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Smartphone-Test Samsung Galaxy S5 im Test: Das Cocktail-Smartphone.

Das Samsung Galaxy S5 ist ab dem 11. April um 699 Euro erhältlich.
Das Samsung Galaxy S5 ist ab dem 11. April um 699 Euro erhältlich. - Foto: Gregor Gruber
Samsung packt mit dem S5 möglichst viele Zutaten von Konkurrenzmodellen in ein Gerät. Das ergibt einen guten Feature-Cocktail, der geschmacklich fast schon überladen ist.

Samsung befindet sich mit seiner Spitzenmodell-Serie mittlerweile in einer ähnlichen Lage wie Apple. Das etablierte Design soll erhalten bleiben, damit auch das neueste Gerät sofort erkannt wird und langjährige Kunden nicht verärgert werden, weil „ihr“ Gerät umgestaltet wird.

Gleichzeitig muss das Spitzenmodell aber neue Features bieten – trotz Design-Gefängnis. Beim S5 ist so zwar ein sehr gutes Smartphone herausgekommen, bei dem der Versuch, es mit möglichst vielen Features und Funktionen allen recht zu machen, allerdings in Unübersichtlichkeit mündet.

Silberrahmen

Das S5 ist auf den ersten Blick als Samsung-Smartphone erkennbar. Das S5 ähnelt in seiner Linienführung mehr dem Note 3 als dem S4. Die Ecken sind weniger stark gerundet, wodurch das S5 bulliger als sein Vorgängermodell wirkt. An der guten Verarbeitung hat sich nichts geändert. Unschöne Spalten gibt es nicht. Etwas Schmutz könnte sich dennoch ansammeln, da der silberne Rand erhoben ist.

Die Galaxy-Erkennungsmerkmale, der silberne Rand und der silber-gerahmte Home-Button, sind auch beim S5 vorhanden. Die Kamera an der Rückseite sowie der LED-Blitz sind ebenfalls mit Silber umrahmt.

Unschön ist, dass der silberne Rahmen dicker und höher ist als beim S4. Beim S4 befand sich Display-Glas und Rand auf derselben Höhe, beim S5 ist der Silberrahmen höher. Dadurch wirkt das S5 bulliger und weniger elegant als das S4. Etwas unschön wirkt ein dunkler Streifen, der unter dem Displayglas angebracht ist und das gesamte Gerät umrandet. Eine einfärbige Front, wie beim S4, wäre hübscher gewesen. Stichwort Farbe: Zum Start am 11. April wird das S5 nur in den Farben Weiß und Schwarz verfügbar sein. Blau und Gold folgen später.

Gut getarntes Plastik

Da die Rückseite der Teil des Smartphones ist, der am meisten Körperkontakt hat, gibt es hier die größte Änderung. Die Oberfläche ist strukturiert und erinnert ein wenig an die eines Golfballs und die der 2012er Version des von Asus hergestellten Tablets Nexus 7. Die Oberfläche ist nicht glatt, sondern dezent gummiert.

Die Kombination aus Struktur und Gummierung hat zwei Zwecke: besserer Halt und Tarnung. Beides funktioniert. Das S5 fühlt sich viel weniger nach Plastik an, speziell im Vergleich zum S4. Die Rückseite des S5 gibt weniger nach als die des S4, wodurch das Smartphone massiver wirkt. Insgesamt vermittelt das S5 einen hochwertigen Eindruck, kommt aber nicht ganz an die Haptik von in Aluminium gehüllten Smartphones, wie dem HTC One und dem iPhone 5, heran.

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Foto: Gregor Gruber

Das S5 liegt gut in der Hand und ist durch die neue Rückseite um einiges sicherer als das S4. Das unwesentlich größere Display macht sich nicht negativ bemerkbar. Das um 15 Gramm schwerere Gewicht fällt ebenfalls nicht störend auf, da das Gerät gut ausbalanciert ist. Schade ist, dass Samsung es nicht geschafft hat die 7,9 mm Dicke des S4 zu halten. An das mit 8,1 mm geringfügig dickere Gehäuse des S5 gewöhnt man sich aber schnell.

