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B2B
03/06/2014

Apotheken setzen auf Handauflegen

Seit einem halben Jahr testen österreichische Apotheken Systeme, die Mitarbeiter mittels der Venenmuster der Hände erkennen. Im Frühjahr startet die großflächige Auslieferung.

In Apotheken, wo Medikamente angerührt, sensible Daten verarbeitet und potenziell gefährliche Substanzen in Umlauf gebracht werden, ist die Nachvollziehbarkeit von Arbeitsabläufen von hoher Priorität. Ein neuartiges System will das jetzt durch biometrische Identifikation der Mitarbeiter sicherstellen. Dabei werden sämtliche Arbeitsschritte in einer Apotheke über das Venenmuster der Handflächen eindeutig mit einzelnen Personen verknüpft. “Die Arbeitsschritte müssen genau nachvollziehbar sein. Bislang lösen Apotheken das mittels Strichcodes, Passwörtern oder Chipkarten, die Mitarbeiter bei allen Arbeitsschritten verwenden. Das biometrische System mittels Handauflegen ist wesentlich einfacher und sicherer. Da die Hand den Sensor nicht berühren muss, ist die Technologie zudem ideal für den Einsatz unter hygienisch sensiblen Bedingungen”, sagt Viktor Hafner, der das System seit sechs Monaten in seiner Apotheke testet.

Das ID-Palm genannte System basiert auf der Palm-Secure-Technologie von Fujitsu. Die Software wird von der Firma Philippeit geliefert. Ein Sensor scannt die Handflächen der Mitarbeiter mittels Nahinfrarot und Kamera. Das sauerstoffreduzierte Blut der Venen absorbiert die Infrarotstrahlung, wodurch ein detailliertes Muster aus mehr als fünf Millionen Messpunkten erstellt wird. Die Chance für einen nicht berechtigten Zugang liegt bei eins zu zehn Millionen. So können Arbeitsschritte, etwa die Zubereitung von Medikamenten, das Beraten von Kunden oder die Ausgabe von Arzneimitteln dokumentiert und fehlerfrei einzelnen Mitarbeitern zugeordnet werden.

Zuverlässige Technik

“Im Test gab es im großen und ganzen keine Probleme. Das System erfordert allerdings eine gewisse Eingewöhnung, da eine gewisse Handhaltung und der richtige Abstand erforderlich sind. Hier gäbe es noch Verbesserungspotenzial. Haben sich die Mitarbeiter aber einmal ans System gewöhnt, funktioniert es einwandfrei. Die Handhabung ist zudem watscheneinfach”, erklärt Hafner. Im Rahmen des E-Day der Wirtschaftskammer wird das System erstmals öffentlich vorgestellt. Noch im Frühjahr sollen erste Systeme augeliefert werden. “Unser Ziel ist es, bis 2015 etwa 30 Prozent der österreichischen Apotheken auszustatten. Das Interesse an unserem System ist definitiv gegeben, da es Zeit spart und Fehlerquellen minimiert”, so Rainer Philippeit von der Philippeit GmbH.

Neben der Dokumentation der Arbeitsschritte bietet ID-Palm noch einige weitere Anwendungsmöglichkeiten. EDV-Zugriffsberechtigungen, Stammkundenverwaltung, Alarmsysteme, Dokumentenverwaltung und Zeiterfassung könnten in Zukunft ebenfalls über die biometrische Zugriffserkennung gesteuert werden. Das macht das System auch für andere Geschäftsfelder interessant. “Wir wollen in einem ersten Schritt auch Apotheken in Frankreich und Deutschland ausrüsten, prinzipiell ist das System aber für den gesamten Handel von Interesse”, erklärt Phiulippeit.