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Österreich "Roboat": Roboter-Segelboot auf Weltrekordjagd.

Foto: INNOC, ASV Roboat
Das vollautonome, unbemannte Segelboot aus Österreich könnte im Juli einen neuen Weltrekord im Roboter-Segeln aufstellen. Mehr als 270 Kilometer soll das Boot ohne menschliche Hilfe zurücklegen und dabei neues Forschungsmaterial liefern.

Die "ASV Roboat" sticht erneut in See. Von 9. bis 19. Juli 2012 wird das vollautonome, unbemannte Segelboot erstmals im Rahmen einer Langzeitmission eingesetzt und soll dabei den aktuellen Weltrekord im Roboter-Segeln brechen: Im Zuge eines mehrtägigen Forschungsprojekts in der Ostsee soll das Segelboot 150 Seemeilen (277,8 Kilometer) zurücklegen und dafür bis zu 100 Stunden ohne Unterbrechung auf hoher See unterwegs sein. Dabei muss das Boot auch mit allen unvorhergesehenen Situationen zurecht kommen und die komplexen Abläufe des Segelns – von der Routenplanung bis hin zur Manöverdurchführung – ohne menschliches Zutun meistern. Die Entwickler der "ASV Roboat", ein Forscherteam der Österreichischen Gesellschaft für innovative Computerwissenschaften (INNOC), will damit den aktuellen Weltrekord einer französischen Universität, der seit März 2012 bei 95 Seemeilen liegt, brechen.

ASV Roboat
Foto: INNOC, ASV Roboat

Die erste Langzeitmission der „ASV Roboat" wird jedoch auch für konkrete Forschungszwecke genutzt: In Kooperation mit Meeresbiologen der Oregon State University (USA) wird derzeit intensiv an einem Projekt zur Erforschung der vom Aussterben bedrohten Schweinswalpopulation in der Ostsee gearbeitet. Mithilfe eines am Boot angebrachten Unterwassermikrophons können die Laute der Meeressäuger aufgezeichnet und somit wertvolle Informationen über Wanderrouten, Paarungsplätze und Kommunikationsverhalten der Tiere gesammelt werden. Durch die lautlose Fortbewegung des Roboter-Segelbootes werden die Meerestiere nicht verschreckt und können über längere Zeiträume ungestört beobachtet werden.

Serienweltmeister aus Österreich
Pro Sekunde speichert der Bordcomputer des Roboter-Segelboots über 100 Messwerte, die in einer anschließenden Analyse zur Verbesserung der Segelalgorithmen genutzt werden. In Zukunft soll die Technologie des Roboter-Segelbootes für verschiedenste Aufgaben auf dem Meer einsetzbar sein. "Energieautarke, mit Solarenergie betriebene Roboter-Segelboote können neben der Meeresbiologie unter anderem auch zur Tsunami-Frühwarnung, für Suchmissionen, meteorologische Messungen und zur Bergung von Ölteppichen eingesetzt werden," skizziert Projektleiter Roland Stelzer die Zukunft der Technologie.

Im internationalen Vergleich ist das österreichische Roboter-Segelboot derzeit führend. In den vergangenen Jahren konnte die "ASV Roboat" ihren Weltmeistertitel im Rahmen der World Robotic Sailing Championship (WRSC) stets erfolgreich gegenüber der internationalen Konkurrenz verteidigen.

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(futurezone) Erstellt am 14.05.2012, 11:00

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