B2B
09.07.2014

Carlos Slim will America Movil-Anteile verkaufen

Der mexikanische Mobilfunkanbieter America Movil, Großaktionär der Telekom Austria, bietet Teile seines Konzerns zum Verkauf.

Damit reagiert der Quasi-Monopolist auf neue Gesetze in Mexiko: Er will er sich strengen Regulierungen entziehen und hofft auf Chancen im lukrativen Fernsehmarkt. Das Unternehmen will seinen Marktanteil auf unter 50 Prozent drücken. Bisher kontrolliert das Unternehmen etwa 80 Prozent des Festnetz- und 70 Prozent des Mobilfunkgeschäfts in Mexiko. Mit dem Angebot reagiert Konzernchef Carlos Slim auf die Reform des Telekommunikationswesens in Mexiko. Wegen ihrer marktbeherrschenden Stellung wären die Firmen des Milliardärs künftig strengen Regulierungen unterworfen.

Telekommunikationsreform

Nach 20-stündiger Debatte billigte die Abgeordnetenkammer am Mittwochmorgen (Ortszeit) wie erwartet die Ausführungsgesetze zur Telekommunikationsreform. Ziel ist es, das Oligopol von Slim und des konkurrierenden Medienkonzerns Televisa zu brechen. Die mexikanische Regierung erhofft sich von der Öffnung des Marktes bis 2018 Investitionen in Höhe von 700 Milliarden Pesos (39,6 Mrd. Euro).

Bereits am Dienstag hatte America Movil angekündigt, sein Engagement auf dem heimischen Markt zurückzufahren. Durch den Verkauf von Aktivposten wie beispielsweise Sendemasten und Netzinfrastruktur solle der Marktanteil des Telefonunternehmens Telmex und des Mobilfunkanbieters Telcel in Mexiko auf unter 50 Prozent gedrückt werden, teilte der Mutterkonzern mit.

Es werde nun ein unabhängiger Käufer gesucht, der Erfahrungen in der Branche habe und über die nötigen finanziellen und technischen Ressourcen verfüge, hieß es in der Mitteilung von America Movil. Einzelheiten zum Umfang der angebotenen Unternehmensteile wurden zunächst nicht bekannt.

Der Verkauf muss noch von Regulierungsbehörden und Aktionären genehmigt werden. Mit dem Schritt will Slim erreichen, dass seine Unternehmen nicht mehr als marktbeherrschend gelten. Als solche wären sie künftig besonderen Regulierungen unterworfen: Telcel dürfte Konkurrenten die Nutzung seiner Netze nicht länger in Rechnung stellen. Außerdem könnte die Marktaufsicht in Zukunft dominierenden Firmen sogar die Telefontarife im Detail diktieren.

Slim dürfte sich von dem Verkauf zudem versprechen, einen Zugang zum lukrativen mexikanischen Fernsehmarkt zu erhalten. Wegen seiner Vormachtstellung im Telefonsektor war ihm das seit der Privatisierung von Telmex 1990 untersagt.