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Hochgeschwindigkeitsstrecke Hyperloop plant Wien-Bratislava mit 8 Minuten Fahrzeit.

Der Hyperloop-Zug soll auch nach Europa kommen
Der Hyperloop-Zug soll auch nach Europa kommen - Foto: Hyperloop Transportation Technologies
Die Vision einer Hyperloop-Hochgeschwindigkeitsbahn soll auch in Europa realisiert werden. Die slowakische Regierung will Wien, Bratislava und Budapest verbinden.

Die vom umtriebigen Tech-Visionär Elon Musk entwickelte Idee einer Hochgeschwindigkeitsröhre, die Personen mit bis zu 1200 km/h durch die Gegend schickt, könnte auch in Europa, genauer gesagt in der Slowakei realisiert werden. Die slowakische Regierung unterzeichnete einen Vertrag mit Hyperloop Transportation Technologies, um das Potenzial der neuen Transportmöglichkeit auszuloten.

Wien - Bratislava in 8 Minuten

Etwaige Strecken könnten Personen in wenigen Minuten zwischen Wien, Bratislava und Budapest hin und her transportieren. Mit Höchstgeschwindigkeit könnte man etwa in acht Minuten von Bratislava nach Wien reisen, von Bratislava nach Budapest würde es nur etwa zehn Minuten dauern. Aber auch das Reisen innerhalb der Slowakei steht im Mittelpunkt der dortigen Überlegungen. So könnte die 400-Kilometer-Route von Bratislava nach Košice statt in 4,5 Stunden Autofahrt in 25 Minuten bewältigt werden.

"Hyperloop in Europa würde Distanzen substanziell verringern und Städte in noch nie dagewesener Art vernetzen. Ein derartiges Transportsystem würde das Konzept das Pendelns revolutionieren und grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Europa ankurbeln", kommentierte der slowakische Wirtschaftsminister Vazil Hudak die Vereinbarung mit dem in Kalifornien angesiedelten Unternehmen. Die Expansion der Technologie nach Europa wurde neue Innovations-Zentren in der Slowakei und in ganz Europa fördern, ist sich Hudak sicher.

Slowakei prüft

Bis Jahresende soll in einer Machbarkeitsstudie geprüft werden, ob die Technologie mit Unterstützung slowakischer Firmen wie C2i, Microstep oder Johnson Control, Start-ups, aber auch universitärer Einrichtungen realisiert werden kann. "Wir verfügen über die entsprechenden Köpfe und Firmen, die zur Realisierung eines derart zukunftsweisenden Projekts notwendig sind und wollen die Slowakei zum Innovations-Hub Europas machen", erklärt Zuzana Nehajova, Direktorin der Innovations-Abteilung im slowakischen Wirtschaftsministerium, im Gespräch mit der futurezone. Bis Jahresende soll auch geprüft werden, ob der slowakische Staat selbst in das Projekt bzw. die Technologie investiert.

Offizielle Gespräche mit österreichischen Regierungs- und Stadtvertretern habe es bislang noch nicht gegeben, sagt Nehajova zur futurezone. Schon am kommenden Montag wolle man im Rahmen einer Industriekonferenz mit Staatssekretär Harald Mahrer über das ambitionierte Projekt sprechen. "Übergeordnetes Ziel ist sicher, die gesamte EU-Region zu verbinden. Persönlich würde mir neben Bratislava - Wien auch Bratislava - London als superschnelle Verbindung gefallen", sagt Nehajova.

Auch Österreich interessiert

Wie Mahrer auf futurezone-Nachfrage mitteilt, sei es gut vorstellbar, dass sich Österreich an so einem zukunftsweisenden Projekt beteilige. Die Einladung zum Gespräch mit den slowakischen Kollegen nehme er gerne an. „Hyperloop zeigt, wie Mobilität in Zukunft aussehen kann. Wenn die Wege innerhalb Europas verkürzt werden können, revolutioniert das die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und wäre gleichzeitig ein unheimlicher Turbo für den Wirtschaftsstandort“, sagt Mahrer. Mit Wien-Bratislava-Prag existiere ein „Zukunftstriangel“, das echtes Potenzial habe, um zum Ideen-Hotspot Europas zu werden.

Omeagabyte 3D Hyperloop…
Foto: /Omeagabyte 3D
Auch bei Hyperloop Transportation Technologies (HTT) verweist man auf die historische Rolle der involvierten Region. "1896 hat Budapest das erste unterirdische, elektrische Zugsystem realisiert und bereits 1914 wurde Bratsislava und Wien mit der ersten elektrifizierten Zugstrecke verbunden", sagt HTT-COO Bibop Gresta. Er lobte die Vorreiterschaft, welche die Slowakei durch die nun eingegangene Kooperation übernehme.

Zur Technologie

Die Technologie von Hyperloop lehnt an Magnetschwebebahnen an, die Kapsel gleitet auf einem Luftpolster berührungsfrei in der Röhre dahin. Die hohe Geschwindigkeit kann dadurch erzielt werden, dass in der Röhre ein Unterdruck erzeugt wird, was den Luftwiderstand und somit den Energieaufwand senkt. Trotz der visionären Technologie soll der Bau solcher Strecken weitaus günstiger als der von Bahnstrecken sein.

Neben der besagten Firma HTT forschen noch weitere Unternehmen in Kalifornien, aber auch Tochterfirmen von Elon Musk an der innovativen Transporttechnologie. Während HTT derzeit eine Hyperloop-Strecke in einer kalifornischen Kleinstadt mit 75.000 Einwohnern baut und diese 2018 in Betrieb nehmen will, will das ähnlich lautende Unternehmen Hyperloop Technologies (HTI) in Kürze eine Teststrecke im Norden von Las Vegas fertigstellen. Elon Musk wiederum konnte die Elite-Uni MIT (Massachusetts Institute of Technology) für den Bau einer Hyperloop-Kapsel gewinnen.

(futurezone) Erstellt am 10.03.2016, 15:00

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