© Institute of Advanced Motorists

Verkehrssicherheit

Neues Gerät soll SMS-Schreiber hinterm Steuer aufspüren

Ein kurzes Piepen, ein schneller Blick aufs Display und dann fix die SMS beantworten: Für Autofahrer kann solch ein Verhalten tödlich enden. Das Benutzen des Handys hinterm Steuer ist lebensgefährlich - und deshalb in Österreich verboten. Doch die Handynutzer zu entlarven stellt die Polizei oft vor Schwierigkeiten.

Die Firma ComSonics aus dem US-Bundesstaat Virginia will helfen: Sie entwickelt derzeit einen Handydetektor. Die Funktion des Geräts ähnelt den "Radarpistolen", mit denen die Polizei die Geschwindigkeit von Autos misst. Der Detektor soll Funkfrequenzen ausfindig machen, die bei der Datenübertragung von Handys aus dem Auto heraus gesendet werden. Damit - so die Idee - lässt er nicht nur die Telefonierer, sondern auch die SMS-Schreiber auffliegen, die das Handy während der Fahrt in den Schoß legen und unauffällig tippen.

Verlockende Einnahmequelle

Die Innovation könne zwischen einem Anruf, einer Textnachricht und Datentransfer unterscheiden, sagte ComSonics-Sprecher Malcom McIntyre der Zeitung "The Virginian-Pilot". Besonders in Virginia könnte das Gerät für die Staatskasse nützlich sein: Während das Telefonieren dort während der Fahrt erlaubt ist, kann das SMS-Schreiben bis zu 125 Dollar (rund 100 Euro) Strafe kosten.

In den meisten anderen US-Staaten ist das ähnlich, wenngleich die Bußgelder für das Texten beim Fahren erheblich variieren: Während Simser in Alaska laut einer Recherche des US-Magazins "Mother Jones" mit 10.000 Dollar (rund 7.800 Euro) Strafgeld und einer einjährigen Gefängnisstrafe rechnen müssen, werden in Kalifornien gerade einmal 20 Dollar (rund 15 Euro) SMS-Bußgeld verhängt.

Mit genauen Angaben über das neue Gerät ist Hersteller ComSonics allerdings noch ziemlich zurückhaltend. "Das Produkt ist in den frühen Stadien der Entwicklung", teilte McIntyre der Nachrichtenagentur dpa mit. Dagegen findet die Polizei schon jetzt Gefallen an der Neuerung: "Der Detektor ist schon ein interessantes Gerät. Wir werden überprüfen, ob wir es für unsere Arbeit gebrauchen können", sagte Corinne Geller, Sprecherin der Polizei in Virginia, der dpa. Es müsse allerdings geklärt werden, ob sich eine Anschaffung auch finanziell lohne.

Hat dir der Artikel gefallen? Jetzt teilen!

Kommentare