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Ultrabook-Test Lenovo Yoga 2 Pro im Test: Gelenkig und Hochauflösend.

Lenovo Yoga 2 Pro
Lenovo Yoga 2 Pro - Foto: Gregor Gruber
Das Yoga 2 Pro behält den rundum klappbaren Touchscreen-Mechanismus des Vorgänger, löst jedoch mit 3.200 x 1.800 Pixel auf und nutzt Intel Haswell CPUs.

Andere Hersteller setzen bei ihren Convertibles auf abnehmbare Displays, um aus dem Ultrabook ein Tablet zu machen. Lenovo zeigte schon mit seinem ersten Yoga, dass es auch anders geht. Spezielle Scharniere erlaubten es, das Display bis zur Rückseite des Ultrabooks zu klappen, was einem Winkel von 360 Grad entspricht.

Das Yoga 2 Pro bleibt diesem Prinzip treu, setzt aber auf mehr Leistung. Das 13,3 Zoll Display löst jetzt mit 3.200 x 1.800 Pixel statt 1.600 x 900 Pixel auf. Noch dazu ist es leichter als der Vorgänger und mit Intel Haswell CPUs bestückt. Die futurezone hat das gelenkige Ultrabook getestet.

Samtweich

Das Design des Yoga 2 Pro soll an ein Buch erinnern. Im geschlossenen Zustand überlappen der orangene Gehäusedeckel und Boden den schwarzen Innenteil – wie der Einband die Seiten des Buches. Die Ecken sind sanft abgerundet, ebenso wie die Kanten der Unterseite. Das Yoga 2 Pro wirkt so natürlicher schlank und freundlicher als Geräte anderer Hersteller, bei denen manchmal das Motto zu sein scheint: „dünn um jeden Preis“.

Ober- und Rückseite haben eine samtige Textur. Diese fühlt sich gut an und zieht Fingerabdrücke weniger stark als andere Geräte an. Das ist auch nötig, da man aufgrund des komplett kippbaren Displays tendenziell öfters mit dem Yoga 2 Pro hantieren wird, als mit einem gewöhnlichen Ultrabook.

Die Handballen-Auflage weist ebenfalls eine Textur auf, die Leder imitieren soll. Sie fühlt sich angenehmer als das Plastik oder Aluminium anderer Geräte an.

Die Außenränder des Yoga 2 Pro sind gummiert. Klappt man das Display um und stellt das Ultrabook im Hochformat oder im „Zelt“-Modus auf, verhindert die Gummierung Beschädigungen und sorgt für einen besseren Stand auf glatten und rutschigen Oberflächen.

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Foto: Gregor Gruber

Gelenkig

Wie beim Vorgängermodell ist das Display um 360 Grad klappbar. Klappt man das Display um mehr als 180 Grad, wird die Tastatureingabe gesperrt und die automatische Bildschirm-Rotation aktiviert. So kann man etwa den Unterteil als Stütze nutzen („Zelt“-Modus).

Sinnvoller ist es das Display noch ein bißchen weiter zu klappen und den Unterteil als Standfuß zu verwenden. Dies ist zum Beispiel für beengte Verhältnisse, wie im Flugzeug, praktisch, oder um das Yoga 2 Pro auf den Knien abzulegen und als Tablet mit einstellbarem Display-Winkel zu nutzen.

Als reines Tablet macht das Yoga 2 Pro nur bedingt Sinn. Mit 1,39 Kilogramm ist es zwar um 160 Gramm leichter als das Vorgängermodell, in Händen möchte man so viel Gewicht aber dennoch nicht länger als nötig halten. Außerdem fühlt es sich seltsam an, da beim Halten mit zwei Händen die Finger an der Rückseite auf den Tasten aufliegen. Zudem sind die Hardware-Tasten (Lautstärke, Standby) an der Seite relativ klein ausgefallen, was die Nutzung als reines Tablet unkomfortabel macht.

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Foto: Gregor Gruber

Display

Die Auflösung von 3.200 x 1.800 Pixel sorgt für eine scharfe Darstellung. Die Farben sind leuchtend, der Kontrast ist gut. Auch die Betrachtungswinkel sind sehr gut. Die maximale Helligkeit reicht aus, um bei Kunstlicht problemlos Fingerschmierer und –tapser zu überstrahlen. Das Display spiegelt zwar, jedoch nicht ganz so stark wie bei Samsungs Ativ Book 9 Plus. Für den Einsatz im Freien bei strahlendem Sonnenschein sollte man sich dennoch ein schattiges Plätzchen suchen.

Beim Tippen werden kaum störende Vibrationen ans Display weitergegeben. Beim Benützen des Touchscreens gibt es allerdings starke Vibrationen. Der Winkel verstellt sich zwar nicht, aber das Nachvibrierendes Displays ist trotzdem nervig.

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Foto: Gregor Gruber

Tastatur und Touchpad

Die Tastatur verfügt über eine Hintergrund-Beleuchtung. Wie der Rest des Ultrabooks haben auch die Tasten eine weiche Beschichtung. Sie sind ausreichend groß und haben genug Abstand zueinander. Der Anschlag ist knackig und präzise, aber etwas fester als bei anderen Ultrabooks. Dafür bleibt die Tastatur beim energischen Tippen standhaft und gibt nicht nach.

