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E-Mobilität IWALKER urban im Test: Hoverboarden mit Musikbegleitung.

IWALKER urban Hoverboard im futurezone-Test
IWALKER urban Hoverboard im futurezone-Test - Foto: Gregor Gruber
Der Wiener Hoverboard-Anbieter IWALKER hat mit dem Modell urban einen kompakten Personentransporter mit eingebauten Lautsprechern im Angebot. Wir haben ihn getestet.

Wer auch immer von mir hört, dass ich das IWALKER urban Hoverboard teste, verstrickt mich zuallererst in Diskussionen, ob man die Dinger denn überhaupt Hoverboard nennen könne. Natürlich ist der Begriff falsch, weil man auf zwei Rädern fährt und nicht schwebt, aber er hat sich nun mal weltweit als Bezeichnung für Dinger wie den IWALKER urban durchgesetzt. Egal wie man es nennen will, ich konnte ein paar Wochen lang Erfahrungen damit sammeln.

Bis zu 14 km/h

Der in China produzierte IWALKER urban unterscheidet sich ein wenig von jenen Hoverboards, die einem in jüngster Zeit immer öfter begegnen. Er ist etwas schmäler und hat etwas erhöhte, relativ kleine Trittflächen. Die Größe der Räder entspricht mit 6,5 Zoll der allgemeinen Norm der kleinen, selbstbalancierenden Personentransporter. Angetrieben werden die Räder durch zwei jeweils 350 Watt starke Elektromotoren. Sie lassen das Gefährt mit bis zu 14 km/h über bevorzugt flaches Terrain düsen.

Mit einer Akkuladung kommt man je nach Zuladung und Fahrverhalten zwischen 15 und 20 Kilometer weit. Für Langstreckenfahrten eignen sich Hoverboards aber generell wenig. Aufgrund der Steuerung durch unterschiedliche Neigung der Füße macht sich jede kleine Bodenunebenheit durch ungewollte Lenkmanöver bemerkbar. Der Lithium-Ionen-Akku, so betont der Hersteller, stammt von Samsung - eine verständliche Anmerkung in Zeiten explodierender, weil allzu billiger Hoverboard-Akkus. Aus leerem Zustand wird der Akku in zwei Stunden voll aufgeladen.

Höhere Stehposition

Die Bedienung des IWALKER urban ist einfach. Es gibt nur einen Knopf, der das Gerät ein- und ausschaltet. Dazu gibt es LEDs zwischen den Trittflächen, die anzeigen, ob das Gerät aktiviert ist, ob die Trittflächen belastet sind, ob der Akku leer ist oder ob er gerade aufgeladen wird. Die Hoverboard-Front weist zwei breite, blau leuchtende LED-Leisten auf.

Beim Aufsteigen machen sich die erhöhten Trittflächen dadurch bemerkbar, dass der IWALKER urban manchmal nicht gerade stehen bleibt. Die Trittflächen kippen dann nach vorne oder hinten, wenn man keinen stabilisierenden Fuß draufstellt. Während der Fahrt merkt man den leicht erhöhten Schwerpunkt im Vergleich mit anderen Hoverboards, etwa dem Airwheel Airboard, nicht.

Stabile Fahrt, dennoch Stürze

Der IWALKER urban fährt ruhig und stabil. Leichte Fußneigungen werden weniger schnell in Kurveneinschläge umgesetzt wie beim Airboard. Auch Anfänger haben mit dem urban wenig Probleme. Unterschätzen sollte man das Gerät aber nicht. Während des Testens gab es zwei saftige Stürze.

Sturz Nummer eins vollzog ein Kollege, der die Breite des IWALKER urban beim Vorbeifahren an einem Schreibtisch etwas unterschätzte und hängen blieb. Sturz Nummer zwei legte ich hin, als ich mit einer vollen Gießkanne beladen vom Hoverboard steigen wollte. Ein Trittbrett mit zu großer Fußneigung belastet und das Teil zog das Bein unter mir weg. Resultat: Redakteur am Boden, Gießkanne leer, Boden nass und Schürfwunde am Ellenbogen. Aber man lernt aus solchen Situationen. Wenn man unbedingt ohne Gelenksschützer Kunststücke aufführen will, dann besser mit langen Ärmeln.

 

Der erste Hoverboard-Unfall in der futurezone-Redaktion: Blumen gießen auf dem Hoverboard war wohl doch keine so gute Idee

Ein von futurezone (@futurezoneat) gepostetes Foto am

 

Beschallung per Bluetooth

Eine witzige Eigenschaft hebt den IWALKER urban von seiner Konkurrenz ab. An der Unterseite des Hoverboards sind zwei Lautsprecher verbaut, die per Bluetooth-Verbindung bespielt werden können. Während der Fahrt kann man dadurch seine Umgebung beschallen. Die maximale Lautstärke entspricht ungefähr der eines kleinen Bluetooth-Lautsprechers, etwa eines Braven BRV-1. Bei der Soundqualität braucht man sich nicht allzu viel erwarten.

Immerhin kann man das Hoverboard beim Transport als Ghettoblaster gebrauchen, solange man nicht den Zorn der dadurch genervten Mitmenschen fürchtet. Den IWALKER urban über längere Distanzen zu tragen ist im Übrigen kein Vergnügen. Zum Gewicht von rund zehn Kilogramm kommt ein relativ breites Gelenk zwischen den beiden Trittbrett-Hälften.

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Foto: David Kotrba

Fazit

Der IWALKER urban ist ein gut verarbeitetes, stabiles Hoverboard mit etwas schmäleren Dimensionen als die Konkurrenz. Die Fahrt damit ist angenehm, stabil und leicht zu erlernen. Die eingebauten Lautsprecher mit Bluetooth-Verbindung sind ein netter Zusatz, aber in der Praxis nur selten zu gebrauchen.

Wer sich für ein IWALKER urban interessiert, kann online eine kostenlose Testfahrt mit Betreuung durch IWALKER-Mitarbeiter arrangieren. Die Testfahrten werden in Wien (an zwei Standorten) und St. Pölten angeboten.

Entschließt man sich zum Kauf eines IWALKER urban, zahlt man 699 Euro. Der Anbieter verspricht eine Qualitätsüberprüfung vor der Auslieferung. Reparaturen werden in Österreich durchgeführt. Auf den eingebauten Akku gibt es sechs Monate Garantie.

(futurezone) Erstellt am 13.03.2016, 06:00

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