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Bankrott
05/13/2014

DiTech-Pleite entpuppt sich als völliges Debakel

Schlimmster Fall ist eingetreten: Kein Vermögen für Ausschüttung an Gläubiger vorhanden.

von Kid Möchel

Im Insolvenzverfahren des früheren Computerhändlers DiTech (250 Mitarbeiter) wird für die 522 unbesicherten Gläubiger offenbar der schlimmste Fall eintreten. In der Prüfungstagsatzung am Dienstag hat Masseverwalter Günther Hödl die traurigen Fakten auf den Tisch gelegt. „Es hat sich die Lage verdichtet, dass die Gläubiger gar keine Ausschüttung erhalten, sprich keinen Cent sehen werden“, teilte der Gläubigerschutzverband Creditreform dem KURIER mit. „Das Unternehmen hat kein Eigenvermögen, es ist alles geleast und gemietet. Insofern hat die Insolvenzmasse kein Vermögen, sondern nur Verbindlichkeiten.“ Die offenen Forderungen gegen DiTech-Kunden (vor der Insolvenzeröffnung) sind an zwei Banken verpfändet. Selbst die Marke DiTech gehört mittlerweile de facto der Hausbank. Doch die Marke ist eigentlich nichts mehr wert.

Wie berichtet, haben die DiTech-Gläubiger bisher 36,9 Millionen Euro Forderungen angemeldet, davon hat Masseverwalter Hödl rund 24,7 Millionen Euro anerkannt. Auf dem Insolvenzkonto hat Hödl derzeit ein Plus von rund 1,35 Millionen Euro, doch zumindest diese Summe wird für die Liquidation des Unternehmens benötigt: unter anderen für Auflösung der zahllosen Miet- und Leasingverträge. Für die dreimonatige Kündigungsfrist der Mietverträge der 22 Filialen fallen bis zu 900.000 Euro Kosten an.

Auch die Miete der DiTech-Zentrale in der Wiener Dresdner Straße kostet monatlich 80.000 Euro. Diese Mietkosten will der Masseverwalter so schnell wie möglich loswerden. Es soll dafür schon einen konkreten Interessenten geben, der sich aber erst mit dem Vermieter einigen muss. Dabei könnte es aber noch Hürden geben. Dem Vernehmen nach will der Insolvenzverwalter zwischen dem Interessenten und dem Vermieter aber vermitteln.

Indes wird Hödl alle rechtlichen Anfechtungsansprüche gegen jene Unternehmen und Institutionen (Finanz) prüfen, die kurz vor der Pleite noch Zahlungen von DiTech erhalten haben. „Inwieweit es jedoch Forderungen der DiTech GmbH gegen Organe (Geschäftsführer) oder sonstige Personen gibt, ist derzeit noch nicht abschätzbar“, heißt es in Hödls aktuellem Insolvenzbericht. „Der Insolvenzverwalter hat jedoch einen Buchsachverständigen beauftragt, diesbezüglich ein Gutachten zu erstellen.“