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Mobile World Congress Samsung stellt Galaxy S7 und S7 Edge vor.

Sowohl das S7 als auch das S7 Edge sollen bereits ab Mitte März im Handel erhältlich sein
Sowohl das S7 als auch das S7 Edge sollen bereits ab Mitte März im Handel erhältlich sein - Foto: Samsung
Neben seinen neuen Flaggschiff-Smartphones zeigte Samsung mit der Gear 360 auch eine 360-Grad-Kamera für Virtual-Reality-Aufnahmen.

Samsung hat am Sonntagabend in Barcelona seine beiden neuen Flaggschiff-Modelle Samsung Galaxy S7 und S7 Edge vorgestellt. Die Vorstellung der beiden neuen Smartphones im Rahmen des Mobile World Congress kam wenig überraschend. In den vergangenen Wochen sickerten zahlreiche technische Daten sowie Fotos der neuen Geräte durch. Doch Samsung konnte trotz der zahlreichen Leaks dennoch eine kleine Überraschung bewahren: Die 360-Grad-Kamera Gear 360.

Dicker, aber mehr Akku

Das Samsung Galaxy S7 ( zum Hands-on ) setzt, wie sein Vorgänger, auf einen 5,1 Zoll großen Super-AMOLED-Bildschirm, der mit 2560 mal 1440 Pixel auflöst. An den Maßen des Smartphones hat sich wenig verändert, es ist aber überraschenderweise etwas dicker geworden und misst nun 7,9 statt 6,8 Millimeter. Damit soll wohl Platz für den größeren Akku geschaffen werden, der nun 3000 statt 2500 mAh speichert. Auch beim Gewicht hat man etwas zugelegt, das S7 wiegt nun 152 statt 138 Gramm (S6).

Das Galaxy S7 Edge ( zum Hands-on ) ist im Vergleich zu seinem Vorgänger deutlich angewachsen, der Bildschirm misst nun 5,5 statt 5,1 Zoll in der Diagonale (Auflösung: 2560 mal 1440 Pixel). Damit ist es nur schwer mit dem S6 Edge vergleichbar. Es bringt 157 Gramm auf die Waage und ist 7,7 Millimeter dick. Im Inneren wurde ein Akku mit 3600 mAh verbaut, der, wie beim S7, auch drahtlos geladen werden kann. Beide Smartphones unterstützen zudem eine Schnellladefunktion.

Rückkehr alter Features

Es hätte eine große Überraschung werden können, dank der Leaks wusste es aber schon jeder: Der Speicher des S7 und S7 Edge kann (wieder) erweitert werden. Nachdem der Vorgänger dem Trend der Branche folgte und auf den microSD-Kartenslot verzichtete, folgte ein großer Aufschrei. Nun werden microSD-Karten mit einer Größe von bis zu 200 Gigabyte unterstützt. Bei einigen Modellen sei es laut Samsung auch möglich, den Slot für die Speicherkarten mit einer zweiten SIM-Karte zu nutzen.

Da der Speicher nun wieder erweitert werden kann, wurde auch die überteuerte 128-Gigabyte-Variante eingespart. Künftig werden sowohl das S7 als auch das S7 Edge nur mehr mit 32 oder 64 Gigabyte an internem Speicher (UFS 2.0) angeboten. Neben dem microSD-Kartenslot feiert ein weiteres beliebtes Feature sein Comeback: Wasser- und Staubdichtheit. Sowohl das S7 als auch das S7 Edge können nun auch unter Wasser sowie unter rauen Wetterbedingungen verwendet werden. Laut Samsung können die beiden Smartphones eine IP68-Zertifizierung vorweisen.

Erstes Smartphone mit Dual-Pixel-Sensor

Die Kamera löst nun nur mehr mit zwölf statt 16 Megapixeln auf, soll dieses Manko aber mit besseren Aufnahmen bei Nacht sowie einem flotteren Autofokus ausgleichen. Dazu wurde eine lichtstarke Linse (f/1.7 statt f/1.9) sowie ein neuer Dual-Pixel-Sensor verbaut. Dabei handelt es sich laut Samsung um die ersten Smartphones, die diese Technologie einsetzen.

Statt einen Teil der vorhandenen Fotodioden für den Autofokus zu verwenden, kommen hier pro Pixel zwei Fotodioden zum Einsatz. Eine davon nimmt dabei Bildinformationen auf, die andere wird zum Scharfstellen des Bildes genutzt. Dadurch soll der Autofokus deutlich schneller funktionieren. Pro Pixel steht zudem nun deutlich mehr Fläche (1,4 statt 1,12 μm) zur Verfügung, weswegen bei Nacht bessere Aufnahmen gelingen sollen.

Qualcomm- und Samsung-Chips

Erstmals seit dem Samsung Galaxy S5 bietet der südkoreanische Konzern wieder zwei Chip-Varianten seines Flaggschiffs an. In den Datenblättern ist von einer Octa- sowie Quad-Core-Variante die Rede. Dabei kann man davon ausgehen, dass es sich beim Quadcore-Modell um Qualcomms Snapdragon 820 (Taktung: zwei Kerne mit 2,15 GHz/zwei Kerne mit 1,6 GHz) handelt. Der Octacore-Chip wird hingegen von Samsung gefertigt - hier dürfte es sich um den Exynos 8 Octa 8890 (Taktung: vier Kerne mit 2,3 GHz/vier Kerne mit 1,6 GHz) handeln, der bereits im 14-nm-Verfahren gefertigt wird.

