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Nach „SpaceShip Two“-Absturz "Weltraumtourismus wird sich um Jahre verzögern".

Trümmer des "SpaceShip Two" in der kalifornischen Wüste
Trümmer des "SpaceShip Two" in der kalifornischen Wüste - Foto: David McNew, reuters
Nach dem Absturz des „SpaceShip Two“ dürften sich private Reisen ins All um Jahre verzögern. Manche Experten sprechen sogar vom Todesstoß für den Weltraumtourismus.

Nur noch wenige Monate, dann sollte das „SpaceShipTwo“ Privatreisende ins All fliegen. Am Freitag fiel es bei einem Test wie ein Stein auf die Erde und stellt die Zukunft des Weltraumtourismus in Frage. „Wir werden im nächsten Jahr und wahrscheinlich in den Jahren danach keine kommerziellen Flüge für Touristen ins All sehen“, sagte Raumfahrtexperte Marco Caceres von der Beratungsfirma Teal Group. Virgin Galactic sei bisher „bei Weitem“ führend im Bereich des Weltraumtourismus gewesen, nach dem Absturz, bei dem ein Pilot ums Leben kam und ein anderer schwer verletzt wurde, werde sich der Start der ersten Touristen wohl um Jahre verzögern.

Rückschlag

Der Absturz ist eine Katastrophe für den Weltraumtourismus, den manche als eine Milliardenindustrie der Zukunft ansehen. Im US-Fernsehen sprachen Experten von einem schlimmen Rückschlag für die private Raumfahrt. Andere bezeichneten den Absturz sogar als Todesstoß für den Weltraumtourismus. Solche Reaktionen sind unter dem Eindruck einer Katastrophe nicht ungewöhnlich. Doch nachdem wenige Tage zuvor der unbemannte US-Raumtransporter „Cygnus“ Sekunden nach dem Start im Bundesstaat Virginia explodiert war, ist die Debatte über die kommerzielle Raumfahrt nicht mehr zu stoppen.

 

Branson hält an Raumfahrtprojekt fest

Virgin Galactic-Mitgründer Richard Branson selbst hält trotz des Absturzes an seinen Raumfahrtsplänen fest. Das Projekt „SpaceShip Two“ müsse weitergehen, sagte er am Samstag. Sein Unternehmenverkaufte nach eigenen Angaben bereits fleißig Tickets. Trotz einer Gebühr von 250.000 Dollar (200 000 Euro) sollen sich mindestens 700 Neugierige einen Platz an Bord gesichert haben, darunter viel Prominenz aus der Film- und Geschäftswelt. Sie alle lockte die Aussicht, einmal die in 100 Kilometern Höhe liegende Weltraumgrenze überwinden zu können.

Im US-Staat New Mexiko bauten Branson und seine Geschäftspartner für 29 Millionen Dollar den Weltraumbahnhof „Spaceport America“ mit einer drei Kilometer langen Piste. Bei einer Eröffnungsfeier 2010 bezeichnete der Milliardär den Bau als „das neue Zuhause des Weltraumflugs“. Sein Enthusiasmus riss viele mit.

Verzögerungen

Doch über die Jahre wuchsen auch die Zweifel. Das Projekt erlebte eine Verzögerung nach der anderen. Nicht nur Raumfahrt-Fans, sondern auch Branson wurden immer ungeduldiger. „Ich würde bitter enttäuscht sein, wenn ich nicht vor dem Ende dieses Jahres im Weltall bin“, sagte er vor zwei Monaten in einem Interview. „Wir machen noch drei weitere Raketentests und dann sollte es losgehen.“

Nun zerschellte „SpaceShipTwo“ bei einem dieser Tests. Es war der erste mit einer Raketenzündung seit Januar. In der langen Pause sollen der Motor und die Treibstoffmischung verändert worden sein. Das Trägerflugzeug „WhiteKnightTwo“ brachte die Kapsel in die Höhe und entließ sie zum Freiflug. Doch die Raketenzündung ging schief, die Kapsel fiel auf die Erde wie ein Stein. Ein Pilot starb, der andere konnte sich mit dem Fallschirm retten.

„Viel Erklärungsarbeit“

Natürlich kommen nun Fragen auf, ob die Unternehmer hinter der Idee zu sehr aufs Tempo gedrückt haben. Ob die Tests ausreichend gewesen sind. Ob das Leben der Testpiloten überhastet aufs Spiel gesetzt wurde. Über die Ursache machten die Verantwortlichen zunächst keine klaren Angaben. Branson selbst flog zu seinem Team nach Kalifornien und will die Lage sondieren. Er wird viel Erklärungsarbeit leisten müssen.

(dpa, futurezone) Erstellt am 01.11.2014, 14:30

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