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Notebook Toshiba Kira Ultrabook im Test: Teure Leistungsstärke.

Toshiba Kira Ultrabook
Toshiba Kira Ultrabook - Foto: Gregor Gruber
Kira, das Highlight der Toshiba Ultrabooks soll vor allem durch Design und Leistung überzeugen. Ob dem so ist, hat sich die futurezone angesehen.

Das Ultrabook Kira wird von Toshiba als "digitales Kunstwerk" abgefeiert und verspricht eine lange Akkulaufzeit sowie ein hochauflösendes Touch-Display. Daneben verfügt das Kira über die gängige Ausstattung - von HDMI und USB 3.0 über Dualband-WLAN und integrierter Webcam bis SSD-Harddrive und einem Intel i7-Prozessor der Haswell-Generation. Dem gegenüber steht eine unverbindliche Preisempfehlung von 1.649 Euro, die deutlich höher ist als von anderen Ultrabooks.

Die futurezone hatte die Möglichkeit zu testen, ob das Vorzeige-Ultrabook aus dem Hause Toshiba seinen hohen Preis rechtfertigen kann.

Äußerlichkeiten

Auf den ersten Blick wirkt das gebürstete Magnesiumgehäuse des Toshiba Kira elegant, stilsicher und ansprechend. Nimmt man es in die Hand, stellt sich allerdings schnell Enttäuschung ein. Denn der vielversprechende Metallic-Look fühlt sich minderwertig an und erinnert mehr an eine billige Plastikhülle als an ein "robustes Magnesiumgehäuse", wie es Toshiba nennt.

Beim Hochheben mit einer Hand knarrt das Kira zwar nicht, verbiegt sich aber ganz leicht. Vor allem die Rückseite des Displays und die Unterseite des Gehäuses geben bereits bei wenig Druck relativ stark nach, was ein ungutes Gefühl hinterlässt.

Ebenso gibt es bei genauerem Hinsehen und zugegeben auch etwas Pingeligkeit einiges am Erscheinungsbild des Ultrabooks zu kritisieren. Etwa der verchromte Ring, der das Touchpad umrahmt. Wahrscheinlich soll er nobel wirken, passt jedoch nicht zum sonst durchgängig matten Äußeren. Ebenso wird im zugeklappten Zustand an der Stelle, wo Bildschirm und das untere Gehäuse aufeinandertreffen ein schwarzer Ring sichtbar, der das Design des Kira bricht und nicht stimmig wirkt. Auch die drei Logo-Sticker rechts neben dem Touchpad sind unnötig und wirken billig.

Zugegeben ist die Kritik am Design etwas kleinlich und vielleicht überzogen. Doch bei einem Gerät in dieser Preisklasse kann man schon mal übergenau sein. Wie immer, liegt die Schönheit im Auge des Betrachters, der gerade beim Design völlig anderer Meinung sein mag.

Maße und Anschlüsse

Mit Abmessungen von 31,6 cm Breite, 20,7 cm Tiefe und 0,9 cm Höhe auf der Vorderseite beziehungsweise 1,9 cm auf der Rückseite und bei einem Gewicht von 1,35 kg zählt das Kira zu den kleinsten, dünnsten und leichtesten Ultrabooks.

Mit drei USB 3.0 Anschlüssen, einem SD-Kartenleser, einem 3,5 mm Kopfhörer/Mikrofon-Kombo-Anschluss, einer integrierten Webcam, sowie einem HDMI-Ausgang, der auch UHD unterstützt, ist das Kira recht gut ausgestattet. Einen Ethernet-Port sucht man allerdings vergebens.

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Mit Anschlüssen ist das Kira gut ausgestattet - Foto: Gregor Gruber

Innenleben

Nimmt man das Kira in Betrieb, offenbaren sich schnell die Stärken des Ultrabooks. Unter der Haube befindet sich ein Intel Core i7-4500U Prozessor der neuesten Generation mit einer Taktfrequenz von 1.80 GHz. Der Arbeitsspeicher beträgt 8 GB, was auch schon die maximale Speicherausstattung ist. Lokal gespeichert wird auf eine 256 GB SSD-Festplatte.

Sucht man nach einer Schwachstelle, findet man sie am ehesten im integrierten Grafikprozessor Intel HD Graphics 4400. Für alltägliche Business-Anwendungen reicht der Grafikprozessor aber allemal und Gamer oder Anwender, die hauptsächlich grafikintensive Programme nutzen, gehören ohnehin nicht zur Zielgruppe des Kira.

Verschiedene Browser mit richtig vielen offenen Tabs, ein wenig Grafikbearbeitung und Videoschnitt - Im Alltagseinsatz hatte das Kira mit keinem der getesteten Programme Schwierigkeiten. Alles funktionierte nahtlos und ohne längere Wartezeiten.

Display

Der 13,3-Zoll-Bildschirm mit einer Auflösung von 2.560x1.440 Pixel kommt auf eine Pixeldichte von 221 PPI. Bis auf eine recht starke Spiegelung gibt es an der PixelPure getauften Screentechnologie kaum etwas auszusetzen. Die Farben werden gestochen scharf, klar und nicht übersättigt dargestellt. Vor allem bei Bewegtbilder in HD kann das Display seine Stärken ausspielen. Wer einen zweiten Monitor anschließt, muss sich mit einer maximalen Auflösung von 1.920x1.200 Pixel zufrieden geben.

Mit diesen Werten löst das Kira zwar etwas weniger dicht auf als das Fujitsu U904, das Lenovo Yoga 2 Pro oder das Samsungs Ativ Book 9 Plus, gehört aber immer noch zum Spitzenfeld und ist am ehesten mit dem Retina Display des MacBook Pro zu vergleichen.