Samsung spricht davon, dass der Exynos-Chip deutlich schneller als sein Vorgänger sei. Die CPU-Leistung konnte demnach um 30 Prozent gesteigert werden, die GPU sei sogar bis zu 64 Prozent schneller. Wie groß der Unterschied zwischen dem Samsung- und Qualcomm-Chip ausfällt, ist vorerst unklar. Auch welches Modell für welchen Markt vorgesehen ist, wurde nicht bekannt gegeben. Beim Samsung Galaxy S5 wurde hierzulande lediglich die Qualcomm-Variante verkauft, das Modell mit dem Exynos-Chip war lediglich in einigen wenigen Märkten verfügbar.

Um die Temperatur der Smartphone-Chips niedrig zu halten, setzt man, ähnlich wie beim Lumia 950 XL, auf Flüssigkühlung. Dazu wurde auf der Rückseite ein Heatspreader verbaut, der die Wärme gleichmäßig abgeben soll.

Smartphones für Gamer

Samsung betont zudem, dass das S7 und das S7 Edge die ersten Smartphones seien, die die neue Grafikschnittstelle Vulkan unterstützen. Der OpenGL-Nachfolger wurde erst am Dienstag in der Version 1.0 offiziell veröffentlicht. Im Gegensatz zu Microsofts proprietärer Schnittstelle Direct3D unterstützt Vulkan neben Windows auch Android, Linux - OS X und iOS bleiben vorerst außen vor, obwohl Apple dem Konsortium hinter Vulkan angehört. Laut Samsung soll durch Vulkan die CPU-Last auf ein Fünftel reduziert werden. Dazu müssen die Entwickler allerdings die API in ihre Spiele integrieren.

Die zusätzliche Leistung soll unter anderem für Spiele genutzt werden. Hierfür hat Samsung einen eigenen “Game Launcher” entwickelt, der installierte Spiele erkennt und in einem Ordner sammelt. Der Benutzer kann zudem einen Energiesparmodus für Spiele aktivieren. Dabei wird die Bildrate auf 30 fps beschränkt, sodass der Chip nicht zu intensiv beansprucht wird. Des Weiteren gibt es eine Reihe von Funktionen, unter anderem zur Aufnahme des Bildschirminhaltes für “Let’s Play”-Videos oder um die Soft Keys während dem Spiel zu sperren.

Preis und Verfügbarkeit

Die beiden Smartphones sollen ab dem 11. März erhältlich sein, die Vorbestellung soll in den nächsten Tagen möglich sein. Als Bonus erhalten Kunden in den USA und Europa für die Vorbestellung eine Gear VR kostenlos dazu. Angaben zum Preis und zur Verfügbarkeit in einzelnen Märkten wie Österreich, Deutschland oder der Schweiz wurden nicht gemacht. Die Preise dürften sich aber, zumindest laut bekannten Experten wie Evan “evleaks” Blass, auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr befinden. Das Samsung Galaxy S6 wurde ab 699 Euro angeboten, das S6 Edge war ab 799 Euro erhältlich.

Eine Kamera für 360-Grad-Videos

Die wohl einzige Überraschung: Die Gear 360. Optisch mag sie an eine Webcam aus den Neunzigerjahren erinnern, doch in ihr befinden sich zwei gegenüberliegende Fischaugenlinsen (f/2.0), die jeweils 195-Grad-Aufnahmen machen können. Die beiden 15-Megapixel-Aufnahmen können zu 360-Grad-Fotos und -Videos zusammengesetzt werden. Die Gear 360 ist wohl das Ergebnis des 2014 angekündigten „Project Beyond“, einer wuchtigen 360-Grad-Kamera für Virtual-Reality-Aufnahmen.

Wer eine Aufnahme mit der tragbaren Kamera macht, kann diese sofort am Smartphone oder einer Virtual-Reality-Brille wie der Gear VR ansehen sowie auf Facebook, YouTube oder Google Street View teilen. Dazu müssen die beiden Rohaufnahmen allerdings mithilfe der App zusammengesetzt werden. Die Gear 360 ist vorerst nur mit “ausgewählten Samsung-Smartphones” kompatibel, unter anderem dem S7, S7 Edge, S6 Edge plus, Note 5, S6 Edge und S6. Es sei allerdings auch möglich, dass die Kamera später auch mit anderen Geräten kompatibel gemacht werde. Die Kamera soll ab dem zweiten Quartal in ausgewählten Märkten verfügbar sein. Ein Preis wurde nicht genannt. Im Lieferumfang ist ein Standfuß enthalten, die Kamera ist zudem mit gängigem Fotozubehör kompatibel.

 

Weitere News, Hands-ons und Berichte zum Mobile World Congress 2016 gibt es hier.

Disclaimer: Redakteure der futurezone berichten vor Ort von dem Mobile World Congress in Barcelona. Die Reisekosten werden von der futurezone GmbH selbst sowie von Huawei, Samsung und T-Mobile übernommen.

(futurezone) Erstellt am 21.02.2016, 19:00

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