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IFA 2015 Smartwatch mit Dreh: Samsung Gear S2 im Hands-on.

Gear S2 in Grau, Silber und Gear S2 Classic
Gear S2 in Grau, Silber und Gear S2 Classic - Foto: Gregor Gruber
Ein rundes Display, ein drehbarer Ring zur Bedienung und das hauseigene Betriebssystem Tizen sind die Zutaten für Samsungs neue Smartwatch. Die futurezone hat sie ausprobiert.

Kurz vor der IFA in Berlin hat Samsung den Vorhang um seine neuen Smartwatches gelüftet. Die Gear S2 kommt in mehreren Varianten: Die modern aussehende S2 gibt es als WLAN- und 3G-Version, die eine programmierbare eSIM eingebaut hat. Die Gear S2 Classic wird es voraussichtlich nur als WLAN-Version geben. Die Classic imitiert das Aussehen einer klassischen Analoguhr und ist mit handelsüblichen Uhrenarmbändern kompatibel.

Beide Modelle setzen auf ein neues Bedienkonzept, das auf einem drehbaren Ring um den Bildschirm basiert. Beim Betriebssystem setzt man auf Tizen, das Samsung selbst entwickelt. Die futurezone hat sich die neue Uhr in der eSIM-losen Version um das Handgelenk gelegt.

Die Gear S2 ist Samsungs erste runde Smartwatch und macht optisch einiges her. Die normale Gear S2 ist in Silber und Dunkelgrau verfügbar. Sie hat ein modernes, sportliches Design mit proprietären Uhrenarmbändern. Das Design ist minimalistisch, unauffällig und strahlt dennoch eine schlichte Eleganz aus. Am Handgelenk trägt sich die S2 angenehmer als fast alle anderen Smartwatches am Markt, inklusive der neuen Moto 360 S. Sie wirkt weit nicht so klobig und fällt am Arm nicht stärker auf als eine gewöhnliche Uhr. Die Verarbeitung bietet keinen Grund für Kritik, die Kanten sind sauber abgerundet und alles ist schön abgeschlossen. Der Ring hat Rasten, ist also nicht freidrehend. So hat man beim Drehen auch ein haptisches Feedback. Der Ring lässt sich leicht drehen, ohne zu lose zu wirken.

Classic

Die Classic-Version ist ebenfalls gut verarbeitet, das schwarz-glänzende Gehäuse wirkt aber optisch nicht ganz so edel wie das der grauen S2. Im Vergleich zu konventionellen Uhren ist sie zwar immer noch ein Stück größer, das fällt allerdings kaum auf. Bei dem Vorseriengerät im Hands-on war der Ring der Classic etwas schwerer zu drehen, aber noch lange nicht so, dass es unangenehm gewesen wäre.

Die Die Super-Amoled-Displays der beiden Uhren machen am Messestand einen guten Eindruck. Die Farbdarstellung und auch die Kontraste gingen in Ordnung. Die Lesbarkeit des Displays bei Sonnenlicht konnte nicht überprüft werden.

Samsung Gear S2
Foto: Thomas Prenner

Die Bedienung

Wie eingangs erwähnt, basiert das Bedienkonzept der Gear S2 auf den Ring rund um das Display. Samsung erklärt das Konzept so, dass der Touchscreen bei Uhren zu klein ist, um ihn immer auf Konventionelle Art und Weise vernünftig zu bedienen. Mit dem Ring kann man sich nun durch Drehen durch Menüs navigieren und Apps bedienen. Innerhalb der Maps-App kann man etwa über den Ring den Kartenausschnitt vergrößern bzw. verkleinern. Der Ring ersetzt also das Streichen auf dem Touchscreen.

Beim ersten Kurztest scheint das Bedienkonzept aufzugehen. Man gewöhnt sich bereits nach wenigen Sekunden daran, dass man sich per Drehung des Rings durch die Menüs navigiert. Will man einen Menüpunkt auswählen, muss man übrigens einfach auf das Display tippen. Das ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig: Da man mit dem Ring Apps und Optionen auswählen kann, will man instinktiv eine Taste zum Auswählen drücken, anstatt aufs Display zu tippen.

Neben dem drehbaren Ring gibt es auf den Uhren noch zwei Knöpfe: einen Home-Button und einen Zurück-Button. Auch diese fügen sich schön in die Bedienung der Uhr ein, besonders der Back-Button ist eine willkommene Ergänzung, die man bereits nach kurzer Zeit zu schätzen weiß.

Software und Funktionen

Als Betriebssystem nutzt Samsung das hauseigene Tizen und ist darum darauf angewiesen, dass andere Apps und Dienste das Betriebssytem unterstützen. Im Rahmen der Präsentation gab es einige Applikationen, die das bereits taten, darunter etwa Yelp, Nike+, ESPN und andere. Darüber hinaus hat Samsung der Uhr von Haus aus einige Features spendiert, wie etwa Pulsmesser oder Tracking des Kaffee- und Wasserkonsums. Ähnlich wie bei der Appe Watch fordert die S2 den User zu Bewegung auf, wenn er eine Stunde inaktiv ist.

Die Bedienung unterscheidet sich zwar etwas von anderen Systemen wie Android Wear, ist aber sehr intuitiv. Zudem war das Wechseln zwischen Apps, Scrollen, Wischen und Drehen schon beim ausprobierten Serienmodell sehr flott. Lediglich das Zoomen in der Map-App hätte etwas flotter sein können.

Samsung Gear S2
Foto: Thomas Prenner

Standardmäßig ist es mit der Gear S2 unter anderem möglich, Benachrichtigungen vom Handy auf der Uhr anzuzeigen oder Musik abzuspielen. Außerdem ist WLAN integriert, sodass die Uhr auch ohne Handy auf Web-Inhalte zugreifen kann.

Kompatibel ist die Gear S2 mit Android-Smartphones ab der Android Version 4.4, die mindestens 1,5 GB RAM haben.

Erstes Fazit

Samsung hat mit der Gear S2 eine Smartwatch abgeliefert, die in Sachen Design die Konkurrenz hinter sich lässt. Das minimalistische Äußere könnte viele Anwender von Smartwatches überzeugen, die derzeit von diesen Geräten noch nicht so überzeugt sind.

Die Bedienung über den Ring ist einerseits intuitiv und andererseits praktisch. Gewöhnt man sich erstmal daran, weiß man es vermutlich zu schätzen, nicht zwangsweise alles über den Touchscreen steuern zu müssen. Fraglich ist, wie viele Entwickler Apps für die Gear S2 machen werden - schließlich gibt es doch deutlich mehr Smartwatches mit Android Wear als mit Tizen.

Die S2 und S2 Classic sollen ab Oktober erhältlich sein. Die Preise sind noch nicht finalisiert, sollen aber zwischen 349 und 399 Euro liegen. Die eSim-Version ist möglicherweise noch etwas teurer.

(futurezone) Erstellt am 04.09.2015, 01:25

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