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Technologie Österreich und Tschechien sollen bei Forschung kooperieren.

Hannes Androsch und Pavel Bĕlobrádek, Tschechischer Vizepremierminister für Wissenschaft, Forschung und Innovation, 
Hannes Androsch und Pavel Bĕlobrádek, Tschechischer Vizepremierminister für Wissenschaft, Forschung und Innovation,  - Foto: Claudia Zettel
Hannes Androsch stellt in seiner Funktion als Forschungsrat-Vorsitzender die Weichen für eine Zusammenarbeit mit dem Nachbarland.

Die beiden Nachbarländer Österreich und Tschechien sollen in Sachen Forschung, Technologie und Innovation näher zusammenrücken. Darauf verständigten sich der österreichische Forschungsrat, vertreten durch den Vorsitzenden Hannes Androsch, und der tschechische Vizepremierminister für Wissenschaft, Forschung und Innovation, Pavel Bĕlobrádek, bei einem Treffen in Prag. Angestrebt wird eine langfristige Strategie auf staatlicher Ebene, bei der Forschungsthemen identifiziert und Möglichkeiten der Zusammenarbeit definiert werden sollen.

Laut Bĕlobrádek habe man sich über Finanzierungsfragen ausgetauscht sowie über die Herausforderungen bei einer grenzüberschreitenden Kooperation. Diese soll in Zukunft auf unterschiedlichen Ebenen stattfinden - von gemeinsamen Forschungsteams über die KMU-Ebene bis hin zu den Universitäten.

“Wir wollen eine gemeinsame Marke schaffen, eine mitteleuropäische Vermittlungsstelle werden”, sagt Bĕlobrádek. Man sei sich einig, dass Synergieeffekte zwischen Tschechien und Österreich stärker genutzt werden müssten.

Gemeinsame Geschichte

“Wir haben 1000 Jahre gemeinsame Geschichte. Das zeigt sich schon beim Blick ins Wiener Telefonbuch”, so Hannes Androsch bei dem Treffen in Prag. Es gebe kaum einen Bereich, der so globalisiert sei wie die Wissenschaften. “Wir sollten nicht nur mit fernen Ländern kooperieren, sondern auch mit unseren Nachbarn”, betont der Forschungsrat-Vorsitzende, der gleichzeitig auch Aufsichtsratsvorsitzender im Austrian Institute of Technology (AIT) ist. Die Bereiche Forschung und Technologie erfordern große Mittel und viel Zeit. “Gerade deshalb ist es bei kleineren Ländern wichtig, die geringeren Mittel, die zur Verfügung stehen, durch eine Zusammenarbeit auszugleichen”, so Androsch.

Als nächsten Schritt will der Ex-Politiker und Unternehmer nun in Österreich auf Politiker wie Reinhold Mitterlehner und Gerald Klug zugehen und ihnen empfehlen, sich mit der tschechischen Seite in Verbindung zu setzen. “Wir stehen hier am Anfang eines langfristigen Prozesses”, sagt Androsch im Gespräch mit der futurezone. Auch mit Rektoren der Technischen und der Medizin-Universitäten wolle er im Sinne der österreichisch-tschechischen Zusammenarbeit Gespräche führen und eine Vernetzung anregen.

Forum Alpbach

Ein weiterer Fixpunkt werden die alljährlichen Technologiegespräche in Alpbach sein, wozu tschechische Vertreter bereits eingeladen wurden. Umgekehrt gibt es eine Einladung der Christian Doppler Forschungsgesellschaft nach Tschechien. Außerdem wird sich der Forschungsrat schwerpunktmäßig mit COMET (Competence Centers for Excellent Technologies), AIT, IST Austria und dem Vienna Campus BioCenter im Hinblick der Nachbarländer-Kooperationen zusammensetzen und austauschen. “Angestrebt werden soll auch eine stärkere Zusammenarbeit der Förderungsagenturen”, erklärt Androsch.

Letztlich soll Tschechien auch nicht das einzige Nachbarland Österreichs bleiben, mit dem eine engere Zusammenarbeit in der Forschung ins Auge gefasst wird. “Infolge sollten wir auch die Slowakei, Ungarn und Polen mit an Bord holen”, sagt Androsch. Erst kürzlich hatte er in seiner Funktion als Forschungsrat-Vorsitzender empfohlen, die Mittel der beiden österreichischen Forschungsfonds FWF und FFG um jeweils 100 Millionen Euro jährlich zu steigern. Androsch pochte ebenso auf die Erhöhung der Grundfinanzierung der Universitäten um knapp 1,4 Milliarden Euro für die Leistungsperiode 2019 bis 2021.

(futurezone) Erstellt am 23.03.2016, 06:00

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