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Verkehr Hier-Box holt bei Autounfällen automatisch Hilfe.

Die Hier-Box ist nur so groß wie ein Daumen und setzt bei Unfällen automatisch Notrufe ab
Die Hier-Box ist nur so groß wie ein Daumen und setzt bei Unfällen automatisch Notrufe ab - Foto: Dolphin Technologies
Die Hier-Box, ein kleines Gerät zum Nachrüsten, kann bei einem Autounfall selbstständig einen Notruf absetzen. Die Reaktionszeit der Rettung soll so stark verkürzt werden.

Die Hier-Box ist ein kleines Gerät für das Auto, das in Kombination mit einem Smartphone zum Lebensretter werden kann. Es erkennt, ob man gerade einen Unfall gehabt hat und setzt automatisch einen Notruf an die ÖAMTC-Einsatzzentrale ab. Das Wiener Unternehmen Dolphin Technologies will damit ein Produkt zum Nachrüsten anbieten, das die Reaktionszeit für Einsatzkräfte stark verkürzen kann. "Unfallsituationen können dramatisch ausgehen, wenn Hilfe zu spät kommt", meint Harald Trautsch, der Geschäftsführer von Dolphin.

Kein Warten auf eCall

Neuwagen müssen in Zukunft aufgrund einer EU-Bestimmung mit dem so genannten eCall-System ausgestattet sein, das im Prinzip dasselbe kann wie die Hier-Box. Die Einführung von eCall hat sich allerdings in den letzten Jahren verzögert. Die Hier-Box soll dagegen sofort für fast alle Fahrzeuge, ob neu oder gebraucht, verfügbar sein. Benutzer können das kleine Gerät selbst installieren. Montiert wird es am Diagnoseanschluss (OBD) des Fahrzeugs. Dem Anschluss entnimmt die Box nur Strom. Zugriff auf das Bordnetz des Autos gibt es nicht.

Sensorteil und App

Das Gerät enthält Beschleunigungssensor und einen GPS-Empfänger. Mit dem Smartphone kommuniziert es über die Funktechnologie Bluetooth LE. Am Smartphone wird die Hier-Box-App installiert. Neben der automatischen Unfallmeldung lassen sich über die App auch Notrufe absetzen. Das Ganze funktioniert innerhalb Europas. Zu bedenken ist, dass der App dafür auch im Ausland der mobile Datenverkehr erlaubt werden muss. Zusätzlich kann die App dazu verwendet werden, um das eigene Auto zu finden. Wird das Auto abgestellt, speichert die App die letzte Position des Fahrzeugs.

Voraussetzung Bluetooth LE

Die App ist für Android und iOS verfügbar und ab sofort in den jeweiligen App-Stores erhältlich. Für den Gebrauch der Hier-Box muss das Smartphone Bluetooth LE unterstützen. Die meisten neuen Smartphone-Modelle tun dies, ältere (etwa iPhone 4 und älter) hingegen nicht. Die Hier-Box selbst kostet 49 Euro. Zusätzlich müssen Kunden drei Euro pro Monat für den Notrufdienst zahlen. Derzeit kann die Hier-Box nur online bestellt werden, in Zukunft soll sie auch an Tankstellen, im Elektrofachhandel oder im Autozubehörhandel erhältlich sein.

Daten in der Cloud

Was den Datenschutz betrifft, versichert Dolphin Technologies, dass GPS-Daten zwar kontinuierlich übertragen und gespeichert, aber nicht an Drittparteien weitergegeben werden. Mit einem richterlichen Beschluss kann allerdings die Polizei darauf zugreifen. Die übertragenen Daten werden bei einem europäischen Cloudanbieter gespeichert, "allerdings nicht in Großbritannien" betont Geschäftsführer Trautsch.

Funktionserweiterung

In Zukunft will Dolphin Technologies die Hier-Box mit weiteren Funktionen erweitern. Die erste derartige Erweiterung wurde bereits für September angekündigt. Außerdem arbeitet das Unternehmen an einer Lösung für andere Fahrzeugkategorien. Motorradfahrer können die Hier-Box derzeit etwa nicht verwenden.

(futurezone) Erstellt am 15.07.2015, 12:36

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