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12.06.2017

Binky: Digitales „Nikotinpflaster“ gegen Social-Media-Sucht

Ursprünglich als Scherz gedacht, hat sich eine komplett funktionslose App zum Hit entwickelt. "Binky" simuliert eine Social-Media-Plattform als Ersatz für Süchtige.

Auf Social-Media-Plattformen lässt sich relativ einfach viel Zeit verschwenden. Dieses Prinzip macht sich die neue App „Binky“ (vorerst nur für iOS, Android-Version in Arbeit) zunutze. Die von Dan Kurtz entwickelte App hat sich rasch von einem Scherz zu einem unerwarteten Erfolg entwickelt. Die App tut nichts anderes, als eine „unendliche Anzahl von Dingen zu zeigen, die man sich ansehen kann“, so Kurtz.

Ähnlich wie Fidget Spinner

So soll man stets Beschäftigung haben, wenn einem langweilig ist. Die Inhalte sind trivial und meist Bilder von Tieren. Der Nutzer kann mit den sogenannten „Blinks“ interagieren, beispielsweise durch Likes oder Kommentare, doch all das gelangt nicht an die Öffentlichkeit und dient lediglich der Befriedigung der eigenen Bedürfnisse - ähnlich wie viele Raucher nach dem Aufhören auf Bleistiften kauen. Auch der aktuelle Hype um Fidget Spinner, die oftmals als Ablenkung vom Smartphone dienen sollen, wird mit dem Bedürfnis nach mehr Kontrolle über die Social-Media-Nutzung in Zusammenhang gebracht.

Smartphone 157 Mal am Tag entsperren

„Hinter Facebook steckt zu viel Wut, Stress und Trauer, aber man möchte irgendwas mit seinem Smartphone machen. Binky löst dieses Problem, indem man durch etwas, aber nichts bestimmten, scrollt“, so Kurtz gegenüber Techcrunch. Tatsächlich entwickelt sich Social-Media-Sucht zu einem Problem. Der durchschnittliche Smartphone-Nutzer entsperrt sein Smartphone mehr als 157 Mal am Tag und verbringt knapp zweieinhalb Stunden vor dem mobilen Endgerät.