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IFA Lähmend: Samsung Galaxy Camera im Test.

Foto: Thomas Prenner
Nach Polaroid und Nikon hat auch Samsung eine Digitalkamera mit Android-Betriebssystem vorgestellt. In einem ersten Hands-On auf der Elektronikmesse IFA in Berlin konnte das Vorserienmodell der Galaxy Camera aber nicht überzeugen.

Sieht man die Galaxy Camera nur auf den offiziellen Bildern von Samsung, sieht sie wie eine schlanke und stylische Digitalkamera aus. In Natura ist das anders. Der Touchscreen, der 4,77 Zoll Diagonale hat, nimmt die gesamte Rückseite ein. Die Galaxy Camera hat so die Länge und Breite eines Galaxy SIII und ist durch das Griffstück und Objektiv relativ dick. Digicams gibt es in deutlich kompakteren Maßen.

Für Foto-Enthusiasten ist die Galaxy Camera freilich nicht gedacht. Bis auf Auslöser, Blitz-Taste und Zoom werden alle Einstellungen über den Touchscreen vorgenommen. Schnelltasten für den ISO-Wert oder etwa die Belichtungskorrektur gibt es nicht. Das Menü für die manuellen Einstellungen, wie Blende und Verschlusszeit, ist optisch gelungen und präsentiert sich im Stil eines Objektivs. Wirklich schnell und effizient ist dies aber nicht – wer die Galaxy Camera also nicht nur im Automatik-Modus nutzen will, wird eher wenig Freude damit haben.

Drückt man die Home-Taste am rechten Display-Rand, kommt man, wie beim Android-Smartphone, zum Homescreen. Auch hier bietet sich ein gewohntes Bild: Browser, Facebook und die üblichen Apps, die über den Android Play Store installiert werden können. Die Bedienung über den Touchscreen funktioniert ebenfalls so normal und zügig, wie man es von einem aktuellen Smartphone kennt.

Nicht überzeugen konnte das Vorserienmodell bei dem, was eine Kamera unbedingt können sollte: fotografieren. Nach dem Betätigen des Auslösers gibt es eine deutliche Verzögerung, bis das Foto aufgenommen und abgespeichert wird. Beim Betätigen des Zoom-Schalters muss man ebenfalls geduldig sein – das Objektiv und die Software setzen sich nur sehr behäbig in Bewegung. Auch waren einige der Android-Apps nicht für die Galaxy Camera angepasst. Wenn man nicht im Foto-Modus ist, ist der Zoom-Schalter mit den Lautstärken-Funktionen belegt. So kann man in einigen Foto-Apps nicht zoomen oder etwa die Kamera-Einstellungen nicht so umfangreich vornehmen, wie es bei einer Digicam eigentlich üblich ist. So könnte man gleich mit einem normalen Smartphone fotografieren. Auch der Blitz hat noch nicht funktioniert.

Erster Eindruck
Die Galaxy Camera wirkt nicht wie eine Digicam mit Android, sondern wie ein Smartphone, an das ein Zoom-Objektiv und ein Griff mit Auslöser angebaut wurde. Bis zur finalen Version muss Samsung noch ordentlich an der Software nachbessern. Auch der Sinn der Kombination aus Smartphone und Digitalkamera ist fraglich. Will man Fotos unterwegs unbedingt mit Freunden auf Facebook, Instagram oder Twitter teilen, hat man ohnehin das Smartphone.

Alle weiteren Berichte, News und Tests von der IFA in Berlin finden Sie hier.

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(futurezone) Erstellt am 01.09.2012, 08:10

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