Etwas länger braucht man als S4-User, bis man sich mit der neuen Softtouch-Taste angefreundet hat. Statt der Menü-Taste befindet sich nun die Task-Taste neben dem Home-Button. Damit richtet sich Samsung an die offiziellen Designvorgaben von Google für Android. Ein bisschen rebellisch bleiben die Südkoreaner aber doch: Die Task-Taste ist links und die Zurück-Taste rechts – beim Android-Standard ist es umgekehrt. Auch gewöhnungsbedürftig ist, dass die physischen Tasten anders klingen. Sie sind etwas lauter als beim S4, aber dieses Detail dürfte wohl kaum jemanden stören.

Wasserfest

Die wahrscheinlich sinnvollste Neuerung des S5 ist die Wasserdichte nach IP67-Zertifizierung. Das S5 kann bis zu 30 Minuten in ein Meter Tiefe verweilen, ohne Schaden zu nehmen. Im Gegensatz zu Sonys Z1 und Z2, die ähnliche Eigenschaften aufweisen, ist der Gehäusedeckel aber abnehmbar und der Akku tauschbar.

Der Micro USB-3.0-Anschluss ist durch eine Abdeckung mit Dichtung gegen das Eindringen von Wasser geschützt. Der 3,5-mm-Klinkenanschluss bleibt offen und funktioniert auch nach dem Untertauchen noch.

Schwimmen sollte man mit dem S5 nur vorsichtig gehen – es treibt nicht an der Oberfläche, sondern sackt auf den Meeres/Schwimmbad/Swimmingpool-Boden ab. Der Touchscreen kann nicht unter Wasser genutzt werden. Öffnet man aber vorher die Kamera-App, kann man unter Wasser mit der Lautstärken-Taste Fotos knipsen. Einen Unterwasser-Modus gibt es in der Kamera-App nicht.

Obwohl das S5 wasserfest ist, dringt Wasser unter den Gehäusedeckel ein. Das liegt unter anderem an dem Lautsprecher-Schlitz an der Rückseite. Da die Dichtung des Gehäusedeckels nicht am Rand sondern innen liegt, ist es möglich, dass sich nach einem Tauchgang vereinzelt Wassertropfen bilden. Die relevanten Komponenten sind dadurch nicht gefährdet. Dennoch sollte man die Abdeckung nach einem Tauchgang sicherheitshalber abnehmen und die Tropfen wegwischen.

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Foto: Gregor Gruber

Tolles Display

Trotz hartnäckiger Gerüchte ist das Display des S5 weder biegbar noch hat es eine 2K- oder 4K-Auflösung. Das heißt aber nicht, dass es schlecht ist. Im Gegenteil: Das 5,1 Zoll AMOLED-Display ist hervorragend.

Die FullHD-Auflösung reicht für eine durchgehend scharfe Darstellung, die Betrachtungswinkel sind sehr hoch. Wie für Samsungs AMOLED-Smartphones üblich, sind die Farben satt und Kontraste stark. Im Vergleich zum S4 sehen Fotos realistischer und weniger übersteuert aus. Die Helligkeit ist im Vergleich zum Display des S4 deutlich höher geworden. Das Display ist eines der hellsten aller Android-Smartphones. Selbst in der höchsten Stufe waschen Farben nicht aus. Dadurch ist das S5 auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch gut nutzbar.

Schwarz ist beim AMOLED-Display ohnehin echtes Schwarz. Die Schwachstelle bei den Samsung-AMOLED-Geräten war Weiß. Beim S5 ist Weiß merkbar weniger graustichig als beim S4. Am iPhone 5 ist Weiß aber immer noch einen Tick sauberer.

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Foto: Gregor Gruber

Fingerabdruckscanner

Wie das iPhone 5S, das HTC One Max und einige Fujitsu-Modelle, hat auch das S5 einen Fingerabdruckscanner eingebaut. Zum Scannen muss man den Finger über den Home-Button ziehen, ähnlich wie bei Notebooks mit Fingerabdruckscannern.

