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Übernahme
01/02/2013

Avis will Carsharing-Anbieter Zipcar schlucken

Für rund 500 Millionen Dollar soll der weltweit größte Carsharing-Anbieter den Besitzer wechseln und Teil des US-Autovermieters werden. Auch das österreichische Unternehmen Carsharing.at wäre vom Deal betroffen, den einige Teilhaber stoppen wollen. Für sie sind 500 Millionen Dollar zu wenig.

Der nach eigenen Angaben weltweit führende Carsharing-Anbieter Zipcar soll einen neuen Besitzer bekommen. Der US-Autovermieter Avis Budget will das schnell wachsende Unternehmen für rund 500 Millionen Dollar (377 Mio Euro) schlucken.

Die Verwaltungsräte der beiden Firmen seien sich einig, erklärten sie am Mittwoch. Nun müssten noch die Aktionäre und Wettbewerbshüter einwilligen. Einige der Aktionäre halten den Kaufpreis jedoch für zu niedrig angesetzt, berichtet TechCrunch. 500 Millionen Dollar würden einen Preis pro Aktie von 12,25 Dollar bedeuten.

Das 52-Wochen-Hoch der Zipcar-Aktie von 16,25 Dollar halten jene Aktionäre für einen angemesseneren Wert. Sie wollen den Deal mit Avis deshalb überprüfen und möglicherweise sogar gerichtlich dagegen vorgehen.

Sollte die Übernahme dennoch stattfinden, gehört Zipcar ab dem Frühling zu Avis, einem der weltgrößten Autovermieter.

Auch in Österreich tätig
Bei Zipcar können die gut 760 000 Mitglieder die Autos stunden- oder auch tageweise leihen. Besonders in US-Großstädten ist der Anbieter damit als Alternative zum eigenen Wagen oder zum klassischen Autovermieter erfolgreich. Zipcar mit seinen mehr als 10 000 Autos ist auch in Kanada, Goßbritannien, Österreich und Spanien aktiv.

Zipcar übernahm im Juli 2012 das österreichische Portal CarSharing.at, das mehr als 200 Fahrzeuge an 100 Standorten in ganz Österreich zur Verfügung stellt und derzeit mehr als 10.000 Kunden zählt. Die Fahrzeuge, die in verschiedenen Klassen angeboten werden, stehen zu stunden- und kilometerbasierten Raten an fixen Abhol- und Rückgabeorten den Mitgliedern zur Verfügung.

Wachstumspotential
Avis lockt die Zipcar-Aktionäre mit 12,25 Dollar pro Aktie, was etwa anderthalb mal soviel ist wie der Schlusskurs aus dem alten Jahr. Avis hatte zuvor in der Übernahmeschlacht um den amerikanischen Billig-Autovermieter Dollar Thrifty gegenüber dem Rivalen Hertz den Kürzeren gezogen.

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