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Luftfahrt Konzeptflugzeug: Von New York nach London in elf Minuten.

Das Konzeptflugzeug "<a href="http://imaginactive.org/2016/01/antipode/">The Antipode</a>" von Charles Bombardier
Das Konzeptflugzeug "The Antipode" von Charles Bombardier - Foto: Imaginactive
"The Antipode" soll mit einer Geschwindigkeit von Mach 24 fliegen können. Bei der Entwicklung eines solchen Jets bleiben aber einige Fragen unbeantwortet.

Der kanadische Produktdesigner Charles Bombardier hat ein Konzept für ein Flugzeug vorgelegt, das mit Hyperschallgeschwindigkeit um den Globus fliegen soll. "The Antipode" würde Platz für zehn Passagiere bieten und soll in einer Flughöhe von rund zwölf Kilometern eine Geschwindigkeit von bis zu Mach 24, also gut 25.000 Kilometer pro Stunde, erreichen können - rein theoretisch natürlich.

Damit würde das Flugzeug die 5500 Kilometer lange Strecke von London nach New York in rund elf Minuten zurücklegen. Für die 16.000 Kilometer von New York nach Sydney würde The Antipode demnach gut 32 Minuten benötigen.

Funktionsweise

Laut dem Konzept könnte "The Antipode" von einer herkömmlichen Runway abheben. Betrieben werden soll der Jet dabei mit wiederverwendbaren Flüssigsauerstoff- beziehungsweise Kerosin-Raketen, die auf den Tragflächen angebracht sind.

Hat der Jet seine Reiseflughöhe erreicht, würden sich diese Booster von den Tragflächen lösen und ähnlich wie eine SpaceX- oder eine Blue-Origin-Rakete zum Boden zurückkehren. Erst dann würde das Staustrahltriebwerk seine Arbeit aufnehmen und das Flugzeug auf bis zu Mach 24 beschleunigen. Dass eine solch hohe Geschwindigkeit tatsächlich erreicht wird, ist nach heutigem Stand der Technik allerdings eher unrealistisch.

Damit The Antipode beim Landeanflug von der enormen Reisegeschwindigkeit gebremst werden kann, schlägt Bombardier Bremsraketen vor.

Herausforderungen

Wie Bombardier auf seiner Homepage schreibt, hat er vor kurzem ein Konzept für einen ähnlichen Scramjet namens Skreemr entworfen. Doch die beiden Fragen, wie das Flugzeug mit der massiven Reibungshitze und dem Überschallknall beim Durchbrechen der Schallmauer umgehen wird, blieben unbeantwortet.

Daraufhin kontaktierte ihn der Ingenieur Joseph Hazeltine von Wyle Inc. um ihn auf das aerodynamische Phänomen "Long Penetration Mode" (LPM) aufmerksam zu machen, um eine Antwort auf diese beiden Fragen zu liefern.

Dabei wird durch eine Düse an der Nase des Flugzeugs ein Luftstrahl produziert, der entgegen der Flugrichtung gerichtet ist. Durch diesen Luftgegenstrom soll die Oberflächenhitze und der Überschallknall reduziert werden. Eine solche Luftstrom-Düse könnte auch auf den Tragflächen angebracht werden, um die komplette Oberfläche des Jets durch LPM zu kühlen.  

Dennoch müsste das Flugzeug aus speziellen hitzebeständigen Materialien gebaut werden. "LPM könnte dazu beitragen, die entstehende Hitze zu reduzieren, aber es wäre nicht in der Lage das Hitzeproblem komplett zu beseitigen", wird Bombardier von Forbes zitiert.

Triebwerke als Problem

Die größte Herausforderung beim Bau eines solchen Flugzeuges liegt laut Bombardier aber in der Entwicklung von stabilen und zuverlässigen Triebwerken. Außerdem müsste man noch eine Antwort darauf finden, wie die massiven G-Kräfte, die auf die Fluggäste wirken, gemindert werden könnten.

(futurezone) Erstellt am 31.01.2016, 13:36

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