B2B
18.11.2014

BMW testet Google Glass

Der Autobauer BMW testet in seinem Werk im US-Bundesstaat South Carolina, ob das Gerät die Qualitätssicherung verbessern kann.

Die BMW-Mitarbeiter machten während ihrer Tests an neuen Fahrzeug-Modellen Fotos oder Videos und schickten diese an die zuständigen Entwicklungsingenieure, teilte BMW am Dienstag in München mit. Dies biete Vorteile gegenüber der bisherigen Praxis, die Ergebnisse der Qualitätssicherung lediglich schriftlich festzuhalten. Bei der schriftlichen Dokumentation seien Problembeschreibungen teilweise „zu vage“ ausgefallen, erklärte BMW.

Auch Videotelefonie geplant

Ungefähr in einem von vier Fällen hätten die Entwicklungsingenieure Rückfragen stellen müssen. Nun könnten die Qualitätsprüfer in der Vorserienproduktion ihre Berichte mit Bildern ergänzen. Geplant sei zudem, in dem US-Werk in Spartanburg auch Videotelefonie über Google Glass zu testen. Dann könnten die zuständigen Fachleute sich die gefundenen Fehler direkt ansehen und mit den Prüfern diskutieren.

Mit Google Glass können unter anderem Fotos und Videos aufgenommen und via Internet verschickt werden. Zudem lassen sich vor den Augen des Trägers Informationen aus dem Internet einblenden, zum Beispiel Karten oder Nachrichten. Diese Funktion will BMW künftig ebenfalls nutzen, und zwar bei der Abarbeitung standardisierter Prüfpläne in der Endmontage von Serienautos.

„Beide Hände verfügbar“

Bisher müssten sich die Mitarbeiter während der Prüfung zwischen dem untersuchten Wagen und einem Computer-Terminal, an dem die Ergebnisse eingetragen werden, hin und her bewegen, erklärte BMW. Mit Google Glass könnten die Angestellten am Fahrzeug bleiben, sich die Prüfpläne im Display der Datenbrille anzeigen lassen und diese per Sprachsteuerung durcharbeiten. „Beide Hände wären somit durchgehend für die Prüfungen verfügbar“, argumentierte der Leiter des Google-Glass-Pilotprojekts, Jörg Schulte.

Die Datenbrille ist in den USA seit dem Frühjahr erhältlich. In anderen Ländern ist Google Glass bisher nicht auf dem Markt. In Deutschland haben Datenschützer bereits rechtliche Bedenken gegen den Mini-Computer in Brillenform angemeldet.