Da man genau in dem selben Winkel den Finger darüber ziehen muss, wie man es beim Einrichten gemacht hat, gibt es eine recht hohe Fehlerquote. Auch muss die Geschwindigkeit der Fingerbewegung stimmen. Anfangs braucht man mehrere Versuche um das Smartphone zu entsperren. Nach ein paar Tagen Üben klappt es bei durchschnittlich drei von vier Versuchen.

Dies gilt allerdings nur, wenn man zwei Hände verwendet. Hält man das S5 in der rechten Hand und will es mit dem rechten Daumen entsperren, muss man das Smartphone so weit unten halten, dass man glaubt es könnte jedem Moment aus der Hand rutschen. Selbst dann wird der Fingerabdruck oft nicht erkannt, weil es schwer ist den richtigen Winkel zu erwischen. Hier hilft es denselben Entsperr-Finger zwei oder drei Mal mit unterschiedlichen Winkeln einzurichten, um die Erfolgsquote zu erhöhen.

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Foto: Gregor Gruber

Beim iPhone 5S klappt dies einfacher, bequemer und schneller. Will man das S5 schnell entsperren, wird man die Fingerabdruck-Sperre wohl deaktivieren und stattdessen ein Sperrmuster für den Lockscreen nutzen.

Das S5 kann drei Fingerabdrücke speichern. Neben dem Entsperren des Smartphones kann der Fingerabdruck auch zum Bestätigen von Paypal-Zahlungen und Käufen in Samsungs App Store genutzt werden. Im Play Store funktioniert dies noch nicht. Der „Private Modus“ kann ebenfalls mit einem Fingerabdruck gesperrt werden. Mit dem privaten Modus lassen sich Fotos, Videos und Dateien verstecken. Kontakte, Apps, E-Mails oder SMS können nicht versteckt werden.

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Foto: Gregor Gruber

Pulsmesser

Da die Smartwatches Gear 2, Gear 2 Neo und Gear Fit einen Pulssensor eingebaut haben, hat Samsung dem S5 auch gleich einen verpasst. Dieser befindet sich neben dem LED-Blitz an der Geräte-Rückseite. Der Sensor ist leicht versenkt und die darüber liegende Kameralinse leicht gewölbt. Dadurch entsteht genug Höhenunterschied, um nicht unabsichtlich beim Pulsmessen auf die Kameralinse zu greifen und diese so zu verschmutzen.

Zum Messen wird die App S Health aktiviert und der Finger auf den Sensor gelegt. Wichtig ist, dass der Finger nicht zu stark auf den Sensor gepresst wird, da sonst keine Messung möglich ist. Das Messen dauert sieben bis zehn Sekunden. Die Messwerte werden in S Health protokolliert und können als Tages- oder Monatsdurchschnitt dargestellt werden.

Schwankende Ergebnisse

Im Test schwankten die Messergebnisse. In einer Reihe von fünf aufeinanderfolgenden Versuchen innerhalb von einer Minute gab es Werte von 63 bis 89 – ohne, dass dazwischen Sport gemacht wurde. Das ist aber ein Extrembeispiel. Bei den meisten weiteren Serien waren die Höchst- und Tiefstwerte nur zehn Punkte auseinander.

In einem weiteren Test zeigte ein Blutdruckmessgerät einen Puls von 73 an. Im Messzeitraum wurden zeitgleich sechs Messungen mit dem S5 gemacht, die Werte von 70 bis 81 lieferten. Im Durchschnitt ergab dies einen Wert von 74. Bei zwei weiteren Testpersonen kam das S5 bei einer einmaligen Messung auf den selben Puls wie das Messgerät, bzw. war nur zwei Punkte darüber.

Auch als Gag in einer größeren Runde macht sich der Pulsmesser gut. Für Sport ist er nur bedingt geeignet, zumal damit keine konstante Überwachung möglich ist. Ist man Joggen, müsste man in regelmäßigen Abständen stehen bleiben (bei Bewegung funktioniert die Messung nicht) und das Smartphone zücken um den Puls zu kontrollieren. Immerhin kann man den Schweiß der dabei am S5 landet, dank der Wasserfestigkeit, nach dem Training einfach abwaschen.

