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Ärztekammer warnt "Smart Meter führen zu mehr Elektrosmog".

Foto: Siemens
Nach der Arbeiterkammer (AK) kritisiert nun auch die Ärztekammer (ÖAK) die geplante flächendeckende Einführung von intelligenten Stromzählern. Nach Ansicht des Referates für Umweltmedizin der ÖAK können diese zu gesundheitlichen Folgen führen. Die Übertragung der Daten führe zu einer signifikant steigenden Belastung mit Elektrosmog.

In Österreich sollen bis 2018 bereits 95 Prozent der Haushalte mit neuen Zählern ausgestattet werden. Das sieht eine Verordnung des Wirtschaftsministers Reinhold Mitterlehner vor. Der Minister verspricht sich davon eine Reduktion des Stromverbrauchs.

Die ÖÄK appelliert nun nach der Arbeiterkammer und der Mitervereinigung als nächste Organisation an das zuständige Wirtschaftsministerium, nicht in „vorauseilendem Gehorsam“ eine EU-Verordnung umzusetzen, sondern zuerst die Gesundheitsrelevanz der neuen Technik zu prüfen und diese im vorliegenden Gesetzesentwurf zu berücksichtigen.

Funk und PLC
Die zur Verfügung stehenden Übertragungsmöglichkeiten wie Funk oder die Übertragung über das Stromnetz selbst per Powerline Communication (PLC) führen zu gesundheitsschädlichem Elektrosmog. Viele Anbieter in Österreich werden laut futurezone-Informationen bei der Übertragung der Daten aus Kostengründen auf PLC setzen. Doch gerade bei PLC soll es laut der ÖAK dazu kommen, dass die vorhandenen elektrischen Leitungen und die daran angeschlossenen Geräte nun vermehrt Elektrosmog abgeben.

„Die WHO hat 2001 niederfrequente Magnetfelder sowie 2011 auch hochfrequente elektromagnetische Felder als möglicherweise krebserregend für den Menschen eingestuft“, erklärt ÖÄK-Umweltreferent Gerd Oberfeld in einer Aussendung. „Für Zwischenfrequenzen im Kilohertzbereich, wie sie bei der in Österreich favorisierten PLC-Anbindung vom Trafo zum Smart Meter auftreten, liegen Daten aus den USA vor, die ebenfalls ein erhöhtes Krebsrisiko zeigen.“

Noch keine Studien aus Österreich
Auch ein vermehrtes Auftreten so genannter Multisystemerkrankungen - dabei sind mehrere Organe beziehungsweise funktionelle Systeme gleichzeitig betroffen - ist denkbar. Die Folgen: Erschöpfungszustände, Lernprobleme, Depressionen.

Studien aus Österreich gibt es zu diesem Thema bisher nicht, sondern die ÖAK beruft sich auf Studienergebnisse aus Kalifornien. Dort wurde in mehreren Bezirken die Installation der Smart Meter vorerst auf Eis gelegt, da die zuständigen Gesundheitsbehörden entsprechende Bedenken geäußert haben. In Kanada und den USA gibt es zudem massive Bürgerproteste gegen die neuen Zähler.

Weiterer Experte: "Eine Gefahr" besteht
Der Sicherheitsexperte Paul Karrer, erklärte gegenüber der futurezone bereits vor knapp einem Jahr, dass auch hierzulande „eine Gefahr“ bestehe, was die Strahlungsbelastung durch Smart Meter betrifft. Damals erklärte der Experte: "In Österreich wird eine Wireless-Technologie wie sie in den USA verwendet wird in diesem Frequenzbereich allerdings nicht eingesetzt.“

Wenn aber die Daten von Strom-, Gas- und Wasserzählern über einen sogenannten Meter Bus erfasst und drahtlos ausgetauscht werden, bewege man sich in einem ähnlichen Frequenzbereich. Bei drei Geräten mag dies noch keine gravierenden Auswirkungen auf die Gesundheit haben, "aber beispielsweise in einem Gemeindebau kann da auch etwas zusammenkommen", meint Karrer.

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(futurezone) Erstellt am 04.02.2012, 09:40

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