B2B
08.12.2017

Breitbandmilliarde: A1 sieht keine unfaire Bevorzugung

Etwa 333 Millionen Euro der Breitbandmilliarde zum Ausbau von Netz-Infrastruktur in ländlichen Gebieten wurden ausbezahlt. Überproportionaler Nutznießer war A1.

Ein Drittel der Breitbandmilliarde sind mittlerweile an die Betreiber geflossen. Laut A1-Chef Marcus Grausam soll sein Konzern etwa die Hälfte davon bekommen haben. Für Grausam ist dies keineswegs eine unfaire Nutzung der eigenen Marktmacht, sondern vielmehr eine Folge dessen, dass die A1 eben mehr investiere als andere.

Späte Auszahlung der Gelder

„Wenn ich 100 Millionen Euro an Förderung möchte, muss ich vorher 200 Millionen in die Hand nehmen“, rechnet er vor. Schließlich sei die Breitbandmilliarde, die sich im übrigen die Mobilfunker durch eine zwei Milliarden schwere Frequenzauktion indirekt selber bezahlt haben, nur eine Co-Finanzierung, sagt Grausam in einem Interview mit der APA.

Dass einige Deadlines von den Betreibern beim Netzausbau nicht eingehalten wurden, liegt daran, dass die Gelder eineinhalb Jahre später als geplant ausgezahlt wurden, erklärt Grausam. Und auch „3“-Chef Jan Trionow, der auch Präsident der Alternativen Telekomnetzbetreiber (VAT) ist, sieht die Schuld nicht bei den Betreibern. Vielmehr gebe es viel zu wenig Transparenz, was gerade gebaut oder genehmigt werde, und die Zahlen, die zur Verfügung stünden, seien nicht sonderlich aktuell.

Evaluierung gefordert

Dazu komme, dass die Leerverrohrungen für die Gemeinden nicht immer leicht finanziell zu stemmen seien - und auch Erfahrungswerte fehlen würden. „Aber dort, wo es koordiniert abläuft, funktioniert es gut“, so Trionow. Allerdings könnten die Mittel besser eingesetzt werden, so Trionow, der sich von der künftigen Bundesregierung Veränderungen wünscht. Es habe zwar im heurigen Sommer eine Evaluierung gegeben, dies sei aber zu wenig gewesen. Trionow wünscht sich ein stärkeres Gewicht auf den Ausbau mittels Glasfaser und eine „stärkere Berücksichtigung der Wettbewerbssituation“, die A1 bevorzuge.