Runderes Touchwiz

Das S5 nutzt eine neue Version von Samsungs eigener Oberfläche Touchwiz. In den Schnelleinstellungen sind die Icons jetzt rund. Auch in den normalen Einstellungen gibt es jetzt runde Icons, die zu Untermenüs führen. Die Icons sind nochmal zusätzlich in Reitern thematisch sortiert. Da aber alle Reiter von Beginn an geöffnet sind, hilft das nicht sonderlich. Insgesamt gibt es nämlich 63 der runden Icons. Wer nicht schon mit dem S4 Erfahrung mit Samsungs Einstellungssystem gesammelt hat, wird hier schnell überfordert sein.

Ähnlich überfordern die Schnelleinstellungen in der Status-Leiste. In der vollen Ansicht gibt es 22 Schnelleinstellungen. Öffnet man die Status-Leiste sind die ersten fünf sichtbar, wischt man nach rechts sieht man die nächsten fünf.

Positiv ist, dass auf dem S5 weniger nicht-löschbare Bloatware-Apps installiert sind. Wer diese Apps vermisst, kann sie über Samsungs eigenen App Store wieder installieren. Ebenfalls positiv: Samsungs Kalender-App ist nicht mehr Braun, wie es beim S4 der Fall war, sondern Grün und Grau. Der Google-Kalender ist nicht vorinstalliert, kann aber aus dem Play Store bezogen werden.

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Foto: Gregor Gruber

Magazin-Ansicht

Wischt man im Homescreen nach links, kommt man zur Magazin-Ansicht. Diese ist eine von Samsung angepasste Version von Flipboard, wie sie auch beim Galaxy Note Pro zu finden ist. Im Gegensatz zum Note Pro kann die Magazin-Ansicht deaktiviert werden. Ein Ersetzen durch Google Now, das sich im Stock Android auf dieser Position befindet, ist nicht möglich. Google Now wird durch das Gedrücktlassen des Home-Buttons geöffnet.

Schwarz-Weiß-Sparen

Der Ultra-Energiespar-Modus macht aus dem AMOLED-Display ein Schwarz-Weiß-Display (Schwarz verbraucht bei AMOLED-Displays keine Energie). Zudem stehen nur noch bestimmte Apps in einem reduzierten Menü zu Verfügung. Damit soll das S5 auch einsatzbereit bleiben, wenn der Akkustand bereits niedrig und die nächste Steckdose noch weit entfernt ist.

Wird Download Booster aktiviert, lädt das S5 Daten gleichzeitig über die WLAN- und 3G/4G-Verbindung. Dadurch sollen große Downloads schneller fertig werden. Je nach Mobilfunkvertrag sollte man diese Funktion lieber nicht aktivieren, da man sonst das Transfervolumen belastet, obwohl man per WLAN online ist.

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Foto: Gregor Gruber

Weiters sind ein Kinder-Modus und Geo News vorinstalliert. Geo News zeigt Unwetter- und Katastrophen-Meldungen nahe dem aktuellen Standort. Im Untermenü Notfallassistent kann „Hilfenachrichten senden“ aktiviert werden. Drückt man drei Mal schnell hintereinander die Standby-Taste werden SMS und MMS mit Fotos der Front- und Hauptkamera, eine Tonaufzeichnung und der Standort als Google Maps Link, zu bis zu vier eingestellten Notfall-Kontakten geschickt.

Neben dem bereits vom S4 bekannten Features wie Smart Stay, Smart Pause und Multi Window gibt es mit Toolbox eine Neuerung. Ist die Toolbox aktiv, wird stets im Vordergrund ein halbstransparenter Kreis eingeblendet. Dieser kann frei am Display verschoben werden. Tippt man darauf, werden bis zu fünf konfigurierbare Shortcuts zu Apps angezeigt.

Kamera

Das S5 hat eine 16-Megapixel-Kamera und kann damit, zumindest von der Pixel-Anzahl, nicht mit Sonys Z1 und Nokias Lumia 1020 mithalten. Die Kamera-App zeigt Shortcuts für die Modi selektiver Fokus und HDR an.