Das Touchpad ist ebenfalls gelungen. Fingergesten, Wischen vom Rand in die Mitte und das einfache Bewegen des Cursors sind problemlos möglich. Berührungen werden auf der gesamten Fläche erfasst, rechts unten ist das Touchpad für den Rechtsklick drückbar.

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Foto: Gregor Gruber

Leistung und Ausstattung

Mit einem USB 3.0, einem USB 2.0, SD-Karten-Slot und Micro-HDMI-Anschluss ist das Yoga 2 Pro nur mäßig ausgestattet. Außerdem ist das Gerät kein Schnäppchen. In der günstigsten Variante mit i5-4200U CPU und 256 GB SSD kostet es 1.299 Euro – die Version mit i7 Prozessor und 512 GB kommt auf 1.599 Euro. Beide Varianten sind mit 8 GB RAM ausgestattet.

Der Akku hält durchschnittlich sechs Stunden, was für ein aktuelles Ultrabook eher mager ist. Selbst unter Volllast ist die Geräuschentwicklung des Lüfters angenehm gering. Die höchste Temperatur entsteht bei den Lüftungsschlitzen an der Rückseite und mittig über der obersten Tastenreihe – Stellen, die man normalerweise ohnehin nicht berührt.

Die Lautsprecher des Yoga 2 Pro sind mittelmäßig. Im Lautstärken-Bereich bis zu 30 Prozent sind sie in Ordnung, danach beginnt die Tonqualität stark abzunehmen. Die maximale Lautstärke ist durchaus brauchbar, aber in dieser Tonqualität möchte man eigentlich keinen Raum beschallen.

Bloatware

Am Yoga 2 Pro sind die üblichen Verdächtigen der Bloatware vorinstalliert: McAfee, Absolute Reminder, Cyberlink Power Director 10 und Nitro Pro 8. Dazu kommen noch Windows 8 Apps wie eBay, Leseliste, Musik von rara mit Lenovo, txtr ebooks, Hightail, Zinio Reader, Evernote, Intel Erfahrungscenter, Accuweather und Filmon Television.

Von Lenovo sind die Programme Yoga Picks, Veriface, Transition, Smart Voice, OneKey Recovery, Motion Control, Experience Improvement, EasyCamera und ein App Shop. Das ist wohl auch Windows zu viel, da gleich beim Start die Meldung kommt: „Apps deaktivieren um Leistung zu verbessern“.

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Foto: Gregor Gruber

Benchmarks

Die futurezone hat das Spitzenmodell des Yoga 2 Pro mit i7-CPU getestet. Die Benchmarks liefern folgende Ergebnisse, nachdem Lenovos Hintergrunddienste geschlossen wurden (Energieprofil Höchstleistung):

Cinebench R15 CPU: 225 cb
3D Mark Basic Edition Fire Strike 1.1: 587
3D Mark Basic Edition Cloud Gate 1.1: 4201
3D Mark Basic Edition Ice Storm 1.2: 35475
PC Mark 8 Home Conventional 3.0: 2183
PC Mark 8 Work Conventional 2.0: 2544

Call of Duty: MW3 ist mit hohen Grafikeinstellungen flüssig spielbar. Bei Games, die höhere Anforderungen haben, empfiehlt es sich nicht die Auflösung auf 3.200 x 1.800 einzustellen, da die Leistung des Intel Grafikchips hierfür nicht reicht. Battlefield 4 und Grid 2 werden so zum Daumenkino.

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Foto: Gregor Gruber

Fazit

Das Yoga 2 Pro ist ein sympathisches Ultrabook, das mit guter Verarbeitung und dem kippbaren Display punktet. Letzteres macht es auch unterwegs für nahezu alle Lebenslagen einsetzbar. Dem gegenüber stehen eine mäßige Akkulaufzeit und ein relativer hoher Preis. Mit 1.299 Euro für die günstigste Variante scheint dieser zwar hoch, vergleichbare Ultrabooks mit 3.200 x 1.800 Pixel Display bieten zu einem ähnlichen Preis aber nur 4 GB RAM und eine 128 GB SSD.

Technische Daten

Modell:
Lenovo IdeaPad Yoga 2 Pro
Maße und Gewicht:
329 x 219 x 15,5 mm; 1,39 kg
CPU:
Intel Core i7-4500U (1,80 GHz, 1.600 MHz, 4 MB)
GPU:
Intel HD 4400
RAM:
8 GB PC3-12800 DDR3L SDRAM 1.600 MHz
Bildschirm:
13,3 Zoll QHD+ LED Glossy Multi-touch, 3.200 x 1.800 Pixel
Speicher:
512 GB SSD SATA III
Akku:
4 Zellen, 54 Wh Lithium-Polymer
Sonstiges:
1 Micro HDMI, 1 USB 3.0, 1 USB 2.0, SD-Kartenleser, 1 Kopfhörerausgang / Mikro-Kombination, Bluetooth 4.0, WLAN b/g/n
Preis:
1.599 Euro (UVP)
Günstigste Variante mit i5 CPU: 1.299 Euro (UVP)
Link:
Technische Daten auf der Website des Herstellers

(futurezone) Erstellt am 16.02.2014, 06:00

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