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Über das Design des Kira gibt es unterschiedliche Auffassungen - Foto: Gregor Gruber

Software

Das Toshiba Kira kommt mit der 64-bit Version von Windows 8.1 Pro. Leider gibt es immer noch eine ganze Reihe von Software und Anwendungen, die mit der hohen Auflösung nicht zurecht kommt. Allen voran Googles Browser Chrome, der sich - ohne manueller vorgenommener Einstellungen - aufbläst und dadurch verpixelt und ausgefranst dargestellt wird.

Vom Toshiba Desktop Assistenten über das Toshiba Smart View Utility bis zum Toshiba Media Player by sMedio TrueLink+ und dem McAfee LiveSafe - bei Bloatware wäre ein bisschen weniger mehr. Das einzig wirklich Interessante, das die vorinstallierte Software zu bieten hat, ist das kostenlose Garantie-Upgrade auf zwei jähriges "Pick-up & Return Service".

Eingabeelemente

Die 86 Tasten der beleuchteten Tastatur fallen zwar etwas klein aus, können aber immer noch schnell und intuitiv bedient werden. Am Druckpunkt oder an der Lautstärke beim Tippen gibt es kaum etwas auszusetzen. Im Großen und Ganzen ist die Tastatur recht hochwertig und eignet sich auch für Vielschreiber.

Obwohl sie nicht an die Qualität des Touchpads auf MacBooks herankommt, bietet die multitouchfähige Eingabefläche einen brauchbaren und alltagstauglichen Maus-Ersatz. Multitouch-Gesten wie Scrollen mit zwei Fingern oder die bekannte Zoom-Geste funktionieren einwandfrei.

Der touchfähige Screen lässt sich gut per Fingertipp bedienen. Wenn man drauftippt gibt der Bildschirm zwar nach, hält aber den eingestellten Winkel. Leider lässt sich das Display nicht komplett umklappen, wodurch die Touchfähigkeit zu einem netten Zusatzfeature verkommt. So kann der Touchscreen zwar die Navigation zumindest zum Teil ersetzen, aber bei der ersten Tastatureingabe wird man wieder auf die haptischen Tasten zurückgreifen.  

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Das Kira wiegt nur 1,35 kg - Foto: Gregor Gruber

Lautstärke und Akku

In der Produktbeschreibung ist von "eingebauten Harman Kardon Stereo Lautsprechern, verbessert durch DTS Studio Sound" zu lesen, was die Erwartung an den Onboard-Sound in die Höhe treibt. Die beiden renommierten Labels können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Audiowiedergabe ähnlich schlecht ist, wie auch bei den meisten anderen Ultrabooks. Auch wenn es aufgrund der dünnen Bauweise wenig verwundert, ist der Bassbereich nahezu nicht vorhanden. Für kurze Videos, Videotelefonie oder Gesprochenes sind die Lautsprecher aber bestens geeignet.

Laut ist beim Kira vor allem der Lüfter, dessen Lüftungsschlitze sich auf der Unterseite des Ultrabooks befinden. Unter Vollast ist das Betriebsgeräusch des Lüfters, das einen hochfrequenten Ton erzeugt, sehr deutlich zu hören. Auch wenn die Leistungsgrenzen nicht ausgereizt werden, wird der Lüfter ab und an richtig laut.

Am stärksten erhitzt sich das Kira auf der Unterseite im Bereich des Lüfters und auf der Oberseite in der Nähe der Einschalttaste. Dort wo man die Handballen zum Schreiben auflegt, erhitzt sich das Gehäuse kaum.

Im Test hat der Akku beinahe einen ganzen Arbeitstag durchgehalten. Nach nicht ganz sieben Stunden bei eingeschaltetem WLAN, hauptsächlich Browser- und Textverarbeitungsanwendungen sowie zwischendurch einem einstündigen HD-Video war der Ladezustand des Akkus bei acht Prozent.

Fazit

Das Kira ist ein braves, aber kräftiges Ultrabook, das seinen herausragenden Preis von 1649 Euro (UVP) durch das Fehlen eines außerordentlichen Killerfeatures nur zum Teil rechtfertigen kann.

Was Leistungsstärke, Akku, Ausstattung, Eingabeelemente und Display betreffen, gibt es am Toshiba Kira kaum etwas auszusetzen. Hier versucht es seinen hohen Preis zu verteidigen und spielt durchaus in der Spitzenliga mit.

Wer aber so viel Geld für ein Ultrabook ausgibt, möchte auch in Sachen Verarbeitung und Design etwas Besonderes in den Händen halten.

Technische Daten

Modell:
Toshiba Kira-101
Maße und Gewicht:
316 x 207 x 9,5 (Vorderseite); 19.8 (Rückseite) (ohne Gummifüße) mm; 1,35 kg
CPU:
Intel Core i7-4500U (1,80 GHz, 4 MB)
GPU:
Intel HD 4400
RAM:
8 GB DDR3L RAM 1.600 MHz; max. Speicherausstattung 8 GB
Bildschirm:
13,3 Zoll (33,8 cm);  Toshiba PixelPure, Touch-Display mit 2560x1440 Pixel, 221 PPI  
Speicher:
256 GB SSD
Akku:
Lithium-Ion Polymer, 4 Zellen; Laufzeit bis zu 9 Stunden (Herstellerangabe)
Sonstiges:
1 HDMI, 3 USB 3.0, SD-Kartenleser, 1 Kopfhörerausgang / Mikro-Kombination, Bluetooth 4.0 + LE, WLAN  802.11ac + a/b/g/n
Preis:
1.649 Euro (UVP); bei Geizhals.at gesehen ab 1.499 Euro
Link:
Technische Daten auf der Website des Herstellers

(futurezone) Erstellt am 17.08.2014, 06:00

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