Zur mobilen Ansicht wechseln »

Medizin Halswirbel aus 3D-Drucker rettet Australier das Leben.

Eine ähnliche Operation wurde bereits in China durchgeführt
Eine ähnliche Operation wurde bereits in China durchgeführt - Foto: Screenshot
Ärzten in Australien ist es gelungen, einen künstlichen Wirbel aus dem 3D-Drucker zu implantieren. Damit konnte das Leben eines Krebspatienten gerettet werden.

Ärzten des australischen "Prince of Wales"-Krankenhauses ist es gelungen, einem Patienten einen künstlichen Wirbel aus dem 3D-Drucker einzusetzen. Eine ähnliche Operation gelang chinesischen Ärzten bereits 2014. In einer mehr als 15 Stunden langen Operation wurden zwei von einem Tumor befallenen Wirbel entfernt und durch künstlich hergestellte Implantate ersetzt. Diese Titan-Implantate wurden vom Unternehmen Anatomics mit einem 3D-Drucker hergestellt. Üblicherweise wurde bei derartigen Operationen auf Knochen aus einem anderen Teil des Körpers zurückgegriffen. Das Problem: Der Ersatz-Wirbel passte nicht immer und sorgte oftmals für Komplikationen. Das 3D-gedruckte Implantat kann hingegen genau auf die Bedürfnisse des Patienten angepasst werden. 

Hohes Risiko

Die Operation war mit einem großen Risiko verbunden. Kopf und Hals des knapp 60 Jahre alten Patienten mussten für die Operation voneinander getrennt werden. Die Entfernung des Tumors sowie das Einsetzen der Implantate wurden über den Mund des Patienten durchgeführt. Die Operation war mit einem hohen Risiko verbunden, doch ohne Behandlung hätte der Tumor schwerwiegende Folgen haben können. "Er hätte Schritt für Schritt die Kontrolle über seine Arme und Füße verloren, später hätte er auch nicht mehr selbstständig essen und atmen können. Es ist kein angenehmer Tod", so Ralph Mobbs, der verantwortliche Neurochirurg.

Der "Heilige Gral"

"Ich habe keine Zweifel daran, dass das die nächste große Weiterentwicklung der Medizin ist. Der Heilige Gral, aus meiner Sicht, ist die Herstellung von Knochen, Gelenken und Organen auf Knopfdruck, um Körperfunktionen wiederherstellen und Leben retten zu können", so Mobbs gegenüber Mashable. Obwohl Experten nach wie vor große Hürden erwarten, vor allem bei der Zulassung derartiger Verfahren, ist Mobbs enthuasiastischer. "In der nicht zu weit entfernten Zukunft wird all das möglich sein, entsprechende rechtliche und ethische Regeln vorausgesetzt. Aber ob wir nun Bandscheiben für Patienten oder eine Bauchspeicheldrüse für Diabetiker ausdrucken, all das wird noch zu unseren Lebzeiten möglich sein."

(futurezone) Erstellt am 25.02.2016, 12:54

Kommentare ()

Einen neuen Kommentar hinzufügen

( Abmelden )

Dein Kommentar

Antworten folgen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?
    Bitte Javascript aktivieren!