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Forschung Österreich bewirbt sich um EU-Kompetenzzentrum.

Österreichische Unis, Forschungseinrichtungen und Unternehmen wollen das EU-Kompetenzzentrum für Produktion nach Wien holen.
Österreichische Unis, Forschungseinrichtungen und Unternehmen wollen das EU-Kompetenzzentrum für Produktion nach Wien holen. - Foto: KURIER/Jürg Christandl
Das Europäische Institut für Innovation und Technologie (EIT) hat ein neues Forschungsnetzwerk für „Added Value Manufacturing“ ausgeschrieben.

Das Europäische Institut für Innovation und Technologie (EIT) schreibt zwei neue Forschungsnetzwerke zu den Themen Nahrung (Food) und Produktion (Added Value Manufacturing/AVM) aus. Für das Produktionsnetzwerk bewirbt sich ein Konsortium aus 50 europäischen Partnern, darunter heimische Unis, Forschungsinstitute und Firmen. Sie wollen eines von fünf geplanten Zentren des Netzwerks nach Wien holen.

Das 2008 gegründete EIT fördert die Zusammenarbeit von Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen in sogenannten Wissens- und Innovationsgemeinschaften (Knowledge and Innovation Community, KIC). Für diese Netzwerke stehen von 2014 bis 2020 rund 2,7 Milliarden Euro zur Verfügung.

Kompetenzaufbau und Know-how-Transfer

Aufgaben der KIC sind u.a. Kompetenzaufbau und Know-how-Transfer für die Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen, die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Gründung neuer Unternehmen sowie die Ausbildung einer neuen Unternehmergeneration. Bisher wurden fünf solche Forschungsnetzwerke zu den Themen Klimawandel, Informations- und Kommunikationstechnologie, Energie, Gesundheit und Rohstoffe eingerichtet. Österreich mischt bisher nur im Rohstoff-Netzwerk mit: An dem Betreiber-Konsortium ist die Montanuniversität Leoben beteiligt, die Technischen Universitäten (TU) Wien und Graz sind assoziierte Partner.

Nun soll im Rahmen des geplanten Produktionsnetzwerks, mit dem das EIT die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Produktionssektors stärken will, ein Kompetenzzentrum nach Österreich geholt werden. „In Anbetracht unserer negativen Erfahrungen bei vorhergehenden Ausschreibungen, als jeder alleine gelaufen ist, sind wir im Rahmen der TU Austria (ein Verein von TU Wien, TU Graz und Montanuni, Anm.) zum Schluss gekommen, dass sich die österreichische Community vernetzen muss“, erklärte die Rektorin der TU Wien, Sabine Seidler, im Gespräch mit der APA. Österreich sei im europäischen Umfeld zu klein, damit einzelne Akteure reüssieren.

Plattform gegründet

Dafür haben Unis, Fachhochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen wie BRP-Rotax, Magna, Infineon, Miba, Siemens, SFL, etc. die Plattform „KIC AVM Austria“ gegründet. Sie soll Anforderungen und Interessen in Österreich eruieren und gegenüber der EU vertreten, sagte der Koordinator der vom Wissenschafts- und Infrastrukturministerium unterstützten österreichischen Aktivitäten, Detlef Gerhard, Dekan der Fakultät für Maschinenwesen und Betriebswissenschaften der TU Wien.

Während es bei den bisherigen Ausschreibungen immer mehrere konkurrierende Antragskonsortien gab, zeichnet sich für das ausgelobte KIC für „Added Value Manufacturing“ bisher nur das eine Konsortium mit den Österreichern an Bord als Kandidat ab. „Die Manufacturing-Szene in Europa ist sehr vernetzt, die Akteure arbeiten schon seit Jahren zusammen“, begründet Gerhard die fehlende Konkurrenz.

Bei Genehmigung des Produktionsnetzwerkes sollen fünf sogenannte „Kolokationszentren“ (Co-Location Centre, CLC) geschaffen werden. „Eines davon wollen wir - als Zentrum für die osteuropäische Region - nach Wien holen“, sagte Gerhard, der „gute Chancen“ sieht, dass dies auch gelingen kann: „Wir sind so gut positioniert, dass wir in dem Konsortium als Keyplayer wahrgenommen werden.“

Entscheidung im November

Organisatorisch wird ein KIC als Unternehmen (GmbH) eingerichtet, die CLC als Tochtergesellschaften. Die EIT-Mittel für ein Netzwerk werden als zusätzliche Förderungen für gemeinsame Forschungsprojekte von Wissenschaft und Wirtschaft vergeben. Dabei generieren 75 Prozent Projektvolumen, etwa aus nationaler oder EU-Forschungsförderung sowie Forschungsaufwendungen von Unternehmen, weitere 25 Prozent an EIT-Mittel. „Mit diesen Geldern sollen Mechanismen geschaffen werden, die Forschungsergebnisse in Richtung Marktreife zu bringen“, sagte Gerhard.

Die Ausschreibung des EIT für die beiden neuen KIC läuft noch bis Juli, im November soll die Entscheidung bekannt gegeben werden.

(apa) Erstellt am 23.03.2016, 10:32

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