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Waagschale Was das neue iPhone können wird .

Foto: ap
Es wird dünner, aber größer. Es kommt im September oder vielleicht doch erst im Oktober. Möglichweise wird es zwei Ausführungen geben. In den vergangenen Wochen haben – wohl wegen des Sommerlochs – neue Gerüchte rund um die kommende Version des Kult-Handys die Runde gemacht. Die futurezone hat die Behauptungen analysiert und lädt Leser dazu ein, über die Wahrscheinlichkeit der einzelnen Features abzustimmen.

Die Apple-Welt ist seit Monaten aus der Bahn. Wurde bislang jedes Frühjahr ein neues Mobiltelefon angekündigt, blieb die Präsentation eines neuen Modells diesmal aus. Seitdem rätseln Branchen-Insider Seite an Seite mit Apple-Fans, wann die nächste Ausgabe des Kulthandys erscheinen wird und was man erwarten darf. Im Wochentakt melden sich Analysten, Lieferanten oder Werksarbeiter mit brandheißen Insights. Die futurezone hat alle bis dato aufgetauchten Gerüchte gesammelt und analysiert. Futurezone-Leser können per Abstimmung ihre Einschätzung einfließen lassen.

Das Design
Das iPhone 4 misst 9 Millimeter. Samsung hat mit dem Galaxy SII, das 8,4 Millimeter dünn ist, vorgelegt. Da Apple intensiv mit neuen Materialien und Fertigungstechniken experimentiert, darf mit einem schlankeren Modell gerechnet werden. Schutzhüllen, die von Zubehör-Herstellern produziert werden, sind erst kürzlich aufgetaucht. Sie lassen auf ein dünneres, wenn auch etwas breiteres und längeres iPhone schließen.

Die außen liegende Antenne brachte das iPhone 4 in die Schlagzeilen: Wenn eine gewisse Stelle berührt wird, fällt der Empfang drastisch ab. Ein weiteres Problem betrifft die Glashülle. Immer wieder gibt es Berichte, dass sie springt. Dass ein neues iPhone daher einen anderen Design-Weg einschlägt, ist wahrscheinlich. Neue Bilder, die im Web kursieren, lassen auf ein „runderes“ Design schließen, das zwischen iPhone 3GS und 4 liegt. Kombiniert mit den neuen Abmessungen weckt dies Assoziationen mit einem iPod Touch. Bestärkt werden die Redesign-Gerüchte durch Berichte diverser Zulieferer, die klagen, dass das neue Modell besonders schwierig zu produzieren sei. Als mögliche Option gilt etwa leichtes, aber robustes Carbon, das Samsung bereits einsetzt oder ein Aluminium-Gehäuse im MacBook-Stil.

Hardware: Vom Prozessor, über Kamera bis zum Akku
Andere Hersteller arbeiten bereits mit Dual-Cores, Quad-Cores sind im Kommen. Die konservative, aber sichere Apple-Variante wäre der Einsatz des A5-Chips, der im iPad 2 verbaut ist. Hier hat man Erfahrungswerte und Entwickler würden sich freuen, da die Geräte wieder gleichauf wären. Ein Mysterium ist, wer den Chip herstellt. Apple befindet sich mit Samsung im Patentkrieg, weshalb der taiwanesische Konzern TSMC zum Zug kommen könnte. Es ist jedoch auch ein radikalerer Weg möglich. Da Apple 2009 PA Semi und 2010 Intrinsity gekauft hat, könnte das Wissen der beiden Chip-Hersteller in einem gänzlich neuen Prozessor, dem A6, münden. Damit könnte sich Apple von Konkurrenzmodellen bei Leistung und Energieverbrauch deutlicher abheben.

Zwar bedeuten mehr Pixel nicht automatisch bessere Bilder, eine Optimierung der Kamera ist aber überfällig. Ob es 8 Megapixel werden oder bei ISO und Rauschunterdrückung geschraubt werden, bleibt abzuwarten. Eine Ausführung für stereoskopische Fotografie wie beim LG Optimus 3D ist hingegen unwahrscheinlich, da dies weiterhin ein Randthema ist. Was noch am Zettel steht: Eine leistungsstärkere Front-Cam (derzeit 1MP) – schon alleine um Facetime zu pushen.

Das neue iPhone wird ohne Zweifel längeren Betrieb gewährleisten. Ob dies nun mit einem größeren oder leistungsstärkeren Akku oder aber durch effizientere Chips und einen Strom-sparenden Bildschirm passiert, wird sich weisen. Wahrscheinlich ist eine Kombination aus beidem.