Tippt man auf das Einstellungs-Icon, wird man von 16 Onscreen-Buttons regelrecht erschlagen. Scrollt man nach unten kommen nochmal zehn hinzu. Trotz der vielen Einstellungsmöglichkeiten fehlen Optionen für das Bildformat, sowie Schärfe und Kontrast. Die ISO-Einstellung kann im Auto-Modus nicht manuell geändert werden. Das wäre weniger tragisch, wenn es einen normalen P-Modus geben würde, bei dem das möglich ist.

Kamera-Modi

Neben dem Auto-Modus gibt es die Spezial-Modi „Beauty“, „Shot and More“, „Panorama“, „Virtuelle Tour“ und „Dual Kamera“. Weitere Modi können, ähnlich wie Lenses bei Windows Phone, heruntergeladen werden. Samsung bietet etwa kostenlos „Animiertes Foto“ und „360 Grad Aufnahme“ an.

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Foto: Gregor Gruber

Shot and More beinhaltet Effekte für den Serienbildermodus. Bei Virtuelle Tour geht man herum und macht nach Anweisung des Smartphones Fotos. Das Ergebnis wird als Video abgespielt, bei dem rechts oben eine schematische Karte eingeblendet wird, die den zurückgelegten Weg darstellen soll.

Der selektive Fokus kombiniert zwei Aufnahmen: Eine, bei der auf das nahe Motiv scharfgestellt ist und eines, bei dem der Fokus im Hintergrund liegt. Nach einer kurzen Verarbeitungsphase kann der Fokus auf nah, weit oder so eingestellt werden, dass alles scharf ist. Besonders bei Makro-Aufnahmen bzw. Motiven die nah an der Linse sind, funktioniert das gut. Manche Fotos werden teilweise von der Software zu stark weichgezeichnet. Das verstärkt zwar den Effekt des selektiven Fokus, sieht aber unnatürlich aus.

Der HDR-Modus ist nicht neu, wurde aber verbessert. Im Vergleich zum S4 kann das S5 dunkle Stellen deutlich besser hervorheben. Neu ist, dass auch das Live-Bild in HDR angezeigt wird. Beim S4 sah man das Ergebnis erst nach dem Fotografieren.

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Foto: Screenshot futurezone

Schneller Fokus

Laut Samsung kann das S5 innerhalb von 0,3 Sekunden scharf stellen. In Idealbedingungen fokussiert das S5 tatsächlich sehr schnell, was angenehm ist. Bei schnellen Schwenks, einfärbigen Flächen oder zu wenig Licht, bzw. gedimmten Kunstlicht, braucht der Fokus schon mal eine halbe bis eine Sekunde.

Im Serienbilder-Modus schafft das S5 bei realistischen Bedienungen 30 Fotos in fünf Sekunden. 30 Fotos ist die maximale Anzahl an Aufnahmen im Serienbilder-Modus.

Die mit dem S5 gemachten Fotos sind scharf, die Farben natürlich und der automatische Weißabgleich liegt fast immer richtig. Die Farbabgrenzung und Kanten sind gut. Nachtaufnahmen sind oft etwas verschwommen, hier haben das Sony Z1 und Nokia Lumia 1020 durch Oversampling die Nase vorne. Auch liefert die Konkurrenz schönere Details bei Motiven in der Entfernung. Beim S5 verwischen die Details von Objekten in der Distanz, was aber erst bei der 100-Prozent-Ansicht auf einem Monitor störend auffällt.

Videos können nicht nur in FullHD, sondern auch in der 4K-Auflösung aufgezeichnet werden. Diese Clips sehen weniger flüssig aus als die FullHD-Videos. Zudem können im UHD-Modus nicht HDR und das Aufnehmen von Fotos während des Drehens genützt werden.

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Foto: Gregor Gruber

Leistung

Das S5 ist mit einem Quad Core Snapdragon 801 mit 2,5 GHz ausreichend bestückt. Etwas verwunderlich ist, dass Samsung nur 2 GB RAM verbaut hat. Sonys Z2 nutzt 3 GB, ebenso wie Samsungs Galaxy Note 3. Im Alltagsgebrauch und selbst mit zahlreichen geöffneten Apps scheint sich dies aber nicht negativ auf die Leistung auszuwirken. Das S5 ist flott und ruckelfrei unterwegs – man hat so gut wie nie das Gefühl, dass es an Leistung mangelt.

