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B2B
05/09/2017

Apple wirbt Mitarbeiter von deutschem Zulieferer ab

Der deutsche Chiphersteller Dialog ist ein wichtiger Apple-Zulieferer. Doch Gerüchten zufolge könnte Apple deren Bauteile künftig selbst fertigen.

Der deutsch-britische Chipentwickler Dialog Semiconductor will nichts von einer Belastung seiner Beziehung zum Großkunden Apple wissen. „Es gibt keinerlei Anzeichen, dass die Verbindung zu unserem größten Kunden abreißt. Ganz im Gegenteil“, sagte Dialog-Chef Jalal Bagherli am Dienstag im Reuters-Gespräch. „Aus unserer Sicht bleibt das Verhältnis sehr stark. Wir wurden für eine Fülle neuer Entwicklungen eingeladen, mehr als wir schaffen können.“

Apple wirbt Dialog-Ingenieure ab

Zusammen mache man so viele Projekte wie nie zuvor. Ende des Jahres gehe es an die Entwicklungsarbeit für Produkte, die im Herbst 2019 mit neuen Smartphones, Tablets und anderer Unterhaltungselektronik auf den Markt kommt. Mitte April hatte ein Analystenbericht unter den Dialog-Investoren für Unruhe gesorgt. Darin wurde spekuliert, Großkunde Apple könnte künftig seine Stromsteuerungschips selbst fertigen und mache damit die Produkte von Dialog überflüssig.

Zudem würden die Amerikaner im großen Stil Dialog-Experten abwerben. Bagherli widersprach: „Es gibt da nichts in einer alarmierenden Größenordnung.“ Es sei gängig, dass Kunden hin und wieder bei Lieferanten Ingenieure zu sich lotsten.

Marge verschlechtert sich nicht

Für das laufende Jahr bekräftigte Bagherli seine Prognose, wonach bei steigenden Umsätzen die Bruttomarge auf dem Niveau des Vorjahres liegen wird. Der Preisdruck sei bei der Renditeentwicklung nicht so entscheidend. „Es gibt immer Preisdruck von den großen Kunden. Aber wenn man sich die Bruttomarge von 46,1 Prozent zuletzt anschaut, dann ist das ein respektabler Wert auch für das Gesamtjahr. Das ist sicher kein Hinweis auf einen großen Preisverfall.“

Für das laufende Jahr hänge die Entwicklung vor allem an den Fertigungskosten und den knappen Produktionskapazitäten. „Wenn sich alles normalisiert hat und wir die Preise in der Fertigung erreichen, die wir uns vornehmen, dann kann man von einer gewissen Margenverbesserung ausgehen.“ Im abgelaufenen Quartal hatte Dialog seine Einnahmen binnen Jahresfrist um zwölf Prozent auf 271 Millionen Dollar gesteigert und seinen Gewinn auf vergleichbarer Basis um fast zwei Drittel auf 34,4 Millionen Dollar nach oben geschraubt.