B2B
23.08.2016

Berlusconi-Firma Mediaset fordert von Vivendi 570 Mio. Euro

Der Medienriese Vivendi soll Schadenersatz in der Höhe von 570 Millionen Euro leisten, weil die Pay-TV-Sparte von Mediaset nicht vollständig übernommen wurde.

Der Berlusconi-Konzern Mediaset will den Verkauf seiner Pay-TV-Sparte an den französischen Medienriesen Vivendi juristisch durchsetzen. Mediasets Mutterkonzern Fininvest reichte am Dienstag bei einem Mailänder Gericht eine Forderung nach Schadenersatz in Höhe von 570 Mio. Euro ein, teilte Fininvest in einer Presseaussendung mit.

Dieser Betrag würde den Schäden entsprechen, die Mediaset wegen der Verzögerung bei der im April abgeschlossenen Vereinbarung erlitten haben. Fininvest klagte über einen Rückgang bei den Mediaset-Aktien infolge des Bruchs mit Vivendi. Fininvest forderte vom Mailänder Gericht Initiativen, um Vivendi zur Umsetzung der Vereinigung zu zwingen.

Mediaset hatte im Juli mitgeteilt, Vivendi sei nicht mehr an der gesamten Pay-TV-Sparte "Premium" interessiert. Stattdessen wollten die Franzosen nur noch 20 Prozent des Bereichs übernehmen und über eine Wandelanleihe mit 15 Prozent bei Mediaset einsteigen. Zuvor hatte es einem Insider zufolge Unstimmigkeiten über den Preis für die defizitäre Abteilung gegeben. So habe Vivendi-Chef Vincent Bollore eine Reduzierung des Kaufpreises verlangt, weil er der Meinung sei, die Sparte sei die ursprünglich vereinbarten 800 Millionen Euro nicht wert. Der 64-jährige Großunternehmer will eine europäische Mediengruppe aufbauen.