Mehr Diagonale und Auflösung
Das Retina-Display zählt zusammen mit Samsungs Galaxy-SII-Display zum besten, was derzeit in punkto Bildschirmqualität geboten wird. Dass am iPhone 5 weiter geschraubt wird, ist zweifelhaft. Ein Mehr an Auflösung macht auf so einem kleinen Schirm keinen Sinn. Falt- oder biegbare Displays sowie extrem dünne OLED-Varianten sind ausgeschlossen, da es sich um Technologien handelt, die nicht erprobt sind. Die gewachsenen, äußeren Maße lassen hingegen einen größeren Bildschirm vermuten, etwa von bislang 3,5 auf 4 Zoll.

Neue Funkstandards
LTE, die Nachfolge-Technologie von UMTS/HSDPA, wird immer mehr zum Thema, bietet sie doch größere Reichweiten und schnellere Datentransfers. Allerdings reicht UMTS für Foto-Upload, Surfen, Netzwerken, Spielen und Musik-Streamen weiterhin aus, da selten riesige Datenmengen geladen werden. In Österreich etwa verbraucht ein iPhone-Nutzer im Schnitt 400MB im Monat. Was noch gegen LTE spricht: Es ist bis auf die USA, wo Verizon mit LTE die Hälfte der Bevölkerung erreicht, noch in keinem Land der Welt so weit verbreitet, dass eine Integration zwingend notwendig ist. Einzig in den USA Zudem sind LTE-Chips verhältnismäßig teuer und recht groß. Trotzdem rechnen einige Experten - zumindest in den USA - mit einem LTE-iPhone-Modell, das bereits heimlich getestet wird und für das LTE-Modems in Apple-Stores installiert werden.

NFC wiederum wird aktuell von Google propagiert, indem verschiedene Testläufe in den USA unterstützt werden. Auch Firmen wie Visa, Mastercard oder PayPal sehen in NFC die Zukunft. Dass Apple sich frühzeitig diesem Trend anschließt, ist fraglich. Da Apple selbst keine Infrastruktur und Plattform betreibt, würde man der Konkurrenz in die Hände spielen. Apple wartet gerne ab und lässt manche Entwicklungen – Stichwort Blu-ray – auch aus. Dass künftig das Smartphone zur Geldbörse wird ist sicher. Ob Apple auf NFC setzt, nicht.

Verschiedene Modelle
Die Option zweier iPhones kursiert seit Jahren. Es ist auch die Rede von einem Mini-iPhone. Eine kleinere Ausführung ist eher unwahrscheinlich. Dass dies nicht praktisch ist und man viele Abstriche hinnehmen muss, zeigen Reaktionen auf das HP-Palm Veer. Argumente für ein günstigeres Modell, das etwa ganz aus Plastik ist, sind ebenfalls schwer zu finden. Es mag zwar ein Wunsch vieler Kunden sein, aus Apple-Sicht macht es keinen Sinn. Ein günstigeres Modell bedeutet geringere Margen. Ob dies eine eigene Produktionslinie rechtfertigt, ist zweifelhaft. Allerdings wird argumentiert, dass eine Reduktion der Herstellungskosten durch eine enge Kombination mit iCould möglich werden könnte. Ein günstiges "iCloud Phone" könnte in punkto Hardware sparen, da Speicher und Rechenleistung ausgelagert würden.

Allerdings lebt der Kult rund um das Apple-Handy von seinem hohen Preis. Image ist Apples Währung, ein günstiges Modell würde einer Inflation gleichkommen. Blickt man auf vergangene Produktzyklen, würde ein geringfügiges Update nicht überraschen. Bessere Kamera, besserer Akku und schnellerer Prozessor würden die Bezeichnung 4S rechtfertigen.

Der Starttermin
Bleibt die Frage, wann das neue Smartphone nun an den Start geht. Die vergangenen Tage waren von widersprüchlichen Gerüchten geprägt: Einige Webseiten sprechen von einem Starttermin im September, etwa am 7.9. oder am 12.9.. Andere beharren auf einen Launch im Oktober, etwa am 7.10 oder 14.10. Dass das Handy im September oder Oktober kommt, dürfte hingegen fix sein, da für diesen Zeitraum auch iOS5 angekündigt ist. Für den September sprechen mehrere Argumente: So wird Auftragshersteller Pegatron im September mit der Auslieferung beginnen. Immer mehr App-Hersteller haben bereits ihre Programme für iOS5 angepasst. Der US-Mobilfunker AT&T hat zudem für Ende September eine Urlaubssperre für sein Verkaufspersonal verhängt – was anderen Berichten zufolge jedoch nicht mit dem iPhone zusammenhängt. Apple selbst suchte in Großbritannien wiederum via Job-Anzeigen Verkaufspersonal für diesen Zeitraum. Weiters hält Apple im September traditionell einen iPod-Event ab, der diesmal als „one last thing“ das iPhone bieten könnte. Zudem wird betriebswirtschaftlich durchaus treffend argumentiert, dass ein früherer Termin mehr Einnahmen bis Jahresende bedeutet. Immerhin will Apple bis Jahresende 26 Millionen iPhone 5 absetzen.

(futurezone) Erstellt am 18.08.2011, 12:30

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