B2B 05.11.2012

Apple unter Kritik für niedrige Steuerzahlungen

Der IT-Riese soll im vergangenen Jahr bei Auslandsumsätzen von 36,8 Milliarden US-Dollar lediglich 713 Millionen US-Dollar an Steuern bezahlt haben. Die niedrige Steuerquote von knapp 1,9 Prozent stört vor allem britische Behörden, die derzeit Untersuchungen gegen mehrere Konzerne, beispielsweise Google und Starbucks, führen.

Für Apple beginnt der Monat November trotz iPad mini-Start mit negativen Schlagzeilen. Zunächst musste der Inhalt einer offizielle Entschuldigung an Samsung korrigiert werden. Dann wurde die neue Version über einen Trick allerdings derart versteckt, sodass sie erst nachdem an die unterste Position gescrollt wurde, sichtbar ist. Nun fällt der IT-Riese vor allem durch seine vergleichsweise niedrigen Steuerzahlungen auf. Das zeigt ein an die Börsenaufsichtsbehörde SEC übermittelter Bericht von Apple, in dem bei mehr als 36,8 Milliarden US-Dollar an Umsätzen in Staaten außerhalb der USA lediglich 713 Millionen US-Dollar an Steuern ausgewiesen werden. Das entspricht einer Steuerquote von nur 1,9 Prozent.

Weit unter EU-Steuerquote
Das liegt deutlich unter den eigentlichen Unternehmenssteuerwerten zahlreicher EU-Staaten. Selbst Irland, in dem zahlreiche IT-Konzerne wie Microsoft, Facebook, Google und Apple ihren Sitz haben, verlangt 12,5 Prozent. Dem Elektronikriesen dürfte es wohl über Steuerparadiese wie den Karibischen Inseln gelungen sein, seine Steuerquote noch weiter zu drücken. Bereits im Vorjahr lag diese lediglich bei knapp 2,5 Prozent. Aber auch in den USA konnten Apple seine Steuerzahlungen drastisch reduzieren. So musste man bei einem Gewinn von 34,2 Milliarden US-Dollar lediglich 3,3 Milliarden Dollar an Steuern bezahlen. Mit 9,8 Prozent ist dies ein sehr niedriger Wert, ander Unternehmen müssen meist weit mehr als 20 Prozent an Steuern bezahlen.

Trend in IT-Branche
Der britische Premierminister David Cameron zeigte sich laut Guardian unerfreut über die Steuertaktiken von Apple und anderen IT-Konzernen, die Großbritannien mehr als 900 Millionen Pfund gekostet hätten. Vertreter von Google, Amazon und Starbucks müssen nun am Montag vor ein Komitee treten, in dem geklärt werden soll, wieso die Konzerne so wenig Steuern in Großbritannien bezahlen. Matt Brittin, Geschäftsführer von Google in Großbritannien, hatte bereits erklärt, er sei "zu beschäftigt", um vor das Komitee zu treten.

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( futurezone ) Erstellt am 05.11.2012