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Notebook-Test Toshiba Radius 12: Das bessere MacBook - am Papier.

Toshiba Satellite Radius 12
Toshiba Satellite Radius 12 - Foto: Gregor Gruber
Kompakt, Metallgehäuse, ein um 360 Grad kippbarer UHD-Touchscreen, i7, 8 GB RAM und 256 GB SSD: Der Datenblatt-Weltmeister Toshiba Satellite Radius 12 im Test.

Apple brachte und das MacBook Pro mit 13 Zoll, Intel die Ultrabooks. Seitdem ist er ständig da (zumindest bei mir): Der Wunsch nach einem kompakten, leichten Notebook, mit hochwertigem Gehäuse, ausreichend Anschlüssen und viel Leistungsreserven – falls man doch mal UHD-Videos schneiden oder ein paar Games spielen will.

Das Toshiba Satellite Radius 12 scheint all diese Anforderungen zu erfüllen – zumindest auf dem Papier. Im Test machten sich viele Kleinigkeiten bemerkbar, die die Freude an einem Notebook, das einen UVP von 1799 Euro hat, trüben.

Design

Das Radius 12 hat zwar ein Aluminium-Gehäuse, das graue Plastik rund um das Scharnier ist aber kein schöner Anblick. Es sieht nicht hochwertig aus. Zudem sind, besonders bei der Display-Einheit, relativ große Spaltmaße zu erkennen.

Im Bereich des Plastiks gibt das Gehäuse stark nach. Rund um die Tastatur ist das Aluminium-Gehäuse etwas weniger flexibel, gibt aber immer noch sicht- und spürbar nach. Auch das Display lässt sich sehr leicht biegen. Da es ein Touchscreen ist und dafür gedacht ist, um 360 Grad geklappt zu werden, wird man relativ oft das Display berühren. Die Biegefreudigkeit und die großen Spaltmaße lassen dabei an der Langlebigkeit des Radius 12 zweifeln.

360-Grad-Scharnier

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Foto: Gregor Gruber
Das Klappen des Displays um 360 Grad ist optisch gut gelöst. Man sieht dem Radius 12 diese Fähigkeit nicht an, das Klappsystem wirkt simpel, durchdacht und einigermaßen robust.

Für mich ein No-Go: Das Display wackelt stark, egal ob es in der Notebook-Position ist oder nach hinten gekippt und die Tastatur als Standfuß verwendet wird. Selbst bei leichten Berührungen zuckt das Display über vier Sekunden merkbar nach. Ein Arbeiten im Zug oder Flugzeug dürfte aufgrund der ständigen Vibrationen dadurch zur Nervenprobe werden.

UHD-Display

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Foto: Gregor Gruber
Das Display wackelt zwar, kann aber mit seiner Darstellungsqualität überzeugen. Der 12,5-Zoll-Bildschirm hat die UHD-Auflösung von 3840 x 2160 Pixel. Das Display ist ausreichend hell, um Spiegelungen in gut beleuchteten Innenräumen auszugleichen. Auch bei direktem Sonnenlicht kann man noch einigermaßen arbeiten. Die niedrigste Helligkeitsstufe hätte ruhig noch etwas dunkler ausfallen können, damit man sich bei Keynotes und Videopräsentationen nicht selbst illuminiert.

Das Display ist farbkräftig, kontrastreich und leuchtend, was vor allem Fotografen und videoschneidente User freuen dürfte. Für diese gibt es die Display-Profile Rec. 709 und Adobe RGB. Als Standard-Profil ist Technicolor gewählt. Die Technicolor-Zertifizierung ist für den Entertainment-Bereich gedacht, funktioniert bei alltäglichem Surfen und Arbeiten aber genauso wie beim Filmeschauen und Serien-Streaming.

Tastatur

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Foto: Gregor Gruber
Aufgrund des 12,5-Zoll-Displays und der damit kompakten Abmessungen des Notebooks, ist für die Tastatur weniger Platz. Die Buchstaben-Tasten sind schmäler als üblich. In der unteren Reihe sind einige Tasten kleiner, wie die Alt-, Fn- und Leertaste.

Auch die linke Tastenspalte ist schmäler als gewohnt, weshalb Shift, Caps Lock und Tab gestaucht sind. Die Größe der Tasten ist nicht das Problem, aber durch die geringere Breite rücken die Buchstaben weiter nach links, als dies bei anderen Notebooks üblich ist. Das ist anfangs gewöhnungsbedürftig. Im Test habe ich mit der linken Hand anfangs öfters zu weit rechts angeschlagen und mehrmals die S- statt die A-Taste erwischt.

Hat man sich nach ein paar Stunden daran gewöhnt, schreibt es sich ganz gut. Die Tasten sind zwar flach, haben aber einen angenehmen Druckpunkt. Nur der Reset mancher Tasten fühlt sich ein bisschen klebrig an, was beim schnellen Tippen aber nicht auffällt. Die Tasten sind beleuchtet und angenehm leise.