Die Benchmarks liefern folgende Ergebnisse:
AnTuTu X: 34687
Quadrant Standard: 22472
3D Mark Ice Storm Unlimited: 18340

Das S5 nutzt eine Micro-SIM und Micro-SD Karte (bis 64 GB). Der interne Speicher ist 16 GB groß, wovon ca. 12 GB dem User zur Verfügung stehen. Geladen wird über eine Micro-USB-3.0-Buchse mit einem Micro-USB-2.0-Kabel. Per Infrarot-Blaster und der vorinstallierten Smart Remote App wird das S5 zur Universalfernbedienung.

Der Akku des Galaxy S5 reicht für 1,5 bis zwei Tage. Nutzt man häufig die Kamera im Freien (Display auf voller Helligkeit), sollte man das S5 am Abend anschließen. Bei Inaktivität verbraucht das S5 im Test (WLAN und Bluetooth an) in sieben Stunden zwei Prozent Akkuleistung. Innerhalb von einer Stunde wird der Akku zu 70 Prozent geladen.

Die Tonqualität des Lautsprechers ist in Ordnung, solange man nicht mehr als zwei Drittel der Gesamtlautstärke einstellt. Ab dieser Grenze beginnt der Ton unschön zu scheppern. Die Sprachqualität beim Telefonieren ist gut.

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Foto: Gregor Gruber

Fazit

Das S5 ist ein Best-Of-Smartphone und ein Cocktail aus zahlreichen Zutaten, die getrennt voneinander gut sind, aber in einem Glas vermischt nicht jedermanns Geschmack treffen. Wer bereits Samsungs Touchwiz-Oberfläche und den Feature- und Options-Overkill gewohnt ist, wird auch mit den vielen Einstellungen und Extras des S5 zurecht kommen. Als erstes Android-Gerät bzw. Smartphone wäre es schade ums Geld, da durch die teilweise unübersichtliche Oberfläche Features möglicherweise gar nicht erst entdeckt werden.

Durch den Hype, Gerüchte und hohe Erwartungen vermissen manche vielleicht das Killer-Feature – das Argument, dass das S5 zu einem Must-Have macht. Dadurch übersieht man aber, dass das S5 ein solides Smartphone ist, das so ziemlich alle Bedürfnisse erfüllt.

Der Fingerabdrucksensor ist zwar nicht so bequem wie beim iPhone 5S, funktioniert aber mit etwas Übung durchaus zuverlässig. Es ist eine Zusatzfunktion, die man nutzen kann, aber nicht muss. Dasselbe gilt für den Pulsmesser, den Ultra-Energiespar-Modus und andere Features, die kein Kauf-Argument sind, aber ein nettes Gesamtpaket ergeben.

Die Wasserfestigkeit und das ausgezeichnete Display sind ebenfalls willkommene Verbesserungen. Lediglich die Kamera hätte Samsung noch ein bisschen mehr überarbeiten können, um zu Sonys Z1 und Z2 aufzuholen.

Technische Daten

Modell:
Samsung Galaxy S5 G900F
Betriebssystem:
Android KitKat 4.4.2
Maße und Gewicht:
142 x 72,5 x 8,1 mm, 145 Gramm
Chipsatz, CPU:
Qualcomm MSM8974AC Snapdragon 801 Quad-Core-CPU, 2,5 GHz
GPU:
Adreno 330
RAM:
2 GB
Bildschirm:
1.920 x 1.080 pixels (432 PPI)
Speicher:
16 GB (per microSD um bis zu 64 GB erweiterbar)
Kamera:
16 Megapixel Haupt, 2 Megapixel Front
Akku:
2800 mAh
Sonstiges:
802.11 a/b/g/n/ac VHT80, MIMO, Bluetooth 4.0, Micro-USB 3.0, A-GPS, GLONASS, NFC, Infrarot
Preis:
699 Euro (UVP)

Produktwebseite des Herstellers

(futurezone) Erstellt am 04.04.2014, 06:00

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