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Glücksspiel
09/04/2015

bwin.party will sich nun an GVC verkaufen

bwin.party, britischer Glücksspielkonzern mit österreichischen Wurzeln, will sich nun an GVC verkaufen, statt an 888.

Es gebe eine Einigung mit GVC über die Übernahme, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Demnach bietet GVC pro bwin-Aktie 25 Pence bar und 0,231 neue GVC-Aktien. In Summe werde bwin.party inklusive noch auszugebende Aktien dadurch mit 1,116 Mrd. Pfund (1,52 Mrd. Euro) bewertet.

Ursprünglich hatte bwin.party bereits ein Angebot von 888 angenommen und den Übernahmeversuch von GVC als „zu kompliziert“ abgelehnt. Nach Abwicklung des Deals werden bisherige Aktionäre von bwin-Aktionäre rund 66,6 Prozent an der neuen, größeren Gruppe halten, heißt es auf der Homepage von GVC.

Aufschlag

Nach aktuellen Kursen bedeutet das Angebot eine Bewertung der bwin-Papiere mit 129,64 Pence und damit einen Aufschlag von 12,5 Prozent auf den letzten Börsenkurs bzw. 45 Prozent Aufschlag im Vergleich zum Kurs, als das Angebot im Mai publik wurde. Auch liege das GVC-Angebot um 12,9 Prozent höher als das letzte nachgebesserte Angebot von 888.

Der Anteil des Deals, der bar bezahlt wird, soll über einen 400 Mio. Euro Kredit des Hedgefonds Cerberus finanziert werden, der in Österreich die BAWAG besitzt. Weitere 150 Mio. Pfund (204 Mio. Euro) sollen aufgebracht werden, indem neue GVC-Aktien begeben werden. Diese Mittel sollen aber für Reorganisation und Betrieb des neuen Konzerns genutzt werden und nicht für die Finanzierung des Barangebots.

Aktionäre müssen zustimmen

Henderson Global Investors und die Androsch Privatstiftung haben angekündigt, den Deal zu unterstützen. Sie halten gemeinsam 9,1 Prozent der bwin-Aktien. Da auch die bwin-Direktoren mit zusammen 1,7 Prozent der Aktien ihre Beteiligung zugesichert haben, sind bereits 10,8 Prozent gesichert. Damit der Deal über die Bühne gehen kann, müssen drei Viertel der bwin-Aktionäre zustimmen. Auf der anderen Seite haben bereits 23,8 Prozent der GVC-Aktionäre ihre Zustimmung zugesichert.

GVC geht davon aus, dass die vergrößerte Gruppe spätestens 2017 jährlich mindestens 125 Mio. Euro einsparen kann, im Vergleich zu den Finanzergebnissen von GVC und bwin.party im Jahr 2014.

Diverse Behörden müssen dem Deal noch zustimmen. Laut Mitteilung wird mit einem Abschluss der Transaktion gegen Jahresende 2015 oder im ersten Quartal 2016 gerechnet. Für GVC bedeutet dies einen stillen Börsengang über einen Börsenmantel („reverse takeover“). Der Österreicher Norbert Teufelberger, derzeit Vorstandschef von bwin.party, soll in den Aufsichtsrat der neuen Gruppe wechseln (non-executive director on the board).