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IFA 2014 Samsung Gear S ausprobiert: Smartwatch im XL-Format.

Die neuen Watchfaces nutzen den großen Bildschirm gut aus
Die neuen Watchfaces nutzen den großen Bildschirm gut aus - Foto: Gregor Gruber
Samsungs neue Smartwatch setzt auf ein großes, gebogenes Display und kommt ohne Smartphone aus. Im Hands-On konnte das Vorserienmodell nicht begeistern.

Samsung legt beim Ausbau seines Smartwatch-Portfolios ein ordentliches Tempo vor. Seit der Vorstellung der Galaxy Gear vergangenes Jahr wurden bereits fünf weitere Smartwatches der Gear-Familie vorgestellt. Die Gear S ist der letzte Neuzugang und soll dank 3G-Modem und SIM-Kartenslot erstmals ohne Smartphone auskommen. Die futurezone hat den Display-Riesen auf Tizen-Basis ausprobiert.

Es gibt bislang noch keine Smartwatch, die in puncto Größe einer herkömmlichen Uhr nahe kommt. Die Pebble ist bereits einer der kleinsten Vertreter. Mit der Gear S versucht Samsung gar nicht erst eine kleine Smartwatch zu bauen. Sie ist bislang eine der größten Vertreter dieser Produktkategorie. Das Gehäuse erstreckt sich von einem Handgelenkknöchel zum nächsten, das zwei Zoll große Display nimmt dabei den Großteil der Front ein.

Der Rahmen rund um das Display ist relativ groß. Die Home-Taste unter dem Display ist zwar ausreichend breit, aber nicht sonderlich hoch, wodurch das Betätigen etwas schwer fällt. Auch der schicke, silberfarbene Rahmen rund um das Gehäuse wirkt wie Platzverschwendung.

An Plastik-Armband gefesselt

Enttäuschend: Im Gegensatz zur Gear 2 lässt sich das Armband nicht tauschen. Das verwundert, denn im Band der Gear S finden sich keine wichtigen Komponenten, wie seinerzeit bei der Galaxy Gear. So ist der Benutzer an das mitgelieferte Kunststoff-Armband gefesselt, das aber immerhin einen soliden Eindruck macht.

Der Tragekomfort ist gut und ähnelt dem der Gear 2. Auch hier kommt eine verstellbare Klappschließe zum Befestigen zum Einsatz. Ähnlich wie bei der Gear Fit ist der Super-AMOLED-Bildschirm der Gear S gebogen. Beim Tragen machte sich die Rundung jedoch kaum bemerkbar, lediglich das Anlegen ging etwas leichter von der Hand.

Kein Android Wear

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Foto: Gregor Gruber
Samsung setzt bei der Gear S auf Tizen statt Android Wear. Das macht Sinn, da Samsung immer noch damit beschäftigt ist, den Gear App Store auszubauen. Die 1.000 derzeit verfügbaren Apps sind laut Samsung allesamt mit der Gear S kompatibel, obwohl das Bildverhältnis von 1:1 auf 3:4 geändert wurde. Einige Apps, wie beispielsweise Here Maps, entfalten auf dem großen Bildschirm ihr volles Potential. 

So kann neben der Navigation auch eine Karte angezeigt werden, auf der der Benutzer per Wischen navigiert oder zoomt. Hier gab es jedoch leichte Probleme. Auf dem kleinen Bildschirm berührte man leicht einmal den falschen Knopf beim Wischen. Das dürfte für App-Entwickler eine große Herausforderung werden.

Der Benutzer hat in vielen Apps eine vollwertige Tastatur zur Verfügung. Obwohl die Tasten nahezu winzig erscheinen, ging die Eingabe hier präzise von der Hand. Romane lassen sich damit wohl nicht verfassen, eine kurze Antwort auf eine SMS oder ein Ort für die Navigation sind aber kein Problem.

Bedienung mit Hängern

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Foto: Gregor Gruber
Im Test fielen die langen Ladezeiten der Gear S auf. Das Öffnen von Apps dauerte zeitweise fünf bis zehn Sekunden, auch in Apps und bei der Bedienung der Smartwatch kam es zu Verzögerungen. Möglicherweise handelt es sich hier aber nur um ein Software-Problem des Vorserien-Modells. Tizen selbst lässt sich angenehm bedienen, die Wischgesten sind rasch gelernt und werden gut erkannt. Positiv fielen die neuen Watchfaces auf, die das große Display gut ausnutzen.

Fazit

Samsung entgegnet dem Hype um runde Displays mit gebogenen Bildschirmen. Ob viele Moto-360-Vorbesteller doch noch zur Samsung Gear S greifen werden, darf aber bezweifelt werden. Das Design ist ansprechend, für eine Uhr aber schlicht und ergreifend zu groß. In puncto Funktionalität ist die Gear S vielversprechend, mit guten Apps kann die Smartwatch zum Smartphone-Ersatz werden. Die Gear S soll ab Oktober erhältlich sein, ein Preis ist bislang noch nicht bekannt.

Alle Neuigkeiten und Hintergrundberichte zur IFA in Berlin

Disclaimer:
Redakteure der futurezone berichten vor Ort von der IFA in Berlin. Die Reisekosten wurden von der futurezone GmbH selbst sowie von Samsung, Sony, HB Austria und Philips übernommen.

(futurezone) Erstellt am 07.09.2014, 06:00

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