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Einstieg
06/15/2012

Carlos Slim wird Telekom Austria-Großaktionär

Der laut Forbes reichste Mann der Welt übernimmt 21 Prozent am österreichischen Mobilfunkkonzern. Das Paket stammt vom österreichischen Investor Ronny Pecik. Angaben zum Kaufpreis wurden nicht gemacht.

Der mexikanische Milliardär Carlos Slim will zum zweitgrößten Aktionär der Telekom Austria aufsteigen. Sein Mobilfunkkonzern America Movil habe eine Vereinbarung für die Übernahme eines Aktienpakets von 21 Prozent mit dem österreichischen Investor Ronny Pecik unterzeichnet, wie die Mexikaner am Freitag mitteilten. Fünf Prozent der Anteile habe America Movil - einer der größten Mobilfunkkonzerne der Welt - bereits übernommen, er halte nun 6,7 Prozent der Telekom-Aktien. Die verbleibenden 16 Prozent wolle die Firma nach den dafür notwendigen Genehmigungen kaufen. Angaben zum Preis machten die Mexikaner nicht.

Slim auf Einkaufstour
Carlos Slim ist laut Magazin „Forbes" der reichste Mensch der Welt. In den vergangenen Jahren hat er sich mit America Movil ein Mobilfunkimperium in Südamerika aufgebaut und ist nun auf der Suche nach neuen Wachstumsgelegenheiten auf Einkaufstour in Europa: Neben der Telekom Austria will er knapp 28 Prozent am niederländischen Anbieter KPN kaufen. America Movil sehe sich als „langfristiger strategischer Partner der Telekom Austria", hieß es in der Mitteilung.

Börse reagiert positiv
Der österreichische Staat empfing den neuen Großaktionär mit offenen Armen: Die Staatsholding ÖIAG, die mit 28,4 Prozent größter Aktionär bleibt, begrüße den Einstieg „ausdrücklich" - auch weil die Mexikaner in Gesprächen mit der ÖIAG die Beibehaltung des Standorts, der Notierung an der Wiener Börse und eine „nachhaltige Wachstumsstrategie" für die Telekom Austria zugesichert hätten. Auch die Aktionäre freute der Einstieg: An der Börse legte die Telekom-Aktie gut zwei Prozent zu.

Pecik änderte Meinung
Bereits am Donnerstag hatte Reuters erfahren, dass Pecik sich in „fortgeschrittenen Gesprächen" über einen Verkauf seines 21-prozentigen Pakets an America Movil befinde. Auf der Telekom-Austria-Hauptversammlung am 23. Mai hatte Pecik noch gesagt, er denke derzeit nicht an einen Ausstieg. Die Aktionäre hatten ihn daraufhin in den Aufsichtsrat gewählt, wo er nun als stellvertretender Vorsitzender fungiert. Diese Funktion werde er voraussichtlich beibehalten, kündigte America Movil an.

Pecik hatte sich in den vergangenen Jahren bereits einen Namen mit dem Weiterverkauf von Firmenbeteiligungen gemacht. Das Geld für seinen rund 800 Millionen Euro teuren Einstieg bei Telekom Austria hat er auch vom ägyptischen Milliardär Naguib Sawiris erhalten.

Betriebsrat will keinen Abbau akzeptieren
Der Betriebsrat der Telekom Austria hat nach eigenen Angaben bislang keinen Kontakt zum neuen Großaktionär America Movil gehabt. Sollte das mexikanische Mobilfunkunternehmen von Carlos Slim bei dem ehemaligen Staatskonzern einen weiteren Personalabbau planen, werde die Belegschaft das nicht akzeptieren, sagte Betriebsratschef Walter Hotz am Freitag zu Reuters. „Aus unserer Sicht ist ein stabiler Partner willkommen, wenn Jobs im Unternehmen geschaffen werden. Ich erwarte mir, dass sie Jobs schaffen", sagte Hotz. Wichtig für die Belegschaft sei zudem, dass die Republik Österreich ihren Anteil von 28,4 Prozent behalte.

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