Touchpad

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Foto: Gregor Gruber
Das Touchpad ist leicht nach links versetzt und nicht zentriert im Notebook-Gehäuse positioniert. Je nachdem wie schnell und energisch man tippt, kann es vorkommen, dass deshalb der linke Handballen unbeabsichtigt das Touchpad berührt und deshalb der Cursor springt. Bei mir war das im Test kein Problem, einen Kollegen ist dies beim Tipp-Test hingegen mehrmals passiert.

Die Größe des Touchpads ist gut, aber es ist nicht gleichmäßig genug. Zu den Rändern hin ist es rauer. Zudem wirkt es so, als wäre es in der Mitte flach und an den Rändern hin leicht höher. Diese beiden Faktoren zusammen sorgen dafür, dass man sehr dankbar ist, Eingaben auch per Touchscreen erledigen zu können.

Ausstattung und Akku

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Foto: Gregor Gruber
Trotz der kompakten Maße hat Toshiba beim Radius 12 auf eine vernünftige Anzahl an Anschlüssen geachtet. Es gibt zwei USB-3.0-Anschlüsse, einen USB-C-Anschluss, HDMI-Anschluss und einen SD-Reader. Geladen wird über einen eigenen Anschluss, der USB-C-Port dient derzeit hauptsächlich zur Datenübertragung von und zu anderen USB-C-Geräten.

Der Nachteil des gelungenen UHD-Displays: Der Akkus ist nach vier bis fünf Stunden Normalgebrauch leer. Bei einem so teuren Gerät, das in die Kategorie Ultrabook fällt, erwartet man mehr. Selbst bei Microsofts Surface Pro 4 sind um die sieben Stunden möglich, bei aktuellen Ultrabooks sind es üblicherweise über acht Stunden.

Leistung

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Foto: Gregor Gruber
Die Intel i7-6500U CPU der sechsten Generation und 8 GB RAM sorgen für gute Werte in den Benchmarks. Im Alltagsgebrauch merkt man davon nicht allzu viel. Das Radius 12 ist zwar nicht langsam, aber auch nicht ganz so flott, wie man es aufgrund der Spezifikationen vermuten würde. Das liegt möglicherweise an der integrierten Intel 520 Grafik, die mit dem Bespielen des UHD-Displays zusätzlich gefordert ist.

Schon bei geringer Belastung macht sich der Lüfter mit einem hochfrequentem Geräusch bemerkbar. Dies deutet darauf hin, dass der Prozessor bei längerer Belastung den Takt zurückschraubt, um nicht zu heiß zu laufen. Das könnte die nicht durchgängig hohe Leistung des Radius 12 erklären.

Immerhin die Boot-Zeit ist konstant schnell, wenn sich nicht gerade ein Windows-Update einmischt: Zwischen Drücken der Power-Taste und automatischem Login in Windows 10 vergehen gerade mal neun Sekunden.

Nervig ist, wie immer, die üblich vorinstalliert Bloatware: McAfee, Spotify, Links zu eBay und Booking.com, Amazon 1Button App, Candy Crush Soda Saga, Cyberlink Power Media Player, Dropbox, Kindle, Netflix, Skype, Tripadvisor, Twitter und über zehn Toshiba-eigene Programme und Funktionen.

Fazit

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Foto: Gregor Gruber
Das Toshiba Satellite Radius 12 wirkt ein bisschen wie ein Schweizer Taschenmesser: Theoretisch kann er alles, praktisch aber nichts davon sehr gut. Das UHD-Display ist zwar ausgezeichnet, dafür reduziert es aber die Akkulaufzeit auf, für heutige Verhältnisse, fast inakzeptable fünf Stunden.

Mit 1,3 Kilogramm und dem 12,5-Zoll-Display ist das Radius 12 zwar kompakt, dafür ist die Verarbeitung aber nicht eines 1800 Euro teuren Geräts würdig. Die Komponenten klingen zwar auf dem Datenblatt nach massig Leistung, in der Praxis bremsen aber die On-Board-Grafik und Hitzeentwicklung des Radius 12 etwas aus.

Aufgrund der geringen Akkulaufzeit fällt es schwer ein Notebook, das aufgrund des Gewichts und der Displaygröße offensichtlich für den mobilen Einsatz gedacht ist, zu empfehlen. Wer Fotos unterwegs in der Nähe von Steckdosen (und mit einer Maus) bearbeiten will, könnte dennoch Gefallen am Radius 12 finden.

 

Technische Daten auf der Website des Herstellers

Disclaimer: Das Testgerät wurde für einen begrenzten Zeitraum von Toshiba zur Verfügung gestellt.

(futurezone) Erstellt am 11.03.2016, 06:00

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