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Mobilfunk iPhone: Schlechtester Empfang aller Smartphones.

Foto: dpa/Julian Stratenschulte
Das iPhone erzeugt zwar den meisten Datenverkehr, ist punkto Empfangsqualität aber das schlechteste Smartphone auf dem Markt. Der futurezone wurde eine interne technische Auswertung eines Betreibers zugespielt, die belegt, dass iPhones doppelt so viele Gesprächsabbrüche haben wie die Smartphones der Konkurrenten.

Das iPhone 5 ist statistisch betrachtet bei der Empfangsqualität das schlechteste Smartphone am Markt. In der internen technischen Auswertung eines österreichischen Betreibers (siehe Grafik), die der futurezone vorliegt, wurde die so genannte „Dropped Call Rate“ (DCR) in seinem Netzwerk analysiert. Der Betreiber wollte wissen, wie häufig mit verschiedenen mobilen Endgeräten Verbindungen abreißen.

Verbindungsabbrüche
Der futurezone liegt die exakte Auswertung der Monate September und November 2012 vor, in der die am meisten verwendeten Smartphones im Netz verglichen wurden. Das November-Ranking – wie oft reißt bei einem Smartphone die Verbindung ab - wird vom iPhone 5 angeführt; gefolgt von iPhone 4S, iPhone 4, iPhone 3S und iPhone 3. Beim iPhone 5 beträgt die DCR zwischen 1,5 und 2 Prozent. Der direkte iPhone-5-Konkurrent, das Galaxy S III, reißt mit 0,8 bis maximal 1,1 Prozent DCR fast um die Hälfte weniger oft ab. An der sechsten und siebenten Stelle folgen das Samsung Galaxy S und Galaxy Ace. Die niedrigste DCR-Rate überhaupt hat übrigens das Einsteiger-Handy Nokia 2720.

Dass es sich bei den Daten nicht nur um eine Momentaufnahme handelt, zeigt ein Langzeit-Vergleich vom 1. Oktober bis 16. Dezember – beim iPhone 5 liegt die DCR-Rate mit bis zu 2,0 Prozent im Schnitt doppelt so hoch wie beim Samsung Galaxy SIII.

Netz-Abstimmungsprobleme
Wie hoch die Dropped-Call-Rate eines Endgerätes ist, hängt erstens von der Implementierung der Signalisierungsprotokolle ab. Wenn die nicht genau genug mit der Netz-Ausstattung abgestimmt sind, kann es zu erheblichen Problemen kommen. Die Abstimmungen für die Smartphones muss der Hersteller vornehmen bzw. muss sie mit dem Netzwerkbetreibern machen. „Hier dürfte Apple etwas ungenauer sein als die Konkurrenten“, so der technische Verantwortliche des Betreibers zur futurezone.

Empfangsempfindlichkeit
Zweitens hängt die Dropped-Call-Rate von der Empfangsempfindlichkeit/-stärke des Geräts ab. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen guten Empfang ist die Antenne - und hier wiederum, wie gut sie in das Smartphone eingebaut wurde. Und genau da dürfte das Gesamtdesign des iPhones nicht optimal sein. Apple hatte beginnend mit dem iPhone 4 eine dokumentierte Empfangsschwäche, die immer dann auftrat, wenn das Handy mit Haut in Berührung kam.

Apple hat dann ob dieses kleinen Empfangsskandals, der „Antennagate“ genannt wurde, kostenlose Hüllen (Bumper) verteilt, die den Metallrahmen des Geräts abdeckten, eine Hautberührung verhinderten und dadurch die Empfangsleistung verbesserten. Andere Smartphones, wie etwa das Samsung Galaxy SIII, haben nicht nur zwei, sondern drei Antennen. Das ermöglicht übrigens in LTE-Netzwerken parallel zum Telefonieren auch Daten nutzen zu können. Apple hat nach Antennagate ab dem iPhone 4s zwar betont, das Antennendesign verbessert zu haben. Der internen Statistik zufolge hat dies aber offenbar wenig gebracht, schneidet das iPhone 5 bei den Gesprächsabbrüchen sogar noch schlechter als seine Vorgänger ab.

Dropped Call:
Als „dropped call" wird ein Verbindungsabbruch bezeichnet, der passiert, ohne dass einer der beiden Kommunikationspartner tatsächlich aufgelegt hat. Ursachen für einen dropped call sind entweder technische Probleme im Mobilfunknetz des Betreibers – so kann es Probleme beim Hand-Over geben, wenn ein Gespräch von einer Mobilfunkstation der anderen übergeben wird. Oder es gibt Mängel im mobilen Endgerät.

(futurezone) Erstellt am 17.01.2013, 14:00
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