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03/29/2012

Apple-Chef Tim Cook besucht chinesische Werke

Cook will sich vor Ort einen Eindruck von den Zuständen in den Werken von Foxconn machen. Dieser standen in den letzten Jahren wegen schlechter Arbeitsverhältnisse in der Kritik. Zudem dient die Reise, um im riesigen Markt China gute Stimmung für Apple zu machen.

Apple-Chef Tim Cook hat sich auf seiner China-Reise persönlich ein Bild von den Arbeitsbedingungen in einem iPhone-Werk des umstrittenen Zulieferers Foxconn gemacht. Im Zhengzhou Technology Park des weltgrößten Auftragsfertigers Foxconn arbeiten 120.000 Menschen. Der Apple-Chef hatte sich in den vergangenen Tagen bereits unter anderem mit Vize-Premier Li Keqiang getroffen. Über die Inhalte der Gespräche teilten beide Seiten keine Details mit.

Am Pranger
Foxconn stand wegen der Arbeitsbedingungen bei der Herstellung von Smartphones, Tablet-Computern und anderen Elektronik-Geräten in den vergangenen Monaten immer wieder in der Kritik. Schon 2010 geriet der Konzern in schlechtes Licht, nachdem einige Foxconn-Arbeiter sich selbst getötet hatten. Neben Apple gehören auch andere führende Branchenmarken wie Amazon, Dell, Nintendo, Hewlett-Packard, Samsung, IBM, Lenovo, Motorola, Nokia, Sony und Toshiba zu den Foxconn-Kunden.

Besserung wird gelobt
Apple-Chef Cook hat seit seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr mehrere Schritte unternommen, um das Image von Apple im Zusammenhang mit den Arbeitsbedingungen in China zu verbessern. So trat Apple als erstes Unternehmen der Elektronikbranche der Organisation FLA (Fair Labor Association) bei, die eigene Kontrollen durchführt, und listete erstmals alle seine Lieferanten und Partner auf. Apples jährliche Berichte über die Lage der Arbeiter bei Zulieferern zeigten immer wieder Probleme bei Sicherheit, zu lange Arbeitszeiten und einige wenige Fälle von Arbeit Minderjähriger, die sich in einen Job geschummelt hatten.

Cooks Erfahrungen mit China
Vor allem in den USA wurde zuletzt angesichts des Apple-Geldbergs von rund 100 Mrd. Dollar (75,0 Mrd. Euro) über die „menschlichen Kosten" von iPhone und iPad diskutiert. Das Gehalt der Arbeiter und Ingenieure bei Apple-Partnern wie Foxconn in China liegt zwar oft deutlich über dem örtlichem Durchschnitt, ist nach westlichen Verhältnissen aber immer noch sehr gering. Zwölfstunden-Schichten mit monotonen Arbeitsabläufen sind an der Tagesordnung. Zugleich bilden sich immer gewaltige Schlangen vor den riesigen Fabriken, wenn Foxconn neue Arbeiter sucht. Cook kennt die Fabriken gut: Er war lange für das Tagesgeschäft zuständig und hatte auch die Zuliefererkette neu aufgebaut.

Foxconn als weltgrößer Auftragsproduzent
Foxconn fertigt die meisten iPhones und iPads von Apple. Die Gruppe ist die Mutter der in Hongkong gelisteten Foxconn International Holdings und der in Taiwan notierten Hon Hai Precision. Hon Hai sorgte jüngst mit seinem Einstieg bei Sharp für Furore. Die Taiwanesen übernehmen zehn Prozent an dem japanischen Elektronikkonzern. Experten sehen in der Beteiligung eine Chance für Apple, einen Fuß ins TV-Geschäft zu bekommen und halten es nun für umso wahrscheinlicher, dass der US-Konzern bald einen eigenen Fernseher auf den Markt bringt.

Wachstumsmarkt mit Patentproblemen
China ist der weltgrößte Mobilfunk-Markt und für Apple der zweitgrößte Absatzmarkt überhaupt. Die Amerikaner hatten hier zuletzt aber Boden gegen seinen schärfsten Rivalen Samsung Electronics verloren, und das neue iPad ist noch nicht in China eingeführt. Zudem kämpft Apple aktuell in der Volksrepublik vor Gericht um den Markennamen „iPad". Die chinesische Technologiefirma Proview beansprucht die Rechte an dem Namen des erfolgreichen Tablet-Computers für sich.

Auf seiner Reise besuchte Cook eines der beiden Apple-Geschäfte in Peking und kam mit Vize-Ministerpräsident Li Kequiang zusammen. Kequiang soll ihm laut Staatsmedien zugesichert haben, die Urheberrechte künftig besser zu schützen. Zudem soll Cook eine Zusammenarbeit mit Chinas größten Mobilfunkanbieter China Mobile vorangetrieben haben.

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