Apps
05.12.2017

"Banking muss nebenher laufen"

Überweisungskontakte, Widgets, Firmenlogos bei Transaktionen und Kontowechselservice: Die ING hat ihre App mit neuen Funktionen ausgestattet.

Das Adressbuch auf Smartphones ist für viele Nutzer ein unverzichtbares Feature. Niemand merkt sich heute noch Telefonnummern. Bei Überweisungen wird von vielen Bankkunden aber vorausgesetzt, dass sie den in Österreich 20-stelligen Code immer und immer wieder eingeben. Die ING hat ihre mobile App nun mit einer neuen Funktion versehen, die die wiederholte Eingabe von IBANs überflüssig macht.

Die App merkt sich die Überweisungskontakte. Wurde einmal eine Transaktion getätigt, bleibt der Name des Empfängers gemeinsam mit dem IBAN gespeichert. Überweisungen können beliebig oft wiederholt werden. "Überweisungskontakte entsprechen weit mehr den Gewohnheiten von Smartphone-Nutzern als gespeicherte Vorlagen", meint Manuel Schneider, der bei der ING für digitale Anwendungen zuständig ist. "Sie werden automatisch gespeichert, Nutzer müssen sich nicht darum kümmern."

Widgets mit Kopierfunktion

Die Überweisungskontakte sind nur eine von mehreren neuen Features, die sich seit kurzem in der ING-App finden. Ein anderes sind Widgets, die am Sperrbildschirm des Smartphones aufscheinen und aus denen sich auch Inhalte kopieren lassen. So können etwa IBANs vervielfältigt und verschickt werden. Mit einem Wischen nach Links können Nutzer ihren Kontostand abrufen. "Wir sind auf diese Art viel näher beim Kunden, das Smartphone ist für uns als Bank ein Kontaktpunkt", sagt Schneider.

Ebenfalls neu in der ING-App ist, dass zu Transaktionen nun auch Firmenlogos eingeblendet werden. Zahlt man im Supermarkt mit der Bankomatkarte scheint Händler samt Logo in der Umsatzliste auf. Unpersönliche Umsatzlisten würden auf diese Art persönlicher, meint Schneider: "Wir wollen Banking erlebbarer machen."

Kontowechsel per App

Die Bank, die seit knapp eineinhalb Jahren auch ein kostenloses Girokonto im Angebot hat, lädt Kunden per App auch zum Kontowechsel ein. Dazu genügt es ein zweiseitiges Formular in der Anwendung auszufüllen und am Smartphone-Bildschirm zu unterschreiben. Daueraufträge werden, so dies möglich ist, übernommen, auch der Arbeitgeber wird über die neue Kontonummer informiert.

"25 Prozent unserer Neukunden nutzen dieses Service", sagt Schneider. Auch Bestandskunden der Bank können über die App ein Girokonto eröffnen. Das passiert innerhalb kürzester Zeit, da die Identifikation und Authentifizierung über die App bereits erfolgt sind. Schneider: "Nach drei Minuten ist das Konto sichtbar."

Zentrale Schaltstelle

Generell wird die App für viele Kunden der Bank zunehmend zur zentralen Schaltstelle ihrer Bankgeschäfte. 62,5 Prozent der Girokonto-Inhaber nutzen die mobile Anwendung, am Desktop-Browser loggen sie sich oft gar nicht mehr ein. "Viele vergessen ihr Passwort, weil sie nur noch die App mit dem fünfstelligen Code und Fingerabdruck nutzen", sagt Schneider.

Die iOS und Android-Nutzer halten sich dabei fast die Waage. 55 Prozent greifen auf die Banking-App über Android-Smartphones zu, 45 Prozent nutzen dafür ein iPhone.

"Alles in einer App"

Die App verfüge über alle Funktionen, die auch am Desktop angeboten werden. Es gebe, wie bei vielen anderen Banken, auch keine ergänzenden Apps, mit denen etwa mobile TANS generiert werden, erzählt Schneider.

Bei der ING werde die Identifizierung der Kunden und die Autorisierung von Überweisungen von einem an das Gerät gebundenen Code oder dem Fingerabdruck übernommen: "Die Prozesse laufen im Hintergrund ab und sind unsichtbar. Kunden müssen ihrer Bank vertrauen können. Warum soll man sie damit belasten?"

Push-Nachrichten

Die App wird laufend weiterentwickelt, viele neue Funktionen gehen auf Kundenwünsche zurück. Aktuell würden auch Push-Nachrichten über Kontobewegungen ermöglicht werden, meint Schneider.

Man wolle ein stimmiges Gesamtpaket liefern, Banking müsse "neben her laufen", sagt der Digitalverantwortliche der Bank: "Kunden sollten sich so wenig wie möglich damit auseinandersetzen müssen."

Disclaimer: Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation mit der ING.