B2B
05/05/2017

Behörden ausgetrickst: US-Justiz ermittelt gegen Uber

Weil der Fahrdienstvermittler Behördenkontrollen mithilfe der Software "Greyball" umgangen ist, hat nun die Justiz Ermittlungen aufgenommen.

Die US-Justiz ermittelt Insidern zufolge gegen den Fahrdienstvermittler Uber wegen technischer Tricksereien, mit denen Behördenkontrollen umgangen werden können. Erste Strafermittlungen seien wegen des Einsatzes einer Software namens „Greyball“ aufgenommen worden, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Damit können Uber-Fahrer Behördenmitarbeiter, die die Einhaltung von Auflagen kontrollieren wollen, erkennen und ihnen ausweichen. In einigen Regionen wie in Portland im US-Bundesstaat Oregon darf Uber seine Dienste nicht anbieten. Das Unternehmen und die Staatsanwaltschaft lehnten Stellungnahmen ab.

Einsatz der Software untersagt

Uber hat den Einsatz von „Greyball“ untersagt, nachdem die „New York Times“ im März über die Existenz dieser Software berichtet hatte. Das Unternehmen hatte erklärt, „Greyball“ diene der Vermeidung von Betrug und der Sicherheit der Fahrer. Auch wenn nicht feststeht, ob es überhaupt zu einer Anklage kommt, könnten die Ermittlungen das ohnehin unter Druck stehende Unternehmen weiter belasten.

2016 hat Uber einen Nettoverlust von 2,8 Milliarden Dollar eingefahren, bei einem Umsatz von 6,5 Milliarden Dollar. Zudem gibt es Patentstreitigkeiten mit der Google-Mutter Alphabet, Zwist mit Fahrern über Honorar-Kürzungen und Vorwürfe, Uber toleriere sexuelle Belästigungen.