Zur mobilen Ansicht wechseln »

Spieleentwicklung "Wir haben uns selbst zu stark beschnitten".

Foto: Broken Rules
Drei Monate nach Veröffentlichung des Wii U-Titels "Chasing Aurora" zieht der Wiener Indie-Spieleentwickler Broken Rules ein gemischtes Resümee. Trotz mäßigen Verkaufserfolgen will man jedoch am Szenario festhalten und hat auch alternative Plattformen wie die kommende Android-Konsole Ouya ins Auge gefasst.

Mit Chasing Aurora hat der Wiener Spieleentwickler Broken Rules den ersten Titel nach seinem Überraschungserfolg "And Yet It Moves" abgeliefert. Doch das Wagnis, einen Launch-Titel für eine neue Spielkonsole zu entwickeln, scheint nicht aufgegangen zu sein. Mit dem finanziellen Misserfolg der Nintendo-Spielkonsole Wii U, für die Chasing Aurora vorerst exklusiv erhältlich ist, hielt sich auch der Erfolg für das Indie-Spielestudio in Grenzen.

"Sicher kein Wii U-Exklusivtitel mehr"
Dennoch kann Broken Rules-Mitbegründer Martin Pichlmair im Gespräch mit der futurezone der Erfahrung einiges positives abgewinnen: "Es ist für uns ein Erfolg weil wir uns als Team bewiesen haben, dass wir einen Launch-Titel machen können. Finanziell war der Erfolg eher bescheiden." Doch nicht nur die magere Verbreitung der neuen Plattform hat die Verkaufszahlen von Chasing Aurora eher gehemmt. "Bei den Kritikern ist der Titel eher durchgefallen, auch wenn wir einige sehr gute Bewertungen bekommen haben. Dafür ist unsere Fan-Community sehr gut", meint Pichlmair.

In Chasing Aurora steuert der Spieler einen Vogel durch eine Alpenlandschaft in 2D-Optik. Obwohl es einen Singleplayer-Modus gibt, liegt der Fokus auf die drei verschiedenen Multiplayer-Modi, in denen bis zu fünf Spieler gegeneinander antreten können. Zum Start des Spiels gab man sich noch deutlich optimistischer, der Vertrauensvorschuss an Nintendo scheint jedoch, trotz "großartigem Europa-Launch", mittlerweile aufgebraucht zu sein. "Derzeit warten wir noch ab. Es ist natürlich reizvoll, da wir bei Nintendo die Kontakte und die Abläufe bereits kennen, aber wir verstehen uns auch sehr gut mit Sony." Eines kann er jedoch definitiv ausschließen: "Der nächste Titel wird definitiv nicht nur auf die Wii U kommen und auch sicher nicht als Erstes dorthin."

Experiment Ouya möglich
Eine mögliche Fehlerquelle hat man jedoch bereits ausgemacht. Man möchte auch wieder für die Plattform PC entwickeln, die vor allem beim erfolgreichen Debüt-Titel "And Yet It Moves" für Umsatz sorgte. "Bei And Yet It Moves konnten wir am stärksten von Steam und Humble Bundle profitieren. Es war ein Fehler, dass wir uns bei Chasing Aurora so stark auf die Eigenheiten der Wii U konzentriert haben, das macht eine Umsetzung für den PC schwierig. Wir haben uns selbst zu stark beschnitten."

Für die Zukunft hat Broken Rules neben den üblichen Verdächtigen Sony, Nintendo und Microsoft auch die neue Android-Konsole Ouya im Blick. "Die Ouya ist ein großartiges Gerät - das habe ich festgestellt, nachdem ich es das erste Mal testen konnte", gab sich Pichlmair begeistert. Dennoch habe die neue Konsole auch einige Eigenheiten, die ein Umdenken erfordern würden: "Man muss vor allem Wert auf den Spielfluß legen. Die Ouya hat nicht nur die Hardware eines Tablets oder Smartphones, sondern ermöglicht auch ähnlich schnelle Wechsel zwischen den Spielen. Da muss das Spiel ganz anders konzipiert sein und den Spieler schnell an sich binden."

Ob sich Broken Rules am Experiment Ouya versuchen wird, wollte Pichlmair nicht sagen. "Für die Ouya brauchst du das richtige Spiel, derzeit gibt es einfach noch zu viele Unbekannte." Dennoch sei man zur Zeit in den Arbeiten für ein Singleplayer-Spiel im Chasing-Aurora vertieft, das noch dieses Jahr erscheinen soll. Voraussichtlich nicht nur für die Wii U.

Mehr zur turbulenten Entwicklung von Chasing Aurora wird Broken Rules-Mitbegründer Felix Bohatsch am Donnerstag Abend im Rahen der Subotron-Vortragsreihe "Post Mortem" erzählen. Ab 19 Uhr wird Bohatsch in Form von Worten, Bildern und Zahlen den Weg zum fertigen Spiel beschreiben, der Vortrag findet im Wiener MuseumsQuartier im quartier 21 (Raum D) statt.

Mehr zum Thema

(futurezone) Erstellt am 21.02.2013, 06:00

Kommentare ()

Ihr Kommentar Kommentare aktualisieren
Bitte Javascript aktivieren!