese oft keine oder nur kleine Displays haben. Nicht jede populäre Fitness-App hat eine Smartwatch-Ausgabe. Auch das Übernehmen der von der Uhr gesammelten Daten oder der Daten aus der App des Smartwatch-Herstellers ist leider nicht selbstverständlich.

Die meisten Fitness-Apps für Smartwatches sind für das Laufen gedacht. Es gibt aber auch Apps für Fitness-Übungen zuhause. Beim Kraft-Training sollte man bedenken, dass Smartwatches größer als viele Fitness-Tracker sind und das Gehäuse bei manchen Übungen, wie etwa Push-ups, unangenehm gegen das Handgelenk drücken kann.

 

Wie sind eure Erfahrungen mit Fitness-Trackern? Welche Modelle könnt ihr besonders empfehlen? Schreibt uns im Forum

(futurezone) Erstellt am 27.03.2016, 06:00

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