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Innovation Google Glass App erkennt Personen an Kleidung.

Foto: Reuters
An der Duke University wurde ein Verfahren entwickelt, mit dem einzelne Personen mittels einer Augmented-Reality-Brille in einer Menschenmenge gefunden werden können - ohne dass man ihr Gesicht erkennt. Stattdessen soll die Kleidung die gesuchte Person identifizieren.

Das System, das drei Forscher der Duke University und ein Kollege von der University of South Carolina entwickelt haben, nennt sich "InSight". Es vereint die Nutzer von Smartphones und Augmented-Reality-Brillen, um Personen leichter in einer Menschenmenge aufzufinden. In ihrem Forschungsbericht sehen die Forscher ihre Entwicklung als potentielle Anwendung für Google Glass. Getestet wurde allerdings mit einem Konkurrenzprodukt von PivotHead.

Digitaler Fingerabdruck
Und so funktioniert InSight: Der Träger einer Augmented-Reality-Brille (die etwa per Bluetooth mit dem eigenen Smartphone verbunden ist) will einen Freund finden, der ein Smartphone bei sich trägt. Während Letzterer sein Smartphone benutzt, nimmt die Kamera Bilder von seinem Oberkörper auf. Das Smartphone erstellt daraufhin einen so genannten Selbst-Fingerabdruck.

Dieser digitale Fingerabdruck wird aus der Analyse der Kleidung des Freundes generiert. Dabei wird zunächst ein Spatiogramm erstellt, also die Verteilung von Farben auf einem 2D-Bild. Die Perspektive wird durch den Beschleunigungssensor des Smartphones korrigiert. Neben dem Farbverteilungsschema kommen so genannte Wavelets zum Einsatz. Kleidung enthält oft horizontale oder vertikale Streifen. Die Falten, die diese Streifen werfen, bilden ein individuelles Muster.

Der aus Spatiogramm und Wavelets erstellte Selbst-Fingerabdruck wird nun an das Smartphone des Augmented-Reality-Brillenträgers übermittelt. Die Kamera der Brille nimmt die Umgebung auf, das InSight-System sucht die Aufnahmen nach dem speziellen Selbst-Fingerabruck des Freundes ab. Wird er erkannt, zeigt die Augmented-Reality-Brille seine Position an. Genauso könnte der Freund aber auch durch die Brille eines unbeteiligten Trägers, der sich ebenfalls in derselben Menschenmenge befindet, erkannt werden. Die Position des Gesuchten würde dem Suchenden dann ebenfalls über InSight mitgeteilt werden.

Faszinierende Anwendungsmöglichkeiten
Die Forscher merken an, dass vor einer kommerziellen Weiterentwicklung des Systems noch viele Fragen bezüglich Datenschutz und Persönlichkeitsrechten geklärt werden müssen. Abgesehen davon sehen sie jedoch einige faszinierende Anwendungsmöglichkeiten.

Mit InSight könnten etwa Personen auf einer Fachtagung mit virtuellen Namensschildern versehen werden. Personen, die vor einer Sportveranstaltung Tickets verkaufen wollen, etwa vor einem Stadion, könnten durch InSight gezielt gesucht werden. Sie müssten etwa nur davor mit dem Smartphone einen Tweet schicken, in dem sie freie Tickets ankündigen. Mit InSight könnten sich Menschen auch mit virtuellen Botschaften versehen, ähnlich T-Shirts mit witzigen Sprüchen darauf - nur dass die Sprüche niemand sieht, der nicht mit einem Google Glass herumläuft.

In einem Test mit 15 Versuchspersonen stellte sich InSight als funktionsfähiges Konzept, sowie als Alternative oder Ergänzung zur Gesichtserkennung dar. In Zukunft könnte InSight um weitere Erkennungsmerkmale von Personen ergänzt werden, etwa spezifische Bewegungsmuster.

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(futurezone) Erstellt am 08.03.2013, 12:20

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