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Hands-On ZTE Grand Memo: Smartphone-Riese mit Mängeln.

Foto: Michael Prenner
5,7 Zoll-Bildschirm und der bislang schnellste Quadcore-Prozessor, fertig ist der König der Smartphones - zumindest in der Theorie. In der Praxis will ZTEs Geheimrezept nicht so recht aufgehen, viele Kleinigkeiten stören das theoretisch gute Gesamtbild.

Der chinesische Hardware-Hersteller ZTE hat sich in den letzten Jahren zu einer konstanten Größe auf dem Smartphone-Markt entwickelt und nimmt bereits seit geraumer Zeit hinter Huawei Platz vier ein. Doch während man sich bislang eher auf Einsteiger- und Mittelklasse-Geräte konzentrierte, wurden in den vergangenen Wochen mit der Grand-Serie erstmals auch Smartphones für den High-End-Bereich vorgestellt. Der neueste Zugang ist das Grand Memo, das mit 5,7 Zoll das bislang größte Smartphone von ZTE ist.

Im Hands-On auf dem Mobile World Congress in Barcelona wirkt das Grand Memo deutlich wuchtiger als das Samsung Galaxy Note II, das mit 5,55 Zoll Bildschirmdiagonale nur marginal kleiner als das chinesische Konkurrenzprodukt ist. Die Form des Gehäuses gibt nur schwer Halt, wodurch das ZTE Phablet schwerer zu bedienen ist. Da macht es auch keinen Unterschied, dass das Grand Memo lediglich zwei Millimeter breiter ist als das Galaxy Note II - die Haptik ist den Chinesen hier nicht gut gelungen.

Das versucht man mit Hilfe von Software-Lösungen wett zu machen. Ein am Rand frei positionierbarer Software-Button ersetzt den "Zurück"-Soft-Key, der links unten besonders für Rechtshänder die Bedienung eher erschwert. Für die beidhändige Bedienung ist der Soft-Key jedoch, genau wie der Home- und Settings-Knopf, weiterhin vorhanden. Auch der sogenannte "One Hand-Dialer", der in einer ähnlichen Form bereits beim Samsung Galaxy Note II integriert wurde, ist eine clevere Funktion. Dabei wird die Zifferntastatur verkleinert und, je nachdem ob Rechts- oder Linkshänder, näher zum rechten oder linken Rand platziert. Im Test war so die einhändige Bedienung dadurch merkbar angenehmer.

Bildschirm mit zwei Seiten
Die Verarbeitungsqualität ist mäßig, das Gehäuse strotzt nur so vor Kunststoff. Die Rückseite lässt sich sogar mit etwas Kraftaufwand eindrücken. Auch der Bildschirm kann nicht so recht überzeugen. Obwohl Inhalte wie Text und Bilder dank 720p-Auflösung scharf und ohne sichtbare Stufenbildung angezeigt werden, lässt der Betrachtungswinkel zu wünschen übrig. Auch die Helligkeit war geringer, als man es gerne hätte. Lediglich die Farben wussten zu überzeugen, und gerade mit denen geizt ZTE dank seiner hauseigenen "Mifavor"-Oberfläche nicht.

Ab 3.Quartal in Europa
Die Oberfläche ist quietschbunt und ist von 3D-Effekten gespickt. Egal ob beim Wechseln der Homescreens oder Scrollen durch die Apps: Überall wird gedreht, geschoben oder bewegt. Das lässt das Grand Memo ein wenig hyperaktiv wirken. Ob dies gefällt, bleibt dem eigenen Geschmack überlassen. Die Animationen tragen nichts zur besseren Bedienbarkeit des Systems bei.

Dass es dabei zu keinen Rucklern kommt, ist dem Snapdragon 800 Prozessor zu verdanken, dessen vier Kerne mit einer derzeit noch unbekannten Taktfrequenz die derzeit schnellste CPU auf dem Markt darstellt. Des weiteren sind 16 Gigabyte an internem Speicher, 2 Gigabyte RAM sowie eine 13 Megapixel-Kamera verbaut. Das ZTE Grand Memo soll im dritten Quartal in Europa auf den Markt kommen, ein Preis ist bislang noch nicht bekannt.

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(Gregor Gruber) Erstellt am 28.02.2013, 13:10

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