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Smartphone-Test Samsung Galaxy Alpha: Hoher Preis für hübsches Metall.

Das Alpha ist Samsungs erstes Galaxy-Smartphone mit einem Aluminiumrahmen.
Das Alpha ist Samsungs erstes Galaxy-Smartphone mit einem Aluminiumrahmen. - Foto: Gregor Gruber
Das Alpha ist Samsungs erstes Smartphone der Galaxy-Serie mit Metallrahmen. Haptik und Optik überzeugen, der größte Kritikpunkt ist der hohe Preis.

Mit dem Galaxy Alpha läutet Samsung eine neue Ära ein: Weg vom chrom-farbenen Plastik, hin zu echtem Metall. Das Alpha ist das erste Galaxy-Gerät mit echtem Metall, das in Kürze verfügbare Note 4 wird ebenfalls auf einen Aluminiumrahmen setzen. Die futurezone hat das Samsung Galaxy Alpha getestet.

Galaxy mit Geschmack

Rein optisch stellt das Alpha alle bisherigen Samsung-Galaxy-Modelle in den Schatten. Obwohl nur der Rahmen aus Metall ist, lässt er das gesamte Smartphone deutlich hochwertiger wirken, als das derzeitige Spitzenmodell Galaxy S5.

Die Ecken sind weniger gerundet als beim S5 und iPhone 6. Wahrscheinlich auch um Vorwürfen ein iPhone-Klon zu sein vorzubeugen, gibt es ein zusätzliches Designelement. Der matte Aluminiumrahmen ist an der linken und rechten Seite dünner als an den Ecken und der Ober- und Unterseite, was optisch durchaus interessant und ansprechend aussieht.

Der Metallrahmen ist an vier Stellen mit einem Kunststoff-Streifen durchbrochen, um nicht die Antennenleistung zu beeinträchtigen. Im Gegensatz zum iPhone 6 sind die Streifen kleiner und unauffälliger. Ein Schönheitsfleck ist der Kamerabuckel an der Rückseite. Dieser ist zwar dezenter als beim Galaxy S5, hätte aber ruhig noch etwas flacher ausfallen können.

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Foto: Gregor Gruber

Hochwertige Haptik

Obwohl das Display mit 4,7 Zoll genauso groß wie beim iPhone 6 ist, ist das Alpha um 5,7 mm kleiner. Mit 6,7 mm ist es auch einen Hauch dünner als das iPhone 6 und mit 115 Gramm um 14 Gramm leichter.

Die abnehmbare Plastikrückseite hat eine dezentere Struktur als beim Galaxy S5 und wirkt dadurch eleganter. Zudem ist die Rückseite weniger stark nach außen gewölbt und schließt nahezu nahtlos mit dem Aluminiumrahmen ab.

Der Aluminiumrahmen vermittelt das Gefühl ein hochwertiges Smartphone in Händen zu halten, wodurch das geringe Gewicht noch überraschender wirkt. Auch die Standby- und Lautstärke-Tasten sind aus Metall und passen sowohl optisch als auch haptisch zum Aluminiumrahmen.

Display

Das 4,7 Zoll Super-AMOLED-Display hat die Auflösung 1.280 x 720 Pixel. Zwar kann man argumentieren, dass die Auflösung für diese Display-Größe ausreicht, für ein Smartphone mit einem UVP von 699 Euro ist es aber nicht angemessen. Das erste HTC One hatte ein FullHD-Display mit 4,7 Zoll und einen UVP von 679 Euro. Sonys aktuelles Spitzenmodell Z3 hat FullHD und kostet 649 Euro, der empfohlene Verkaufspreis des LG G3 (2.560 x 1.440 Pixel) liegt bei 599 Euro, ebenso wie der des Nokia Lumia 930 (5 Zoll, FullHD).

Hat man bereits ein FullHD-Smartphone eine Weile genutzt, fällt das Downgrade zu 1.280 x 720 Pixel auf. Die Icons und Schriften sind nicht so scharf, wie sie sein sollten. Für den Alltagsgebrauch reicht es aber.

Die maximale Helligkeit des Displays und damit die Lesbarkeit im strahlendem Sonnenschein ist gut. Die Farben sind Samsung-AMOLED-typisch übersteuert. Bei vielen Anwendungen sieht das gut aus, solange man keinen Wert auf Farbechtheit legt.

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Foto: Gregor Gruber

Ausstattung

Wie beim S5 ist ein Fingerabdruckscanner im Home-Button untergebracht und wie beim S5 artet die Verwendung in ein Glücksspiel aus. Der Fingerscan wird ab und zu gar nicht erkannt, ein anderes Mal klappt das Entsperren wieder auf Anhieb. Auch der vom S5 bekannte Pulsmesser ist beim Alpha vorhanden.

