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Projekt Hypo-Pleite: Studierende bauen "Milliardenstadt".

Hypotopia: 3D-Modell der Milliardenstadt
Hypotopia: 3D-Modell der Milliardenstadt - Foto: Screenshot, Milliardenstadt.at
Bis zu 19 Milliarden Euro könnte die Hypo-Pleite die Steuerzahler kosten. Was man mit dem Geld auch hätte machen können, zeigen Studenten der TU Wien. Sie bauen eine Stadt.

19 Milliarden Euro sind eine unvorstellbare Summe. Um das Finanzdesaster um die Klagenfurter Hypo-Alpe-Adria zu veranschaulichen, hat eine Gruppe von Studierenden der TU Wien eine Modellstadt für mehr als 100.000 Einwohner entworfen. Anfang Oktober soll "Hypotopia" im Maßstab 1:100 im Teich vor der Wiener Karlskirche gebaut werden. "Wir wollten zeigen, welche Summen in den Wind gesetzt wurden", sagt  Lukas Röthel von der Projektgruppe , die sich aus rund 30 Studierenden der Fachrichtungen Architektur, Raumplanung, Bauingenieurswesen und Informatik zusammensetzt.

Schon heute kann "Hytopia" als interaktives 3D-Modell auf der Website des Projekts erkundet werden. Dort können auch Zusatzinformationen über die Stadt und ihre Gebäude abgerufen werden.

Sechstgrößte Stadt Österreichs

Mit mehr als 102.000 Einwohnern wäre die Milliardenstadt der TU-Wien-Studierenden die sechstgrößte Stadt Österreichs. Auf rund zwölf Quadratkilometern virtueller Grundfläche befinden sich fast 1300 Objekte - darunter Wohnungen, Geschäfte, Büros, Manufakturen, ein Hafen, Kläranlagen und eine Müllverbrennungsanlage.

Die Grundstückspreise des Stadtgebiets orientieren sich an jenen von Klagenfurt, dem Firmensitz der Hypo-Alpe-Adria in Kärnten. Die Kosten für die Gebäude werden penibel auf der Website aufgeschlüsselt. Knapp 2,2 Milliarden Euro wurden für die Verkehrsinfrastruktur der virtuellen Stadt gerechnet, 292 Millionen Euro für Grünanlagen.

Erneuerbare Energien

Mit ihrem Projekt wollen die Studierenden auch zeigen, was mit neuen Technologien möglich ist. Zur Energieversorgung kommen ausschließlich erneuerbare Energien - von Windrädern bis hin zur Wasserkraft - zum Einsatz. Die virtuelle Stadt ist an einem Fluss gebaut und soll weitgehend autofrei sein. Für den öffentlichen Nahverkehr stehen Straßenbahnen und Fluss-Busse zur Verfügung. "Die Stadt ist so konzipiert, dass zentrale Einrichtungen des alltäglichen Lebens schnell erreichbar sind", erzählt Röthel.

Den Bewohnern stehen auch öffentliche Anbauflächen für den persönlichen Bedarf zur Verfügung. Auch Gebäude für vertikale Landwirtschaft ("Vertical Farming") sind in dem Konzept der Studierenden vorgesehen. "Wir wollen zeigen, was machbar ist."

Labor für städtebauliche Fragen

Die Milliardenstadt will auch als Labor und  Austauschplattform für städtebauliche und gesellschaftliche Fragen fungieren. Die Themen Gemeinschaft und Bildung werden in den nächsten Wochen auf der Projekt-Website ebenso zur Diskussion gestellt, wie Fragen zu Stadtraum und Mobilität, Energie und Ressourcen sowie Gesellschaft und Technik. Interessierte können dazu auch eigene Ideen einbringen und in Form von Videos oder Bildern auf die Seite laden.

"Die Leute sollen sich aufregen", sagt Röthel. Die Kosten des Hypo-Debakels seien für die Steuerzahler nicht wirklich direkt erfahrbar.  "Wir wollen zeigen, dass uns durch die Hypo-Pleite in gewisser Weise die sechstgrößte Stadt Österreichs weggenommen wurde."

(futurezone) Erstellt am 06.08.2014, 06:00

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