Der interne Speicher ist 32 GB groß – dafür gibt es aber keinen MicroSD-Slot. Im Gegensatz zum S5 ist das Alpha nicht wasserfest und hat keinen USB-3.0-Anschluss.

Ebenfalls vom S5 bekannt ist die aktuelle Version von Samsungs Android-Oberfläche TouchWiz. Leider hat Samsung verpasst dem eleganten Smartphone ein ebenso elegantes – oder zumindest etwas entschlacktes – Interface zu bescheren. Wie beim S5 gilt: Samsung-erprobte Smartphone-User kommen mit der Options-Vielfalt schneller zurecht, andere brauchen eventuell etwas länger um sich daran zu gewöhnen.

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Foto: Gregor Gruber

Leistung

Das Alpha hat 2 GB RAM und nutzt Samsungs hauseigene Octa-Core-CPU (Quad 1,8 GHz + Quad 1,3 GHz). Im normalen Gebrauch ist das mehr als ausreichend. Das Alpha reagiert flott auf Eingaben und scrollt zügig durch die Menüs. In den Benchmarks Quadrant Standard und AnTuTu schneidet es besser ab als das Galaxy S5 und LG G3, bei 3D Mark etwas schlechter.

3D Mark Ice Storm Unlimited: 16820
Quadrant Standard: 24647
Vellamo Multicore: 1766
Vellamo Metal: 1545
AnTuTu 5.1: 35193

Der austauschbare Akku ist ein Opfer der schlanken Linie des Alphas. Mit 1.860 mAh ist dieser eher knapp bemessen. Sonys Z3 Compact hat mit seinem 4,6-Zoll-Display einen ähnlichen Formfaktor, ist um 1,9 mm dicker, hat dafür aber einen Akku mit 2.800 mAh. Im Alltagsgebrauch hält das Alpha einen Tag lang durch. Wer viel fotografiert oder spielt, muss das Alpha schon beim nach Hause kommen am Ende eines achtstündigen Arbeitstages aufladen.

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Foto: Gregor Gruber

Kamera

Bei guten Lichtverhältnissen liefert die 12-Megapixel-Kamera gute Resultate. Die Farben sind etwas übersättigt, Schärfe und Details sind gut. An die ausgezeichnete Bildqualität des Sony Z3 und Z3 Compact kommen die Alpha-Fotos aber nicht heran.

Der HDR-Modus verbessert die sichtbaren Details bei vielen Außenaufnahmen und ist als Always-on-Lösung geeignet. In Innenräumen und bei wenig Licht tendiert die Alpha dazu etwas zu lange zu belichten, weshalb trotz Bildstabilisator Fotos öfters verwackelt sind. Im Zweifelsfall hilft der LED-Blitz. Dieser ist so optimiert, dass er bei Porträts die Gesichter nicht überblendet.

Das Alpha kann Videos in Zeitlupe, Zeitraffer, FullHD und UHD aufnehmen. Die Resultate sind gut, die Videostabilisierung könnte aber besser sein. Auch hier hat Sony mit seinen Z3-Smartphones die Nase vorne.

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Foto: Gregor Gruber

Fazit

Das Galaxy Alpha bietet Premium-Design zum Premium-Preis. Es ist das schönste Galaxy-Smartphone derzeit und auch das, das sich am besten anfühlt. Dennoch sollte man zum Preis eines Spitzenmodells auch die entsprechende Hardware bekommen.

Sind Funktionen wichtiger als Design, erhält man mit Sonys Z3 Compact ein besser ausgestattetes Smartphone in ähnlicher Größe, das auf Preisvergleichsportalen um gut 100 Euro günstiger als das Alpha zu haben ist. Legt man mehr Wert auf gelungenes Design als auf leistungsstarke Komponenten, und ist auch bereit entsprechend mehr dafür zu zahlen, ist das Galaxy Alpha eine gute Wahl.

Technische Daten

Modell:
Samsung Galaxy Alpha SM-G850F
Betriebssystem:
Android KitKat 4.4.4
Maße und Gewicht:
132,4 x 65,5 x 6,7 mm, 114 Gramm
Chipsatz, CPU:
Exynos 5430 Octa Core (Quad 1,8 GHz + Quad 1,3 GHz)
RAM:
2 GB
Bildschirm:
4,7 Zoll Super AMOLED, 1.280 x 720 Pixel
Speicher:
32 GB
Kamera:
12 Megapixel Haupt, 2,1 Megapixel Front
Akku:
1.860 mAh
Sonstiges:
802.11 a/b/g/n/ac HT80, MIMO, Bluetooth 4.0, Micro-USB 2.0, A-GPS, NFC
Preis:
699 Euro (UVP)

Produktwebseite des Herstellers

(futurezone) Erstellt am 15.10.2014, 06:00

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